Wann ist man glücklich und zufrieden im Beruf? Oder ist unglücklich im Job inzwischen ein Normalzustand geworden?

 

Die Frage, ob ich mich für den richtigen Arbeitgeber entschieden habe, hat sich die eine oder andere sicherlich schon mal gestellt. Und überlegt, ob sie woanders glücklicher wäre oder die Berufswahl die richtige war.

 

Klar ist, die Arbeitswelt hat sich seit der Pandemie deutlich verändert. 

 

70.000 Stunden!

 

Als Angestellte verbringen wir meist ein Drittel des Tages mit Arbeiten und im Laufe unseres Lebens werden die meisten Menschen rund 70.000 Stunden gearbeitet haben (das sind ACHT ganze Jahre ohne Unterbrechung).

 

Im Vergleich mit der eigenen Lebenszeit von rund 83 Jahren bei Frauen, der Zeit, die wir mit Schlafen verbringen (ca. 24 Jahre) oder mit Fernsehen (rund 12 Jahre), ist das wenig. 

 

Und trotzdem nimmt die Arbeit für uns einen wichtigen Stellenwert ein.

 

Vielleicht denkst du jetzt – ohne ist nix, mit muss aber auch nicht sein.

 

Zufriedenheit bringt stärkere Bindung 

 

Viele Unternehmen haben erkannt, dass zufriedene Mitarbeiter:innen eine stärkere Bindung zu ihrem Arbeitgeber haben, wohl auch wegen des anhaltenden Fachkräftemangels, den sie deutlich spüren.

 

Mitarbeiter:innen werden inzwischen nicht mehr als Kostenfaktor, sondern als echtes Human Capital angesehen und die Firmen versuchen durch gezielte Maßnahmen die Arbeitszufriedenheit Ihrer Angestellten langfristig zu erhöhen.

 

Natürlich mit dem Ziel, möglichen Fluktuationen so entgegenzuwirken.

 

Nicht alle sind unglücklich im Beruf 

 

Nach einer Studie aus dem Jahr 2019 waren fast drei Viertel der befragten Angestellten mit ihrem Job und den Arbeitsbedingungen zufrieden. 

 

Und das, obwohl die allgemeine Arbeitsbelastung sowie andauernder Stress und auch die Zahl der von Burnout-Betroffenen in Deutschland stetig zunimmt.

 

Aber was machst du, wenn du dich an deinem Schreibtisch nicht wohl fühlst? 

Wenn für dich die Aufgaben keinen Sinn machen?

Du dich fühlst wie in eine Sardinenbüchse gepresst, weil du dich am Arbeitsplatz nicht entfalten kannst?

 

Was ist dir im Job besonders wichtig?

 

Auf was legst du wert, damit du dich im Job wohlfühlen kannst? 

 

Prüf gerne mal anhand der nachfolgenden Kriterien, was dir ganz persönlich in der Arbeit und den Rahmenbedingungen wichtig ist.

 

Abwechslung

 

Abwechslungsreich ist der Berufsalltag vor allem dann, wenn auch der Spaß und gute Laune nicht zu kurz kommen.

 

Eintönige, sich wiederholende Aufgaben verschiebt jede:r von uns gerne auf die lange Bank. 

 

Wo es möglich ist, fördert Kleingruppenarbeit den Spaß und die gute Laune, denn im Team geht vieles leichter. Und Aufgaben die du als eher langweilig ansiehst, liegen deiner Kollegin vielleicht direkt im Blut und gehen ihr leichter von der Hand. 

 

Optimal ist es, wenn sich Routineaufgaben mit komplexeren Aufgaben abwechseln und wir etwas Neues dazulernen können. Ideen einbringen und Verbesserungen auch umsetzen können. Das sind alles Dinge, die sich positiv auf unsere Arbeit auswirken.

 

Neue Erfahrungen machen glücklich – auch im Beruf

 

Wusstest du, dass sich Abwechslung im Beruf wie ein Glücks-Kick anfühlen lässt? 

 

Unser Gehirn mag Neues, besonders dann, wenn es mit positiven Emotionen verbunden ist. 

 

Schuld daran ist der Neurotransmitter Dopamin, der als Glücksbote wirkt. Neue Erfahrungen machen also glücklich – auch im Beruf. 

Forscher der London School of Economics befragten dazu europaweit 20.000 Menschen in einer Studie zum Thema Glück am Arbeitsplatz.  

 

Arbeitsklima

 

Kennst du den Satz: “Das Leben ist kein Ponyhof.”

 

Den bekam ich in meiner Jugend von meinem Vater zu hören, wenn ich total platt und ausgepowert vom Büro nach Hause kam.

 

Doch wer viele Stunden im Büro verbringt, braucht unbedingt Freude an seiner Arbeit. Ansonsten frisst der Job viel zu viel von deiner Lebensenergie.

 

Und wenn du dich auch noch gut mit deinem Chef und den Kolleg:innen verstehst, bist du automatisch motivierter. 

Ein respektvoller und wertschätzender Umgang miteinander unterstützt dieses positive Arbeitsklima. 

 

Arbeitsplatz – Home-Office oder Büro

 

In den letzten Monaten hat sich in Bezug auf die Arbeitsplatzfreiheit einiges getan, die Unternehmen waren gezwungen, schnell neue Wege zu gehen, wozu es ansonsten noch viele Jahre gebraucht hätte. 

 

Nach der Arbeitszufriedenheits-Studie 2021 sehen deutsche Arbeitnehmer inzwischen das Home-Office als einen festen Bestandteil ihres Arbeitsalltags.

 

Überrascht hat mich in dieser Studie dann aber doch, dass sogar über die Hälfte der Befragten gerne für immer von zuhause aus arbeiten würden. 

 

Studie

 

 

Wie ist das bei dir? Ist Home-Office eine Option für dich?

 

Home-Office hat einige Vorteile: Weniger Stress durch lange Fahrten ins Büro, womöglich einen gesünderen Lebensstil durch Wegfall des Kantinenessens und höhere Produktivität, da man nicht ständig durch vorbeischauende Kolleg:innen im Arbeitsfluss abgelenkt oder gestört fühlt.

 

Es gibt für mich aber auch Nachteile im Home-Office durch den eingeschränkten bzw. fehlenden kurzen Austausch mit Kollegen und das schnelle Brainstorming, wenn dir grade eine Idee fehlt, um ein Problem zu lösen.

 

So verwundert es nicht, dass die Studie herausgearbeitet hat, dass die Zufriedenheit sich erhöht, je mehr Tage die Arbeitnehmer:innen im Büro verbringen.

 

Wir sind halt doch sehr soziale Wesen und brauchen uns – auch wenn es manchmal knirscht. 😉

 

Arbeitszeiten – ein heißes Thema

 

Bist du eher die Lerche oder die Nachtigall? 

Also eine Frühaufsteherin oder kannst du locker bis tief in die Nacht arbeiten.

 

Wichtig ist, dass dein Job dir die Anpassung an deine “innere” Uhr oder einer längeren Fahrzeit mit unvorhersehbaren Staus am Morgen und am Abend ermöglicht.

 

Was definitiv motiviert, sind flexible Arbeitszeiten. 

Ein sogenanntes Arbeitszeitkonto oder Modelle wie Gleitzeit sind heute mehr und mehr auch in kleinen Unternehmen die Regel. 

 

Und trotzdem: Viele meckern über ihre Arbeitszeiten. 

 

Hilft das, etwas zu ändern? Sicher nicht. 

Du ziehst dich damit selbst runter, steigerst dich rein in deine üble Arbeitslaune, arbeitest dadurch unmotiviert, ziehst womöglich deine Kolleg:innen auch noch ins Tief und ihr verderbt euch ganz nebenbei noch selbst den Spaß am Job.

 

Daher, wenn du etwas an deiner Arbeitszeit ändern möchtest, geh auf deine Vorgesetzten zu und sprich es an. Vor allem dann, wenn sie nicht mehr zu dir und deiner aktuellen Lebenssituation passt.

 

Aufgaben und wertvolles Potential

 

Was ich erschreckend finde ist, dass rund 45 Prozent der Deutschen das Gefühl haben, ihr Potential in ihrem aktuellen Beruf nicht vollständig ausschöpfen zu können. 🙉

 

45 Prozent! Lass dir das mal auf der Zunge zergehen.

 

Befragt wurden deutschlandweit über 1000 Arbeitnehmer:innen im Alter zwischen 18 und 69 Jahren.

 

Welches Potential hier brach liegt und nicht genutzt wird. WAHNSINN!

 

Horch mal in dich selbst hinein. 

 

Gehörst du zu den 45 Prozent, die ihr Potential nicht ausschöpfen können?

 

Dann schau dir deine Aufgaben an. Was würdest du gerne ändern? Schreib es dir auf und nutze ein Gespräch mit deinem Chef. Er oder Sie freut sich über deine Initiative und unterstützt dich sicherlich gerne dabei deine Talente einzusetzen. 

So kannst du dich wieder mehr mit deinen Aufgaben identifizieren und zufriedener im Job sein.

 

Chef – ein entscheidender Faktor

 

Kommen wir doch gleich mal zu einem der einflussreichsten Faktoren in unserem Arbeitsleben. Dem Chef oder der Chefin.

 

Wir verbringen viele Stunden unseres Lebens am Arbeitsplatz. Daher ist es essentiell, dass wir dort auch gerne hingehen. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass den größten Einfluss auf unsere Zufriedenheit im Job unser Vorgesetzte hat. Ganz egal ob männlich oder weiblich.

 

Wichtig sei einigen Studien zufolge, dass der Vorgesetzte folgendes Verhalten zeigt, damit wir uns wohlfühlen: 

 

  • Macht klare Aussagen
  • Ist fair zu allen Mitarbeitern
  • Sieht gute Leistungen und anerkennt sie (spricht Lob aus)

 

Wenn das gegeben ist, fällt es uns leichter den Aussagen des Vorgesetzten zu vertrauen und uns darauf verlassen zu können, denn das schafft ein Gefühl der Sicherheit in uns. 

Und das ist wiederum eine wichtige Voraussetzung für unser Engagement im Unternehmen.

 

Er oder sie haben also einen nicht geringen Einfluss auf unsere tägliche seelische und auch körperliche Verfassung. 

 

Ich hatte selbst mal einen Chef, dem du nichts recht machen konntest. Egal was ich gemacht habe, er war mit nichts zufrieden und offenkundig auch mit sich selbst überfordert. 

 

Solche Menschen ziehen dich täglich runter und tun uns nicht gut. 

 

Gerade wir Frauen sind in unserer Kindheit so erzogen worden, dass wir gefallen wollen und es allen recht machen. 

 

Aber das sind nicht wir. 

 

Wir MÜSSEN gar nichts! 

 

Wenn wir uns nicht wohl fühlen, sollten wir das sagen und schleunigst etwas ändern. 

 

Manchmal helfen reinigende Worte auch ohne “unter die Gürtellinie” zu gehen ansonsten sollten wir unsere Konsequenzen ziehen, um uns nicht selbst innerlich zu vergiften und dadurch krank zu werden. 

 

Denn die eigene Seele leidet mehr als wir uns zunächst eingestehen.

 

Entscheidungsfreiheit – macht glücklich

 

Entscheidungen treffen wirkt wie ein Glücksbote. 

 

Wenn wir immer nur eintönige Aufgaben erledigen oder stumpfsinnige Tätigkeiten ausüben, ohne dass es Aussicht auf eine Verbesserung gibt, werden wir lustlos und können im schlimmsten Fall sogar in eine Depression abrutschen.

 

Wenn du an Entscheidungsprozessen mitwirken kannst – sei es im Team oder in deinem eigenen Aufgabenbereich – dann wirkt sich das positiv aus.

 

Denn wenn deine Meinung geschätzt wird, bist du deutlich motivierter, deine Aufgaben gehen dir leichter von der Hand und du kommst auch die nächsten Tage gut gelaunt ins Büro.

 

Entwicklungsmöglichkeiten

 

Mein Lieblingsthema im beruflichen Kontext. Es liegt in unserer menschlichen Natur, dass wir weiter wachsen wollen.

 

Das, was dich als 20-jährige interessiert hat, wird sich inzwischen auch verändert haben, sobald du über 30 bist. Deshalb sollte dir deine persönliche Entwicklung wichtig sein.

 

Hast du berufliche Entwicklungsmöglichkeiten in deinem Beruf und bei deinem aktuellen Arbeitgeber? 

Hast du deinen Vorgesetzten schon mal danach gefragt?

 

Überleg dir, was dich in deinem Job vorwärts bringen könnte. Was dir Spaß machen würde. 

 

Gibt es eine Fortbildung in einem bestimmten Bereich oder eine Zusatzausbildung, die auch für deinen Arbeitgeber von Vorteil sein kann, wenn du sie hast.

 

Fehlende Karrierechancen oder Aufstiegsmöglichkeiten sind die Hauptgründe, warum Mitarbeiter ein Unternehmen verlassen.

 

Gallup-Untersuchungen zeigen, dass fast ein Drittel der Mitarbeiter ihren Arbeitgeber für eine berufliche Aufstiegsmöglichkeit verlassen würden. 

 

Wie ist das bei dir?

 

Ohne Motivation sich selbst weiterentwickeln und wachsen zu wollen, wirst du über kurz oder lang unglücklich in deinem Job werden.

 

Erfolgserlebnisse

 

Wann hattest du dein letztes Erfolgserlebnis im Beruf? Erfolgserlebnisse motivieren dich weiter zu machen. 

 

Denk mal an kleinen Kinder, die gerade Laufen lernen. Wenn sie keine Erfolgserlebnisse hätten, würden sie einfach auf ihrem Hosenboden sitzen bleiben, wenn sie hingeplumpst sind. 

 

Was machen kleine Kinder? 

 

Sie stehen wieder auf und probieren es nochmal und wieder und wieder. Weil sie merken, dass es jedes Mal ein kleines bisschen leichter geht und sie es schaffen können. 

 

Diese spielerische Leichtigkeit geht uns im Erwachsenenleben leider etwas verloren. Das dürfen wir wieder üben und uns auch mal an kleinen Erfolgserlebnissen freuen, wie ein Brief an einen Kunden, der uns besonders gut gelungen ist oder ein Telefonat das leichter war als ursprünglich gedacht. 

 

Auch Kleinigkeiten sind Erfolgserlebnisse. Wir sollten sie uns nur wieder mehr ins Bewusstsein holen anstatt ständig mit uns selbst zu schimpfen.

 

Geld – ist nicht alles

 

“Aber ohne Geld ist alles nichts.” 

 

Ich hab’ dich gehört. 

 

Ich weiß. 

 

Dass Geld nur bedingt Einfluss auf unsere Motivation hat, hast du vielleicht schon mal gelesen. 

 

Und dass Geld, zumindest ab einer bestimmten Summe, nicht glücklich macht, ist dir sicherlich auch schon mal in den Social Medien bei den Promis aufgefallen. 

 

Es gibt eine Studie der Wirtschaftsnobelpreisträger Daniel Kahneman und dem Ökonom Angus Deaton aus Amerika. Demnach ist jemand, der sein Gehalt von 15.000 auf 30.000 Euro verdoppeln kann, sehr glücklich. 

 

Wenn sich diese Summe dann noch mal verdoppelt, macht das zwar auch noch glücklich, aber nicht mehr so stark wie vorher. Und wer 120.000 Euro verdient, ist dann nicht glücklicher.

 

Hast du das gewusst? 

 

Und übrigens sind US-Professoren davon überzeugt, dass Geld nur dann wirklich zufriedener macht, wenn man es in Abenteuer und Reisen – also etwas sehr Emotionales investiert. 

Und nicht in Dinge die gekauft werden und dann Zuhause rumliegen, wie das X-te paar Schuhe oder technischen Schnickschnack.

 

Schau dir an, was den Deutschen im Beruf wichtiger ist: 

 

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Glücklich im Job

 

Wann bist du glücklich in deinem Job? Wenn dich deine Kollegen für deine neue Frisur loben. Oder wenn dich dein Chef oder deine Chefin für die schnelle Erledigung des Projektes lobt.

 

All das trägt nicht nur zu einem guten Betriebsklima bei, sondern macht dir auch gute Laune. Und die ist ansteckend und macht glücklich.

 

Wenn wir uns glücklich, entspannt und zufrieden in unserem Job fühlen, dann hat das einen weiteren positiven Effekt: Wir werden seltener krank. 

 

Tatsächlich. 

 

Psychologen der Uni Pittsburgh sind dem auf den Grund gegangen. Sie haben den Zusammenhang zwischen positiven Gefühlen und dem Erkältungsrisiko in einer Studie untersucht. 

 

Demnach bekamen deutlich weniger Menschen eine Erkältung, die sich selbst als glücklich, zufrieden und entspannt bezeichneten. 

 

Kleiner Tipp: Überleg dir jeden Abend drei Dinge, die dir heute gut gelungen sind. Konsequent. Jeden Abend. Notier dir die in ein schönes Notizbuch, das so zu deinem Erfolgstagebuch wird. So flutest du deinen Körper mit Serotonin und wirst auf Dauer stressresistenter und schläfst auch besser. Und an schlechten Tagen kannst du nachlesen, was du schon alles geschafft hast.

 

Herausforderungen

 

Herausforderung sind das Salz im Berufsleben und machen uns im Arbeitsalltag glücklicher.

 

Laut Arbeitszufriedenheitsstudie gaben 55 Prozent an, dass neue Herausforderungen sich im Job positiv auf ihre Arbeitszufriedenheit auswirken.

 

Gerade jetzt, in der sich immer schneller drehenden digitalisierten Welt gibt es unzählige Möglichkeiten und Lösungen und zwingt uns regelrecht zum Lernen und Wachsen.

 

Neue Herausforderungen wirken sich daher im Allgemeinen eher positiv auf unsere Arbeitszufriedenheit aus. Denn es kommt etwas Neues auf uns zu. Wir dürfen daran wachsen und uns Ausprobieren. 

 

Arbeitszufriedenheit

 

 

Deine Kompetenzen und deine Persönlichkeit

 

Auch die haben einen wichtigen Einfluss darauf, wie zufrieden und glücklich du im Job bist. 

Dein beruflicher Weg entwickelt sich aus den gesammelten Entscheidungen die du triffst. 

 

  • Welche Erfahrungen hast du bisher gesammelt?
  • Welche Herausforderungen hast du gemeistert?
  • Welche Fähigkeiten zeichnen dich aus?

 

Deine Persönlichkeit ist so einzigartig wie ein Fingerabdruck und hat enormen Einfluss auf dein Handeln und Tun im beruflichen aber auch privaten Umfeld.

Blinde Flecken, unreflektierte Verhaltensmuster und fehlende kleine Kompetenzbausteine führen dazu, dass wir unsere Potenziale nicht voll ausschöpfen können. Aber das muss nicht länger sein!

Eine umfassende Übersicht über deine Persönlichkeit plus deiner Motive und Kompetenzen unterstützt dich dabei, dich selbst noch besser kennen zu lernen und dich weiterzuentwickeln. 

Dazu nutze ich zum Beispiel den wissenschaftlich fundierten und für meine Kundinnen leicht verständlichen LINC PERSONALITY PROFILER (LPP)

 

Kleinhenz Coaching

Die BIG 5. Quelle: LINC-Institute

 

Er ist ein hilfreiches Werkzeug, wenn du dir selbst noch mehr auf die Schliche kommen möchtest.

Denn die Entwicklung der Persönlichkeit trägt viel zum beruflichen und privaten Erfolg bei. Der Erfolgsfaktor Persönlichkeitsentwicklung hat in der neuen Arbeitswelt 4.0 an Bedeutung gewonnen, da uns inzwischen so einiges abverlangt wird.

 

Deine Motivation 

 

Dein Job trägt viel zu deiner Lebensqualität bei. Spaß und Zufriedenheit bringen dir dabei eine hohe Motivation. Und wenn du motiviert arbeitest, schützt du zudem auch noch deine Gesundheit. Die Gefahren an Depression, Burnout oder anderen Überlastungskrankheiten sinken. 

 

Und dann kommt dein Motivationskiller Nummer eins ums Eck: Stress. 

Kurzzeitiger Stress kann dich motivieren und deine Leistungen steigern, aber länger andauernder Druck killt deine Motivation. 

 

2019 hat die Manpower-Studie “Arbeitsmotivation” die Top 10 Motivatoren ermittelt, die uns bei der Arbeit wirklich anspornen:

 

  1. Gutes Arbeitsverhältnis zu Kollegen und Vorgesetzte (46 Prozent)
  2. Flexible Arbeitszeiten (34 Prozent)
  3. Gutes Verhältnis zu Kollegen, auch über die Arbeit hinaus (30 Prozent)
  4. Getränke kostenlos vom Arbeitgeber zur Verfügung gestellt (28 Prozent)
  5. Viel Teamarbeit (24 Prozent)
  6. Betriebliche Gesundheitsförderung (23 Prozent)
  7. Ansprechende Raumgestaltung von Büros (21 Prozent)
  8. Pflanzen im Büro (20 Prozent)
  9. Moderne Büromöbel (15 Prozent)
  10. “Nervennahrung” – Schokoriegel oder andere Süßigkeiten (15 Prozent)

 

Was motiviert dich am meisten? Findest du dich in der Studie wieder?

 

Perspektiven im Beruf

 

Gehst du morgens ins Büro, holst dir in der Kantine einen Kaffee oder kochst dir selbst einen und denkst dabei schon voller Sehnsucht an den Feierabend?

 

Auweia. 

 

Das ist ein klassisches Zeichen von fehlender Perspektive im Job. 

 

Wenn du die ignorierst, wirst du über kurz oder lang unglücklich im Job werden. 

 

Aber es ist ja so gemütlichen in deiner Komfortzone, oder?

 

Auch wenn es zunächst mal etwas Aufwand für dich bedeutet, schau dir an, was dich beruflich interessiert und komm endlich aus den Puschen und tu das, was du liebst. 

 

Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass Perspektivlosigkeit im Beruf nicht von heute auf morgen plötzlich da ist. Es dauert seine Zeit, bis man sie erkennt. Und keinesfalls sind andere daran schuld, sondern nur du selbst! 

 

Perspektivlosigkeit hat zwei Grundursachen: Die eigene Untätigkeit mit dem vermeintlichen Gedanken “ach das wird schon wieder”, also dem eigenen Sicherheitsbedürfnis und aus dem bewussten Desinteresse an der Realität. 

 

Wie du aus deiner Perspektivlosigkeit herauskommst? 

 

Ganz einfach: Mit Ehrlichkeit dir selbst gegenüber, Offenheit für Neues und Mut das Neue auch zuzulassen. 

 

Was für mich auch noch dazugehört ist: Den Satz “Ich muss” zu verbannen und durch ein “Ich will” auszutauschen. 

Denn dadurch motivierst du dich selbst am besten und startest direkt.

 

Aber wie erkennst du überhaupt, dass es keine Perspektive in deinem Job gibt?

Stell dir offen und ehrlich folgende Fragen:

 

  • Bearbeite ich immer nur die gleichen Aufgaben?
  • Habe ich Zweifel, dass die Aufgaben einen Sinn machen?
  • Schau ich morgens schon ständig auf die Uhr und sehne mich nach dem Feierabend?
  • Wird mir immer weitere Verantwortung übertragen?
  • Ertappe ich mich, dass ich neidisch bin auf Kolleg:innen, die einen beruflichen Schritt nach vorne machen?

 

Hast du mehrere Fragen mit Ja beantwortet? 

 

Dann ist es allerhöchste Eisenbahn für eine Neuorientierung und einen Perspektivenwechsel. 

 

Du bist selbst für deine Zufriedenheit im Job verantwortlich – niemand sonst. Also auch für eine mögliche Perspektivlosigkeit. 

 

So hart das gerade auch klingen mag.

 

Routine im Beruf

 

Routine im Job ist schön und gut, wenn aber die Abwechslung einer Monotonie weicht, kann das schnell zu Frust und Langeweile führen. 

Manche lieben diese Routine, da es für sie Jobsicherheit bedeutet. 

Anderen gehen fest eingefahrene Abläufe gehörig auf den Wecker. Sie sind davon gelangweilt und fühlen sich im Job unterfordert.

Tipp 8 und Tipp 9 in meinem Blogartikel “Todunglücklich im Job” sind hier eine gute Möglichkeit für Abwechslung.

 

Rückmeldungen

 

Wie oft führst du ein Gespräch mit deinem Vorgesetzten über deine Arbeitsergebnisse und deine Kompetenzen? 

 

Regelmäßig alle sechs Monate ist ein guter Zeitraum, in dem es sich auch Revue passieren lässt, was in der Zusammenarbeit gut lief und wo es noch Verbesserungspotential gibt. 

 

Und diese Rückmeldung sollte nicht einseitig vom Vorgesetzten zu dir gehen, sondern auch du solltest sagen dürfen, wo du Verbesserungspotential in der Zusammenarbeit siehst und was du dir wünscht.

 

Sinn im Job

 

Mach dir den Sinn deiner Arbeit bewusst – wozu ist das gut, was du täglich tust? 

Welche übergeordneten Prozesse gehören dazu?

Welches Ziel und welche Strategie wird damit verfolgt und steht dahinter? 

Welche Unternehmensziele werden durch deine Arbeit erreicht?

 

Wenn du weißt, warum deine Arbeit wichtig ist, erkennst du auch die dazugehörigen Zusammenhänge, den Sinn deiner Arbeit.

 

Status im Beruf

 

Wir können unterscheiden zwischen einem “erworbenen” Status, den du dir durch deine Leistungen und Fähigkeiten erarbeitet hast – dafür gibt es in der Regel kein Schild an der Türe und selten mehr Geld. 

 

Und dann gibt es noch den “zugeschriebenen Status”, der sozusagen “ererbt” wird. Da gibt es dann einen wundervoll klingenden Titel, der nach außen gezeigt und nicht durch eigene Aktivitäten bestimmt wird.

 

Heute sind diese Titel meist in englischer Sprache und dadurch oft vieldeutig einsetzbar. Sie sind wie eine Krone für den Stuhl auf dem gesessen wird. 

 

Schön klingende Berufsbezeichnung sind also auch ein Weg, Mitarbeiter zu motivieren. Wer viel Wert auf Äußerlichkeiten und Status legt, wird stolz seine Visitenkarte zeigen und die eigene Wichtigkeit demonstrieren. 

 

Ist dir dein Titel im Job wichtig? 

 

Stress – der tägliche Wahnsinn

 

Wer kennt ihn nicht, den täglichen Wahnsinn im Büro, der schnell stressig werden kann. 

 

Einerseits noch schnell ein Kundenangebot vorbereiten. Daneben die von der Kollegin erstellte Projektpräsentation überfliegen, damit sie startklar für die Online-Konferenz ist. Kollegenbesuche durch die offene Türe und Telefonate kommen auch noch dazu.

 

Kurzzeitig kann Stress dir helfen, deine Leistungen zu steigern, aber andauernder Druck ist gesundheitsgefährdend und killt deine eigene Motivation.

 

Gut 70 Prozent der Befragten der Arbeitszufriedenheits Studie gaben an, durch die Corona-Zeit im Homeoffice stressfreier in den Tag gestartet zu sein.

 

Und rund 32 Prozent sagten, dass dadurch der stressige Kontakt zu ungeliebten Kolleg:innen weggefallen war.

 

Stress nimmt jede von uns anders wahr. Die eine schläft schlecht oder quält sich morgens nur schwer aus dem Bett, andere gehen nach Feierabend erst mal in die Muckibude zum Stressabbau. 

 

Und wieder andere machen sich in der Freizeit Stress, weil sie nicht gelernt haben nein zu sagen. 

 

Mach dir bewusst, was dich stresst und überlege dir eine regelmäßige Kleinigkeit, wie du deinen täglichen Stresspegel senken kannst. 

 

Deine Gesundheit wird es dir danken.

 

Team – Toll ein anderer machts

 

Nee, so nicht. 

 

Echte Teams achten auf die jeweiligen wertvollen Potentiale der Teammitglieder und jeder kann seinen Beitrag zu einem guten Gesamtergebnis beitragen.

 

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass gerade während der zweijährigen Pandemiezeit viele mehr Spaß im Job hatten, wenn sie alleine arbeiten konnten. 

 

Jetzt freuen sie sich wieder das Team in live zu treffen und auf den Austausch im Büro.

 

Auch die Arbeitsbedingungen sind ein entscheidender Faktor für gute Teamarbeit. Wer in lauten Großraumbüros arbeiten darf, fühlt sich schneller gestresst. 

 

Bist du eine Teamplayerin?

 

Vereinbarkeit von Beruf und Familie

 

Vor allem Frauen leiden unter der Mehrfachbelastung von Beruf, Kinder, Haushalt.

Frauen haben tagtäglich viele verschiedene Rollen, die sie unter einen Hut bekommen müssen.

 

Für mich ist Vereinbarkeit eine Familienaufgabe

 

Verantwortung im Beruf

 

Wieviel Verantwortung hast du bereits in deinem Job? Macht dich diese Verantwortung glücklich? 

 

Willst du mehr Verantwortung übernehmen? Dann solltest du deinem Vorgesetzten beweisen, dass du auch für verantwortungsvollere Aufgaben geeignet bist.

 

Ergreif die Initiative. Zeig deinem Chef oder deiner Chefin was du kannst und handle eigenverantwortlich. Und hole dir aktiv Feedback zu deinen Projekten und deiner Arbeitsweise.

 

Wachstum (persönliches) und Weiterbildung

 

Lebenslanges Lernen ist für eine erfolgreiche Karriere zwingend notwendig. 

 

Damit du weitere Aufgaben und dadurch mehr Verantwortung im Job übernehmen kannst, solltest du konsequent auf dem aktuellen Stand in deinem Fachgebiet sein.

 

Dein Vorgesetzter sollte sehen können, dass du dein Aufgabengebiet mit bestem Wissen und Gewissen erledigst.

 

Überprüfe für dich selbst:

 

  • Hast du Wissenslücken?
  • Bist du mit deinem Aufgabengebiet unzufrieden?
  • Willst du an deinem derzeitigen Gehalt etwas ändern?
  • Willst du dich beruflich neu orientieren?

 

Wenn ja, dann solltest du darüber nachdenken, dich beruflich weiterzubilden und persönlich weiterzuentwickeln.

 

Je größer dein Wissen ist, desto größer ist die Chance auf der Karriereleiter nach oben zu klettern und mehr Gehalt zu bekommen. 

 

So wirst du für deinen Arbeitgeber schwer zu ersetzen – gerade in Zeiten des Fachkräftemangels.

 

Achte aber darauf, dass deine Weiterbildung einen Nutzen für das Unternehmen hat und dein neu erlerntes Wissen einen Mehrwert bietet. 

 

Wertschätzung

 

Wertschätzung geht im beruflichen Kontext immer in beide Richtungen. 

 

Welche Werte dir wichtig sind, kann niemand anderes bestimmen, als du selbst. Werte bilden sich immer aus eigenen Erfahrungen. 

Zum Beispiel werde ich ordentlich sein, wenn ich es selbst als wichtig erfahren habe und nicht, weil mir meine Mutter zum zehnten Mal gesagt hatte, es sei wichtig.

Wie viele deiner persönlichen Werte kannst du in deinem Beruf verwirklichen? Und welche nicht?

Tipp 3 und Tipp 4 im Blogartikel “Todunglücklich im Job” geben dir einige Hinweise und eine Anleitung, wie du herausfindest, was dir wichtig ist.

 

Work-Life-Balance

 

Dieses Wort können viele schon nicht mehr hören. 

 

Mich eingeschlossen. 

 

Ohne die Beachtung deiner Bedürfnisse kommst du im Beruf aber nicht vorwärts.

 

Im Blogbeitrag “Die wichtigste Person in deinem Leben” lernst du dich und deine Bedürfnisse besser kennen und kannst so gezielt deine Work-Life-Balance verbessern.

 

 

Zusammenfassung

 

Abwechslung in deinen Aufgaben, Entscheidungsfreiheit, Entwicklungsmöglichkeiten und nicht zuletzt dein Chef tragen ganz entscheidend zu deiner Zufriedenheit im Beruf bei.

 

Stell doch deinem Job einfach mal ein Zeugnis aus!

 

Erstell dir eine Liste zu den Fragen: 

Was gefällt dir an deinem Job und was eher weniger? 

Wie ist es zu deiner möglichen Perspektivlosigkeit gekommen?

 

Damit bekommst du einen guten Überblick und kannst den ersten Schritt in Angriff nehmen, damit dir deine Arbeit wieder mehr Spaß macht. 

 

Denn wenn die Situation im Büro dich über längere Zeit runterzieht, hat das Folgen für deine körperlich und psychische Gesundheit und wirkt sich meist auch auf das Privatleben aus. 

 

Mach dir dabei auch Gedanken über deine beruflichen Ziele, denn nur wenn du weißt, wo du hin willst, kommst du am Ende auch dort an.

 

📚 Lesetipp:

  1. Unglücklich im Job? 28 Warnzeichen deines Körpers, dass du dringend etwas ändern musst
  1. Todunglücklich im Job – Was tun? – 22 außergewöhnliche Tipps wie du das schnell änderst
  2. Die wichtigste Person in deinem Leben und ihre Bedürfnisse

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