Berufliche Neuorientierung mit KI: Was passt zu dir?

 

Du funktionierst im Job, aber innerlich wächst dein Wunsch nach Veränderung. Nur wohin? KI kann dir helfen, deine Gedanken zu sortieren und Möglichkeiten zu entdecken. Schau dir an, wie du sie nutzt, ohne deine Zukunft gleich aus der Hand zu geben.

 

Berufliche Neuorientierung mit KI: Wie du herausfindest, was zu dir passt

 

Nach einem langen Arbeitstag sitzt du mal wieder auf dem Sofa. Heute hast du mal wieder Aufgaben erledigt, die dringend waren, aber mit dem, was du eigentlich gerne machst, wenig zu tun hatten. Du hast manchmal das Gefühl, so müsste es sich im Schleudergang deiner Waschmaschine anfühlen. Und morgen geht das Ganze von vorne los.

Deshalb öffnest du ChatGPT und tippst einfach mal ein: Welcher Beruf passt zu mir?

Die Antwort kommt meistens sehr schnell, denn „Chatty“ will dich ja unterstützen und dir gefallen. Da taucht dann möglicherweise Projektmanagement, Beratung, Vertrieb, vielleicht auch was Kreatives auf. Du liest die Vorschläge und denkst: Ja, könnte sein. Aber woher weiß ich, ob es mir dort wirklich besser geht?

Genau dann lohnt es sich tatsächlich, mal genauer hinzuschauen.

Berufliche Neuorientierung mit KI kann dir zunächst helfen, deine Gedanken zu sortieren und neue Möglichkeiten zu entdecken.

Damit daraus aber eine wirklich passende Richtung entsteht, die auch zu dir und deiner Persönlichkeit passt, braucht es weit mehr als eine Liste mit Jobtiteln.

 

Warum eine Liste mit Berufen deinen Jobfrust noch nicht wirklich löst

 

Wenn du unzufrieden in deinem Job bist, kommen viele schnell auf den Gedanken „ich brauch was anderes“. Vielleicht schaust du deshalb schon regelmäßig in die Stellenanzeigen und hoffst, dass bei einer davon endlich was für dich dabei ist und dich so anspringt, dass du sagst, ja, genau das ist es.

Doch was suchst du eigentlich?

Hast du schon mal drüber nachgedacht? Sind es andere Aufgaben? Mehr Ruhe beim Bearbeiten? Eine Führungskraft, die dich ernst nimmt? Oder mehr Möglichkeit, deine Stärken zu nutzen, die in deinem jetzigen Job so gar nicht gefragt sind?

Das macht einen gewaltigen Unterschied, denn du kannst das Unternehmen einfach wechseln und trotzdem wieder in einer Rolle landen, in der du für alles zuständig bist und kaum etwas selbst entscheiden darfst.

Und dann stellst du fest „Ich bin vom Regen in die Traufe gekommen, und hab nichts gewonnen.“

Stell dir eine Projektkoordinatorin vor, die ihren Beruf inzwischen nur noch anstrengend findet. Sie organisiert gerne, behält Zusammenhänge im Blick und arbeitet sich mit viel Elan auch in schwierige Themen ein. Was sie jedoch belastet, sind die kurzfristigen, ständigen Änderungen, widersprüchliche Vorgaben von Kunden oder Vorgesetzten und die Erwartung, auch noch jederzeit erreichbar zu sein.

Eine Empfehlung für einen völlig anderen Beruf würde an ihrem eigentlichen Problem tatsächlich vorbeigehen. Vielleicht braucht sie ein Umfeld mit verlässlichen Absprachen und einer besser abgegrenzten Rolle.

Bevor du nach neuen Berufen suchst, lohnt sich deshalb die Frage: Was genau passt an meinem jetzigen Arbeitsalltag nicht mehr zu mir?

 

Was KI bei der beruflichen Neuorientierung trotzdem kann

 

Du kannst KI nutzen, um deine Beobachtungen zu ordnen, deine Fragen zu sammeln oder verschiedene Möglichkeiten gedanklich durchzugehen.

Gerade wenn in deinem Kopf alles durcheinanderfliegt wie im Schleudergang, kann ein strukturierter Austausch ein hilfreicher erster Anfang sein.

 

Schau dir deinen Arbeitsalltag genauer an

 

Schreib dir zuerst mal drei konkrete Situationen auf:

  • eine, die dich geärgert hat,
  • eine, die dich viel Kraft gekostet hat,
  • und eine, bei der du gerne gearbeitet hast.

 

Bitte die KI anschließend, dir Fragen dazu zu stellen. Zum Beispiel:

Hilf mir, diese drei Arbeitssituationen genauer zu analysieren.

Stelle mir jeweils eine Frage und warte auf meine Antwort. Unterscheide zwischen Aufgaben, Zusammenarbeit und Arbeitsbedingungen. Schlage zunächst keine Berufe vor.

 

Vielleicht merkst du dabei auch, dass dich deine Aufgaben trotzdem noch interessieren. Was dir fehlt, ist Zeit, sie ordentlich zu erledigen.

Oder du merkst, dass du deinen Job zwar gut machst, aber schon lange nicht mehr gerne zur Arbeit gehst.

Deshalb lohnt es sich, genauer hinzuschauen: Brauchst du bessere Bedingungen, um wieder gerne zu arbeiten, oder möchtest du andere Aufgaben übernehmen?

 

 

Stärken, Wünschen und Arbeitsbedingungen für einen passenden Job

 

 

Wie du Fähigkeiten hinter alltäglichen Aufgaben entdeckst

 

Was du gut kannst, kommt dir möglicherweise völlig selbstverständlich vor. Du bereitest Besprechungen vor, hältst Termine zusammen oder erklärst Kolleginnen ein kompliziertes Thema so, dass sie damit weiterarbeiten können.

Für dich gehört das einfach zu deinem Job dazu. Dabei nutzt du Fähigkeiten, die auch bei anderen Aufgaben oder in einem anderen Beruf gefragt sein könnten.

 

Beschreib der KI einfach mal eine Aufgabe aus deinem Arbeitsalltag und erzähle, wie du dabei vorgehst. Frag sie dann dann:

Welche Fähigkeiten nutze ich bei dieser Aufgabe? Erkläre mir anhand meines Beispiels, wie du darauf kommst. Wenn dir etwas fehlt, frag bitte nach.

Schau dir die Antworten in Ruhe an: Passt das zu dir? Und machst du das wirklich gerne oder kannst du es einfach nur gut?

 

Nur weil du etwas gut kannst, heißt das auch noch lange nicht, dass du es gerne machst.

 

Wenn du immer wieder einspringst und alles hinbekommst, und auch Chaos zuverlässig auffängst, möchtest du deshalb noch lange keinen Job, in dem genau das jeden Tag von dir erwartet wird.

 

Berufliche Möglichkeiten weiterdenken

 

Wenn du weißt, welche Aufgaben du gerne machst und was du brauchst, um dich im Job wohlzufühlen, kannst du viel gezielter schauen, was beruflich für dich infrage kommt.

Eine Mitarbeiterin im Vertriebsinnendienst hilft zum Beispiel gerne Kunden weiter, arbeitet gründlich und kann Abläufe gut erklären.

Aber sie möchte nicht mehr ständig unter Druck stehen, noch mehr zu verkaufen, und bei jeder Beschwerde alleine dafür sorgen müssen, dass die Kunden wieder zufrieden sind.

Sie könnte die KI fragen, in welchen anderen Berufen sie ihre Erfahrung und Fähigkeiten nutzen kann.

Die Vorschläge schaut sie sich dann genauer an:

Was würde sie dort jeden Tag machen?

Was bringt sie dafür schon mit und was müsste sie noch lernen?

Und würde ihr dieser Arbeitsalltag überhaupt gefallen?

Mehr dazu findest du auch in meinem Beitrag Jobwechsel mit KI.

 

Wo du KI-Antworten genauer prüfen solltest

 

Wenn die KI dir eine ausführliche Antwort gibt, klingt die meistens erst mal richtig gut und durchdacht. Doch sie weiß nur das über dich, was du ihr geschrieben hast. Vielleicht fehlt etwas Wichtiges, vielleicht stimmt eine Aussage überhaupt nicht. Deshalb kann ein Berufsvorschlag auf den ersten Blick passend erscheinen, obwohl er mit deinem Arbeitsalltag und deinen beruflichen Wünschen wenig zu tun hat.

Nur weil du gerne anderen Menschen hilfst, ist ein Beruf in der Beratung noch lange nicht das Richtige für dich. Vielleicht unterstützt du deine Kolleginnen gerne, brauchst aber auch Zeit, in der du in Ruhe vor dich hinarbeiten kannst. Oder du möchtest dich gar nicht jeden Tag mit den Sorgen und Problemen anderer beschäftigen.

 

Und selbst wenn dir die KI mögliche Weiterbildungen, Gehälter oder offene Stellen nennt, solltest du genauer nachschauen, ob die Angaben stimmen und noch aktuell sind.

Das gilt genauso für die Frage, welche Ausbildung oder Erfahrung du für einen Beruf brauchst. Lass dir die Links dazu geben und lies selbst durch, bevor du deine nächsten Schritte planst.

Ein Tipp noch dazu: Frag die KI auch, was gegen einen Vorschlag sprechen könnte:

Was könnte an diesem Beruf für mich schwierig sein?

Was hast du über mich vermutet, ohne es zu wissen?

Und was sollte ich noch herausfinden, bevor ich mich näher damit beschäftige?

So kannst du danach besser einschätzen, ob der Vorschlag wirklich zu dir passt oder sich einfach nur mal wieder gut anhört, weil dir „Chatty“ gefallen will.

 

Warum persönliche Begleitung trotzdem wertvoll ist

 

Manchmal weißt du schon, was dich belastet, aber trotzdem fällt dir der nächste, erste kleine Schritt noch schwer.

Du möchtest deinem Chef sagen, dass die Aufgabenmenge inzwischen zu groß geworden ist, aber wenn du dir das Gespräch nur vorstellst, bekommst du Herzrasen und denkst an deine Kolleginnen, die dann womöglich mehr übernehmen müssten.

Oder dir springt eine interessante Stellenanzeige ins Gesicht und wischt die Anzeige weg, weil du noch nicht jede der aufgelisteten Anforderung mitbringst, obwohl du dich immer schnell in neue Aufgaben einarbeitest.

Dabei geht es auch darum, was du dir zutraust, wofür du dich verantwortlich fühlst und welche Horrorszenarien sich in deinem Kopf abspielen.

In einem persönlichen Coaching können wir solche Gedanken gemeinsam anschauen, schauen, wo sie herkommen, nachfragen und unterschiedliche Wege beurteilen. Dabei zählt aber immer deine gesamte Situation. Also einerseits dein Arbeitsalltag, aber auch deine Wünsche und das Leben außerhalb des Büros.

Für deine Neuorientierung finde ich es viel hilfreicher, dass du dir die Frage stellst, welche Unterstützung du gerade brauchst, damit du wirklich weiterkommst?

 

Berufliche Neuorientierung mit KI, drei Schritte für deinen Anfang

 

Sammle konkrete Beispiele aus deinem Alltag

 

Notiere eine Woche lang, welche Aufgaben dir Freude machen, wann du dich selbst mal wieder übergehst und was dir Energie zieht. Zehn Minuten am Abend reichen dafür vollkommen aus.

Achte aber auf konkrete Situationen. Aus dem Satz Ich werde nicht wertgeschätzt mach besser beispielsweise ein: Mein Vorschlag wurde im Meeting übergangen und später von einem Kollegen in anderer Form vorgestellt.

Damit kannst du genauer draufschauen, was dir fehlt und was sich verändern müsste.

 

Formuliere deine persönlichen Bedingungen die du brauchst

 

Aus deinen Beobachtungen kannst du für dich die ersten Kriterien festlegen. Vielleicht möchtest du mehr Verantwortung, weniger spontane Zusatzaufgaben übernehmen oder Entscheidungen nachvollziehen können.

Stell dir dazu einen ganz normalen Dienstag vor.

 

Welche Aufgaben erledigst du?

Wie stimmen sich die Kollegen mit dir ab?

Wann endet dein Arbeitstag, und wie viel Energie bleibt danach für dich noch übrig?

 

Eine Teamleiterin merkt dadurch vielleicht eher, dass sie gerne noch mehr Verantwortung tragen möchte. Was sie dazu braucht, sind ein größerer Entscheidungsspielraum und eine Führungskraft, die ihr das zutraut, aber auch bei schwierigen Themen erreichbar ist.

Das ist wesentlich greifbarer als der Wunsch nach einem besseren Job.

 

Mach einen ersten Schritt vom Nachdenken zum Ausprobieren

 

Vielleicht ist bei den Vorschlägen der KI etwas dabei, das dich neugierig macht. Dann schau dir diese Möglichkeit in Ruhe genauer an.

Du könntest mit einer Frau sprechen, die in diesem Beruf arbeitet, oder auch in deinem Unternehmen nachfragen, ob es Aufgabenbereiche gibt, die noch besser zu dir passen. Auch das Sichten von Stellenanzeigen können dir helfen, besser einzuschätzen, ob du dort das findest, was dir heute fehlt.

Frag beim Interview der Frau ruhig, was ihr an der Arbeit Freude macht und was sie anstrengend findet. Denn ein Jobtitel kann sich noch so gut anhören, entscheidend ist, wie dein Alltag dort aussehen würde und ob du dich damit wohlfühlst.

Du brauchst also noch keine fertige Entscheidung. Mit jedem Gespräch und jeder neuen Information kannst du besser einschätzen, was dir gefallen könnte und was du lieber nicht mehr möchtest.

Hier liest du warum der nächste kleine Schritt reicht.

 

Dein Job darf auch zu dir und deinem Leben passen

 

Vielleicht hast du lange gedacht, dass du dich einfach noch mehr anstrengen musst, damit es im Job besser läuft. Du hast zusätzliche Aufgaben übernommen, dich noch gründlicher vorbereitet und gehofft, dass es irgendwann weniger anstrengend wird.

Dabei ist die Frage, was du selbst brauchst und gerne möchtest, womöglich immer wieder und auch immer weiter in den Hintergrund verdrängt worden.

Dafür darfst du dir jetzt Zeit nehmen.

KI kann dir helfen, deine Gedanken zu sortieren und Ideen zu entdecken.

Ob diese Ideen letztendlich auch zu dir passen, findest du heraus, indem du genauer hinschaust:

Würde ich das gerne machen?

Passt das zu meinem Leben?

Und was möchte ich darüber hinaus noch erfahren?

Wenn du merkst, dass du alleine immer wieder bei denselben Fragen hängen bleibst, schauen wir im Balance-Gespräch gemeinsam hin:

Was macht dir gerade zu schaffen, was möchtest du verändern und wie kann ich dich dabei unterstützen?

 

Karriere Coaching für Frauen

Mein Balance-Gespräch ist kostenfrei und unverbindlich.

Hier kannst du dein Balance-Gespräch buchen.

 

 

Brigitte Kleinhenz
Über die Autorin

Brigitte Kleinhenz ist Berufspädagogin und systemischer Coach. Seit über 25 Jahren arbeitet sie im HR Bereich und der Personalentwicklung. Sie unterstützt Frauen dabei, ihren Job wieder passend zu machen: mit Neuorientierung, Job Feintuning und stimmigen nächsten Schritten. Sie schreibt über berufliche Balance und Karrierewege und begleitet ihre Kundinnen ausschließlich online.

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Bilder und Grafiken mit einer Canva Pro Lizenz genutzt. ©Canva

Fotos: Sabine Kristan

 

Fragen zur beruflichen Neuorientierung mit KI

 

Wie kann KI bei der beruflichen Neuorientierung helfen?

KI kann dir helfen, Erfahrungen zu ordnen, mögliche Fähigkeiten zu beschreiben und berufliche Optionen zu erkunden. Die Ergebnisse dienen als Grundlage zum Weiterdenken und sollten anhand deines Alltags und verlässlicher Quellen geprüft werden.

 

Kann ChatGPT herausfinden, welcher Beruf zu mir passt?

ChatGPT kann auf Basis deiner Angaben Vorschläge entwickeln. Ob ein Beruf zu dir passt, prüfst du anhand seiner tatsächlichen Aufgaben, deiner Wünsche, deiner Fähigkeiten und deiner Lebenssituation.

 

Welche Informationen braucht KI für hilfreiche Berufsvorschläge?

Hilfreich sind konkrete Beispiele aus deinem Arbeitsalltag, deine Interessen, Fähigkeiten und gewünschten Arbeitsbedingungen. Beschreibe außerdem, was dich belastet und was du künftig verändern möchtest.

 

Kann KI ein persönliches Karrierecoaching ersetzen?

Für einzelne Aufgaben kann KI eine Unterstützung sein. Persönliche Begleitung bietet Raum, um Unsicherheit, innere Hindernisse und Entscheidungen im Zusammenhang mit deiner gesamten Situation zu bearbeiten.

 

Wie gehe ich mit persönlichen Daten im KI-Chat um?

Verwende für erste Übungen anonymisierte Beispiele ohne Namen, Kontaktdaten oder vertrauliche Unternehmensinformationen. Prüfe vor dem Teilen persönlicher Inhalte die Datenschutzbedingungen und Einstellungen des jeweiligen Anbieters.

 

Was ist ein sinnvoller erster Schritt zur beruflichen Neuorientierung?

Sammle konkrete Situationen, die dir im Job Freude machen oder Kraft kosten. Daraus lassen sich erste Kriterien dafür ableiten, welche Aufgaben und Arbeitsbedingungen künftig besser zu dir passen könnten.

Unzufrieden im Job? 9 Anzeichen und was dahintersteckt

 

Eigentlich ist dein Job doch gar nicht so schlecht. Und trotzdem denkst du immer öfter: So will ich nicht noch Jahre weitermachen. Wenn du unzufrieden im Job bist, lohnt es sich hinzuschauen, was dir fehlt und was sich verändern muss, damit es wieder passt.

 

Unzufrieden im Job: 9 Anzeichen und was wirklich dahintersteckt

 

Vielleicht ist dein Job gar nicht so schlecht?

Das Gehalt kommt pünktlich, du verstehst dich mit den meisten Kolleginnen und Kollegen und deine Aufgaben bekommst du hin. Wer von außen draufschaut, findet vermutlich keinen vernünftigen Grund, unzufrieden zu sein.

Und trotzdem ertappst du dich immer wieder bei dem Gedanken: So möchte und kann ich nicht noch die nächsten Jahre weitermachen.

Vermutlich schiebst du diesen Gedanken immer wieder beiseite, denn schließlich hat jeder mal einen schlechten Tag. Arbeit ist eben Arbeit und woanders ist auch nicht alles besser.

Da hast du wahrscheinlich sogar recht.

Nur erklärt es nicht, warum du sonntags Nachmittag schon an den Montag denkst. Warum du morgens länger brauchst, um dich aufzuraffen und dich Dinge nerven, die du früher einfach nebenbei erledigt hast. Oder warum du abends zwar Feierabend hast, dein Kopf aber noch lange nicht, weil er über das letzte Gespräch mit dem Chef nachdenkt.

Wenn du unzufrieden im Job bist, zeigt sich das nicht immer gleich mit einem großen Knall, meistens fängt es langsam an. Ähnlich wie bei einer Grippe, die startet auch nicht gleich mit 39 Grad Fieber, sondern erst fängt die Nase an zu triefen und womöglich dröhnt der Kopf und dann kommen nach und nach die Gliederschmerzen und das Gefühl vollkommen platt zu sein.

Und genau deshalb lohnt es sich, mal genauer hinzuschauen.

 

Unzufrieden im Job oder einfach nur eine schlechte Phase?

 

Ein mieser Montag bedeutet noch nicht gleich, dass du den falschen Job hast.

Es gibt stressige Projekte, anstrengende Wochen und Phasen, in denen du den nächsten Urlaub herbeisehnst. Und wenn dann privat auch noch einiges los ist, dann wird selbst ein eigentlich guter Job zu viel.

Der Unterschied liegt aber vor allem darin, wie lange das Gefühl schon da ist und wie viel Raum es inzwischen bei dir einnimmt.

Wenn du nach einem stressigen Projekt wieder aufatmest und merkst: Jetzt geht es wieder, war es vermutlich tatsächlich nur eine Phase.

Wenn du aber seit Monaten denkst, dass du dich nur noch von Wochenende zu Wochenende hangelst und Abends „auf dem Zahnfleisch“ platt auf der Coach liegst, lohnt sich ein zweiter Blick.

Vor allem dann, wenn du dich selbst kaum noch wiedererkennst.

 

1. Du denkst immer öfter: Ich will hier einfach nur noch weg, raus aus dieser Situation

 

Ich erlebe es immer wieder, dass eine berufliche Unzufriedenheit mit einem Satz, der plötzlich im Kopf auftaucht, beginnt:

Ich will hier weg.

Meistens noch ohne Plan oder neuen Job in Aussicht. Meistens sogar ohne zu wissen, was genau dich so wirklich stört.

Du willst einfach nur raus.

Das ist ein ziemlich deutlicher Hinweis darauf, dass etwas nicht mehr passt. Es bedeutet aber noch lange nicht automatisch, dass du kündigen solltest.

Warum? Weil der Wunsch zu kündigen oft nicht das eigentliche Problem ist.

Vielleicht willst du gar nicht aus deinem Beruf raus, weil er dir im Grunde genommen immer noch Spaß macht. Womöglich willst du raus aus einer bestimmten Führungssituation oder der ständigen Überlastung. Aus einer Rolle, in der du seit Jahren Aufgaben übernimmst, die dir weder liegen noch Freude machen.

Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels wird die Arbeitswelt herausfordernder, das kann die KI oder neue Tools gar nicht so schnell abfangen.

Deshalb würde ich aus dem Gedanken „Ich will weg“ nicht sofort in die nächste Frage springen: Wohin soll ich wechseln?

Frag dich zuallererst mal:

Wovon genau will ich eigentlich weg?

Die Antwort darauf verändert oft schon den eigenen Blick auf die Situation und ist wichtig, damit du nicht unüberlegt einen „Schnellschuss“ machst, den du später bereust.

 

2. Sonntagabend fühlt sich irgendwie ganz anders an

 

Sonntagabend, also eigentlich ja noch Wochenende, aber innerlich bist du längst bei Montagfrüh.

Du denkst an die Besprechung am Vormittag, an die Präsentation, die dein Chef vermutlich wieder auseinandernehmen wird, an die 37 ungelesenen Mails und an die Kollegin, die sich Donnerstag krank gemeldet hat und deren Aufgaben am Ende wahrscheinlich wieder bei dir landen.

Und schon ist die Erholung vom Wochenende gefühlt futsch.

Wenn du unzufrieden im Job bist, macht sich das oft schon lange vor dem eigentlichen Arbeitsbeginn bemerkbar.

Der Job nimmt sich immer mehr Raum, obwohl du gar nicht arbeitest.

Natürlich denkt fast jeder mal am Sonntagabend an Montag, aber wenn du regelmäßig merkst, dass deine Stimmung kippt, sobald die neue Arbeitswoche näherkommt, dann wird es doch langsam problematisch.

Dann lohnt es sich auch mal folgende Frage zu beantworten:

Was genau macht den Gedanken an Montag so schwer?

 

  • Ist es die Menge der Arbeitsaufgaben?
  • Ein bestimmter Mensch?
  • Eine gewisse Aufgabe?
  • Das Gefühl, nie fertig zu werden?
  • Oder die Tatsache, dass du in deinem Job kaum noch etwas findest, auf das du dich freust?

 

Je genauer du hinschaust, desto eher erkennst du, wo deine Unzufriedenheit wirklich herkommt.

 

3. Du funktionierst wie ein Uhrwerk, aber Spaß macht dir dein Job kaum noch

 

Das ist sehe ich leider sehr oft bei Frauen, die zuverlässig sind.

Du lieferst, hältst Termine ein und springst ein, wenn irgendwo etwas fehlt.

Und wenn es brennt, wissen alle sofort, wen sie fragen können.

Dich.

Deshalb fällt vermutlich lange niemandem auf, dass du unzufrieden im Job bist.

Manchmal nicht mal dir selbst.

Denn von außen gesehen läuft doch alles.

Nur innerlich in dir ist das Feuer weg und lodert immer weniger, fast so als wenn der Sauerstoff langsam ausgeht.

Du freust dich nicht mehr, wenn ein Projekt gut gelaufen ist. Bist nicht mehr Stolz auf das, was du geschafft hast und hast kein echtes Interesse mehr an Aufgaben, für die du früher auch noch gerne eine zusätzliche Idee entwickelt hast.

Du funktionierst einfach, wie ein Uhrwerk.

Und glaub mir, Funktionieren ist nicht dasselbe wie zufrieden sein.

Eine Kundin beschrieb mir mal genau dieses Gefühl.

Beruflich lief bei ihr alles. Sie wurde gebraucht, bekam Verantwortung und war fachlich richtig gut. Und trotzdem fragte sie sich immer öfter, warum sie sich morgens überhaupt noch an den Schreibtisch setzt.

Sie konnte ihre Stärken in ihrer Rolle kaum noch nutzen.

Und das macht im Beruf einen gewaltigen Unterschied.

 

4. Kleinigkeiten bringen dich schneller auf die Palme

 

Der Kollege fragt zum dritten Mal nach einer Information, die in der Mail von letzter Woche steht.

Früher hättest du ihm das kurz gesagt.

Heute möchtest du den Laptop zuklappen und in den nächsten Zug nach irgendwohin steigen.

Natürlich liegt es nicht an dieser einen Frage.

Aber wenn dein Geduldsfaden im Job immer dünner wird, steckt oft mehr dahinter.

  • Vielleicht schluckst du schon lange Dinge runter.
  • Womöglich bist du ständig über deiner Belastungsgrenze.
  • Vielleicht fehlt dir Wertschätzung, die du dir wünscht.
  • Oder du hast das Gefühl, dass von dir immer mehr erwartet wird, ohne dass jemand fragt, ob du das überhaupt noch leisten kannst.

Dann wird so eine harmlose Frage des Kollegen irgendwann zum einzelnen Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt.

Statt dich aber darüber zu ärgern, dass du so gereizt bist, schau lieber, was sich da in dir an Gedanken, Wünschen und Herausforderungen angesammelt hat.

 

5. Du kannst deine Stärken gar nicht mehr nutzen

 

Stell dir mal vor, du bist richtig gut darin, Zusammenhänge zu erkennen, Ideen zu entwickeln und Projekte voranzutreiben.

Dein Arbeitsalltag besteht aber inzwischen überwiegend aus Tabellen, Abstimmungen und Verwaltungsaufgaben.

Oder du liebst es, dich intensiv in ein Thema einzuarbeiten, sitzt inzwischen aber den halben Tag in Meetings, wo du dich fragst, ob es nicht auch zielführender geht.

Du kannst deinen Job dann trotzdem machen, vielleicht sogar sehr gut.

Aber genau sowas macht es manchmal schwer zu erkennen, warum du unzufrieden im Job bist.

Wir denken schnell: Wenn ich etwas gut kann, müsste es doch zu mir passen.

Neeeein.

Du kannst in etwas richtig gut sein und trotzdem jeden Tag ein kleines bisschen mehr davon genervt sein.

Deshalb schau nicht nur darauf, was du kannst.

Schau auch darauf, was du gerne einsetzt.

Deine Wohlfühlstärken sind die Fähigkeiten, bei denen du nicht nur gute Ergebnisse lieferst, sondern bei denen du dich währenddessen auch richtig fühlst.

Wenn du tiefer in das Thema Wohlfühlstärken eintauchen willst, dann entdecke deinen Wohlfühlstärken-Code.

 

 

Wohlfühlstärken entdecken

6. Du bekommst Anerkennung und trotzdem kommt sie nicht mehr bei dir an

 

Dein Chef lobt das Ergebnis und die Kollegin bedankt sich. Das Projekt war erfolgreich.

Und du denkst nur: Ja, okay.

Wenn Anerkennung sich für dich nicht mehr danach anfühlt, kann das daran liegen, dass du innerlich längst auf Abstand gegangen bist.

Du hast vielleicht zu oft erlebt, dass dein Einsatz als selbstverständlich hingenommen wurde. Womöglich hast du dich jahrelang reingehängt und irgendwann gemerkt, dass es am Ende keinen wirklichen Unterschied macht.

Oder die Anerkennung gilt Dingen, die dir selbst gar nicht mehr wichtig sind.

Du wirst zum Beispiel dafür gelobt, dass du jederzeit einspringst. Dabei würdest du viel lieber endlich nicht mehr diejenige sein, die immer die Kohlen aus dem Feuer holt.

Dann fühlt sich auch ein gut gemeintes Lob irgendwann seltsam schief an.

 

7. Du passt dich immer mehr an und erkennst dich selbst kaum wieder

 

Eigentlich hast du gute Ideen, aber du sagst sie nicht mehr.

Oder du findest die Entscheidung im Projekt falsch, sagst aber nichts dazu.

Oder du wolltest du dieses Jahr endlich weniger Überstunden machen und sitzt trotzdem wieder viel zu lange vor dem Rechner, weil du das Team nicht hängen lassen willst.

Wenn du lange Zeit in einem Umfeld arbeitest, das nicht mehr zu dir passt, gewöhnst du dich manchmal daran, dich selbst Stück für Stück zurückzunehmen.

Du überlegst dann nicht mehr: Was halte ich von der Idee? Sondern eher: Was wird von mir erwartet?

Das funktioniert eine ganze Weile gut, macht dich aber nur selten zufrieden.

Schreib deshalb mal drei Situationen der letzten zwei Wochen auf, in denen du etwas getan, zugesagt oder geschluckt hast, obwohl du eigentlich etwas anderes wolltest.

Da steckt oft mehr drin als in jeder Suche im Jobportal.

 

8. Deine Arbeit bleibt nach Feierabend im Kopf

 

Der Rechner ist endlich aus, dein Gehirn leider nicht.

Beim Kochen fällt dir ein, dass du noch auf eine Mail antworten musst. Unter der Dusche gehst du das Gespräch mit deinem Kollegen noch mal durch und im Bett fällt dir plötzlich ein Fehler in der Präsentation ein.

Und morgens beginnt das Ganze von vorne.

Wenn dein Job gedanklich immer mehr Zeit in deinem Privatleben einnimmt, fehlt dir echte Erholung.

Es geht aber nicht darum, nie über die Arbeit nachzudenken. Wenn dir auf dem Spaziergang eine gute Idee für ein Projekt kommt, ist das etwas anderes als ständiges Grübeln über Dinge, die noch erledigt werden müssen.

Achte deshalb darauf, wie du an deine Arbeit denkst.

Mit Interesse? Oder ist es eher mit Druck?

 

9. Du fragst dich immer öfter, ob das wirklich noch alles sein soll

 

Dieser Gedanke taucht oft in Situationen auf, wo er nicht gehört.

Vielleicht sitzt du in einer Besprechung, hörst jemandem zu und denkst plötzlich:

Will ich das in fünf Jahren immer noch machen?

Und du erschrickst ein bisschen über deine eigene, innere Antwort.

 

Gerade wenn du schon einige Jahre Berufserfahrung hast, kann irgendwann dieser Punkt auftauchen, einfach, weil du dich verändert hast.

Was mit 28 gut gepasst hat, muss mit 38 nicht mehr passen.

Vielleicht sind dir andere Dinge wichtig geworden. Womöglich willst du künftig mehr Verantwortung oder gerade weniger davon. Oder du willst mehr gestalten, statt nur abzuarbeiten. Vielleicht möchtest du endlich Aufgaben machen, bei denen du merkst: Genau da bin ich richtig gut und habe Freude daran.

Dein Job darf sich mit dir verändern.

 

Unzufrieden im Job: Musst du jetzt gleich kündigen?

 

Neeeein. Definitiv nicht.

Ich halte wenig davon, aus beruflicher Unzufriedenheit heraus sofort eine Kündigung in den Ring zu schmeißen.

Denn bevor du entscheidest, ob du gehst, solltest du wissen, was eigentlich nicht mehr passt.

Sonst besteht die große Gefahr, dass du zwar den Arbeitgeber wechselst, aber dein eigentliches Problem auch mitnimmst.

Nehmen wir an, du fühlst dich ständig überlastet, weil du Aufgaben übernimmst, bevor überhaupt jemand gefragt hat. Du kündigst und findest einen neuen Job.

Wenn du dort wieder automatisch für alles zuständig bist, sitzt du ein Jahr später möglicherweise mit demselben Problem an einem anderen Schreibtisch.

Deshalb lohnt es sich, erst mal zu sortieren.

 

Was tun, wenn du unzufrieden im Job bist? 4 erste Schritte

 

1. Hör auf, deine Unzufriedenheit dir selbst immer wieder kleinzureden

 

„Andere haben schlechtere Jobs.“

„Du verdienst doch gut.“

„Eigentlich kannst du froh sein über so einen Job.“

Jaaaa, und trotzdem darf dein Job nicht mehr zu dir passen.

Du brauchst keinen dramatischen Grund, um deine berufliche Situation zu hinterfragen.

Der Satz „Ich möchte so nicht weitermachen“ reicht für dich erst mal völlig aus.

 

2. Beobachte zwei Wochen lang, was dich im Job wirklich stört

 

Nicht nur ganz allgemein: Mein Job nervt, sondern werde konkreter.

Schreib dir zwei Wochen lang Situationen auf, in denen du merkst, dass deine Stimmung kippt.

Was ist passiert?

Wer war beteiligt?

Was genau hat dich gestört?

Daneben schreibst du Situationen, die sich gut angefühlt haben.

Vielleicht stellst du plötzlich fest: Deine eigentliche Arbeit magst du, nur die ständigen Unterbrechungen machen dich fertig.

Oder: Das Team ist gar nicht das Problem, es ist die fehlende Möglichkeit, selbst Entscheidungen zu treffen.

Solche Unterschiede solltest du kennen, bevor du über größere Veränderungen nachdenkst.

 

3. Schau darauf, was du verändern kannst

 

Und dann gehst du deine Liste noch mal durch.

Was davon gehört wirklich zum Job und lässt sich kaum ändern?

Und was hat sich irgendwann eingeschlichen?

Vielleicht hast du Aufgaben übernommen, die gar nicht zu deiner Stellenbeschreibung oder eigentlichen Rolle gehören.

Womöglich sitzt du in jedem Meeting, obwohl drei davon auch ohne dich funktionieren würden.

Oder es braucht ein Gespräch mit deiner Führungskraft über deine Aufgaben.

Nicht immer braucht es einen neuen Job.

Manchmal braucht der alte Job eine Reset oder Update für eine Veränderung.

Und manchmal merkst du erst beim genauen Hinschauen, welche der beiden Möglichkeiten für dich passt.

 

4. Mach einen kleinen Schritt, bevor du den ganz großen planst

 

Wenn du seit Monaten unzufrieden im Job bist, möchtest du wahrscheinlich endlich etwas verändern.

Trotzdem musst du heute noch nicht wissen, wie dein Berufsleben in drei Jahren aussieht.

Mach den nächsten Schritt einfach mal kleiner.

Aktualisiere deinen Lebenslauf.

Schau dir drei Stellenanzeigen an und achte darauf, was dich daran anspricht.

Schreib auf, welche Aufgaben du künftig nicht mehr machen möchtest, weil sie dich nerven.

Sprich mit jemandem über eine interne Veränderungsmöglichkeit.

Oder verändere eine Sache in deinem jetzigen Arbeitsalltag.

Nicht, um dich irgendwie noch länger durchzuschleppen, sondern um herauszufinden, was du wirklich brauchst.

 

 

Berufstätige Frau überlegt, was sie an ihrem Job verändern möchte

 

 

Deine Unzufriedenheit ist mehr als schlechte Laune im Büro

 

Unzufrieden im Job zu sein bedeutet nicht automatisch, dass du im falschen Beruf gelandet bist.

Du hast dich in den letzten Jahren persönlich weiterentwickelt, vielleicht ist dein Beruf noch richtig, aber deine Rolle nicht mehr.

Womöglich haben sich die Aufgaben verändert, aber das Umfeld nicht.

Vielleicht hast du dich inzwischen verändert und dein Job ist einfach nicht mit dir mitgewachsen.

Oder du merkst tatsächlich, dass du beruflich noch mal in eine andere Richtung möchtest.

Du musst die Antwort darauf nicht von heute auf morgen haben, aber du solltest deine Unzufriedenheit auch nicht so lange beiseiteschieben, bis dein Körper oder deine Nerven irgendwann die Entscheidung für dich treffen.

Das wäre fatal.

Wenn du merkst, dass es so nicht weitergehen soll, fang nicht gleich mit der Frage an, welchen Job du stattdessen machen könntest.

Fang bei dir an.

Was stört dich wirklich? Was fehlt dir? Was möchtest du behalten? Und was möchtest du nie wieder?

Genau dort fängt berufliche Veränderung in kleinen Schritten an.

 

Brigitte Kleinhenz
Über die Autorin

Brigitte Kleinhenz ist Berufspädagogin und systemischer Coach. Seit über 25 Jahren arbeitet sie im HR Bereich und der Personalentwicklung. Sie unterstützt Frauen dabei, ihren Job wieder passend zu machen: mit Neuorientierung, Job Feintuning und stimmigen nächsten Schritten. Sie schreibt über berufliche Balance und Karrierewege und begleitet ihre Kundinnen ausschließlich online.

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Bilder und Grafiken mit einer Canva Pro Lizenz genutzt. ©Canva

Fotos: Sabine Kristan

 

FAQ: Unzufrieden im Job

 

Woran merke ich, dass ich unzufrieden im Job bin?

 

Typische Anzeichen sind fehlende Freude an der Arbeit, Gereiztheit, ständiges Nachdenken über den Job, Sonntagsfrust und der Wunsch, einfach nur weg zu wollen. Treten diese Gefühle über Wochen oder Monate auf, solltest du genauer hinschauen.

 

Was kann ich tun, wenn ich unzufrieden im Job bin?

 

Beobachte zunächst konkret, welche Situationen deine Unzufriedenheit auslösen und was dir im Job fehlt. Danach kannst du prüfen, was du in deiner jetzigen Rolle verändern kannst und wo möglicherweise ein größerer beruflicher Schritt nötig ist.

 

Sollte ich kündigen, wenn ich unzufrieden im Job bin?

 

Nicht automatisch. Bevor du kündigst, solltest du herausfinden, ob dein Beruf, deine konkrete Rolle, dein Arbeitgeber, die Arbeitsbedingungen oder einzelne Aufgaben hinter deiner Unzufriedenheit stecken.

 

Kann ich unzufrieden im Job sein, obwohl ich erfolgreich bin?

 

Ja. Du kannst gute Leistungen bringen, Anerkennung bekommen und trotzdem unzufrieden im Job sein. Das passiert zum Beispiel, wenn du deine Stärken kaum nutzen kannst oder deine persönlichen Werte und Bedürfnisse im Arbeitsalltag zu wenig Platz haben.

 

Ist es normal, manchmal unzufrieden im Job zu sein?

 

Vorübergehende Unzufriedenheit gehört zu fast jedem Berufsalltag. Wenn du dich jedoch über Wochen oder Monate unwohl fühlst und der Job zunehmend deine Freizeit und Stimmung belastet, lohnt es sich, die Ursachen genauer anzuschauen.

 

Was steckt hinter Unzufriedenheit im Job?

 

Die Gründe können sehr unterschiedlich sein: fehlende Wertschätzung, Überlastung, eine unpassende Führungskraft, falsche Aufgaben, fehlende Entwicklungsmöglichkeiten oder eine Rolle, die nicht mehr zu dir passt. Deshalb solltest du zuerst herausfinden, was genau dich unzufrieden macht, bevor du über eine Kündigung nachdenkst.

 

Sich für alles verantwortlich fühlen: Raus aus der Falle

 

Du kümmerst dich, erinnerst, organisierst und springst ein – oft, bevor überhaupt jemand gefragt hat. Warum wir uns für alles verantwortlich fühlen und wie du lernst, Verantwortung dort zu lassen, wo sie hingehört.

 

Du bist immer die Zuverlässige? Wenn du dich für alles verantwortlich fühlst

 

Es ist mal wieder Sonntagabend und eigentlich wäre jetzt Zeit, noch ein bisschen das Wochenende zu genießen.

Stattdessen sitzt Julia mit dem Laptop auf dem Sofa, der Tee neben wir wird langsam kalt und du erstellst die Liste für die neue Woche.

Am Dienstag steht der nächste Projektmeilenstein an. Für die Präsentation fehlen ihr noch zwei Zahlen, also schreibt sie dazu, dass sie morgen gleich bei den Kollegen nachhakt. Der Zahnarzttermin ihres Partners fällt ihr auch wieder ein, er schiebt den schon seit Wochen vor sich her. Sie fragt ihn besser noch mal, ob er daran gedacht hat. Und für die Fahrgemeinschaft zum Volleyballtraining am Donnerstag hat sich bisher auch niemand gemeldet. Bevor das wieder im Chaos endet, könnte sie die Einteilung übernehmen. Und das Protokoll vom Jourfix muss sie auch noch schreiben und ach ja, fürs Abschiedsgeschenk von Petra muss auch noch Geld eingesammelt werden.

Julia schaust auf die lange Liste. Sieben Punkte.

Für alle möglichen Menschen und Dinge ist etwas dabei.

Bloß für sie nicht.

Und das Blöde ist, wenn sie genauer hinschaust, dann merkt sie, dass nur zwei Punkte davon ihr überhaupt jemand aufgetragen hat und um vieles auf dieser Liste hat sie nicht mal jemand gebeten.

 

Für alles verantwortlich fühlen beginnt oft lange vor dem Ja

 

Du bist die, die an alles denkt. Im Büro heißt es: „Frag [setz deinen Namen ein], die weiß das.“

Dein Partner verlässt sich drauf, dass du an den Geburtstag seiner Mutter denkst. Und im Verein weiß jede, dass am Ende du mal wieder fährst.

 

Beim Thema Grenzen setzen denken wir meistens an Situationen, in denen jemand etwas von uns möchte.

Eine Kollegin bittet um Hilfe, der Chef legt noch eine Aufgabe auf den Tisch oder jemand aus der Familie fragt, ob wir mal eben etwas erledigen können.

Dann geht es darum, Nein zu sagen oder zumindest nicht sofort Ja.

Wenn du dich aber für alles verantwortlich fühlst, beginnt das Problem oft schon einen Schritt vorher.

Niemand muss dich fragen. Du siehst, dass etwas getan werden müsste, und schon fühlst du dich zuständig.

 

Hier ein paar Momente, die du vielleicht kennst:

Der Chat um 16:40 Uhr. Im Team-Chat fragt jemand, wo die aktuelle Kundenliste liegt. Die Frage geht an deinen Kollegen Markus. Du antwortest trotzdem, weil du’s weißt und weil Warten sich komisch anfühlt.

Das Protokoll, das nie deins war. Im Teammeeting schreibt keiner mit, also öffnest du ein Dokument und fängst an. Das war vor acht Monaten, seitdem schreibst du es immer.

Die WhatsApp-Gruppe. Die Trainerin fragt: „Wer fährt am Samstag?“ Drei Minuten Stille. Du tippst „Ich mach’s“, obwohl du am Samstag endlich mal ausschlafen wolltest.

Jedes Thema einzeln für sich ist leicht händelbar, aber zusammen fressen sie deine Woche und auch deine Energie auf.

 

Und genau deshalb kann zu viel Verantwortung übernehmen im Job mit der Zeit so anstrengend werden.

Du trägst nicht nur das, was tatsächlich zu deinen Aufgaben gehört, sondern sammelst unterwegs noch jede Menge Dinge ein, die eigentlich auch jemand anderes machen könnte.

 

2. Zu viel Verantwortung übernehmen im Job: Frau mit voller Wochenliste

 

Verantwortung übernehmen, obwohl keiner fragt: der Unterschied zum Nein sagen

 

Über das Nein sagen hab ich schon im Beitrag Grenzen setzen: Warum ein Nein so viel verändert geschrieben.

Beim Nein sagen fragt dich jemand, und du traust dich nicht abzulehnen.

Hier läuft es aber anders.

Keiner fragt, aber du siehst eine Lücke und springst rein, bevor irgendwer merkt, dass es da eine Lücke gibt.

Genau deshalb fällt es dir auch so schwer, das zu erkennen.

Es fühlt sich an wie deine eigene, freie Entscheidung, dabei ist es aber oft ein Reflex, der seit Jahren automatisch anspringt.

 

Warum du immer die Zuverlässige sein willst

 

Hinter dem Reflex steckt oft ein Satz, den du so oder ähnlich im Kopf hast: „Ich bin eben diejenige, auf die man sich verlassen kann.“ Oder: „Wenn ich nicht mehr liefere, falle ich auf.“

Solche Sätze haben dir lange geholfen und dir Lob eingebracht, Vertrauen und einen festen Platz im Team.

Sie haben aber einen Preis, und den zahlst du meist an Stellen, wo du ihn nicht erwartest.

Bei Julia war das ein Montagmorgen im Video-Call. Ein Kollege stellt eine Frage, die sie letzte Woche schon beantwortet hat und Julia antwortet in einem schärferen Ton als nötig. Keiner sagt was, scheinbar hat es niemand gemerkt. Julia aber entschuldigt sich den ganzen Tag im eigenen Kopf dafür. „Das war jetzt echt unnötig von mir.“

Das ist der Moment, in dem dein Tank leer ist.

Wenn du wissen willst, was dahintersteckt, lies auch Reizbar und dünnhäutig im Alltag, obwohl nix passiert ist.

 

Verantwortung abgeben lernen: 5 Schritte mit Beispielen aus dem echten Leben

 

1. Sortier deine Liste nach einer einfachen Frage: Wer hat mich darum gebeten?

 

Nimm deine Aufgabenliste für die nächsten Tage und schau jeden Punkt einzeln an.

Bei welchen Aufgaben wurdest du tatsächlich gebeten, sie zu übernehmen?

Welche gehören eindeutig zu deinem Job oder zu deinen eigenen Verpflichtungen?

Und welche hast du dir selbst auf die Liste geschrieben, weil du dachtest, dass sich sonst vermutlich niemand kümmert?

Schreib hinter jeden Punkt: Wer hat mich darum gebeten? Gibt’s darauf keine Antwort, markierst du den Punkt mit einem gelben Marker.

Julia hat das an einem Sonntag ausprobiert und fünf von sieben Punkten waren gelb. Gestrichen hat sie noch nix, aber sie hat zum ersten Mal schwarz auf weiß gesehen, wie viel sie freiwillig mitschleppt. Das allein hat ihr den Mut gegeben, beim nächsten Schritt weiterzumachen.

 

2. Gib bewusst zurück, was nicht deins ist, freundlich und konkret

 

Such dir eine Sache aus, bei der du normalerweise sofort einspringen würdest, und tu es diesmal nicht. Wenn im Team noch niemand einen Termin koordiniert hat und es nicht deine Aufgabe ist, warte ab.

Wenn beim Vereinsabend noch niemand die Fahrgemeinschaft organisiert hat, lass dein Handy liegen.

Und dann beobachte einfach mal, was passiert.

Denn meistens passiert etwas Merkwürdiges: Die Welt dreht sich weiter.

Den Zahnarzttermin für Tobias macht Julia seit Jahren schon aus, weil sie die Arzthelferin kennt. Diesmal legt sie ihm einen Zettel hin: „Hier ist die Nummer von der Praxis, die haben ab 8 Uhr offen. Den Termin machst du bitte selbst aus.“

Tobias ruft erst am Donnerstag an. Drei Tage lang juckt es Julia in den Fingern, es doch selbst zu erledigen, aber sie hält durch. Am Donnerstagabend sagt Tobias beim Abendessen: „Übrigens, 14. Oktober, 9 Uhr.“ Und mit dem TÜV-Termin läuft es seitdem genauso.

Mehr zur unsichtbaren Denkarbeit in Beziehungen findest du im Artikel über Mental Load.

 

3. Warte, bevor du „Ich mach’s“ sagst oder schreibst

 

Bei Aufgaben ohne feste Frist gilt ab sofort: mindestens eine Stunde warten, bei größeren Sachen 24 Stunden.

Julia legt das Handy weg, als die Trainerin wieder nach der Fahrgemeinschaft fragt.

Nach 40 Minuten schreibt Anja: „Ich kann fahren, hab eh den großen Wagen.“

Julia starrt auf die Nachricht und muss lachen.

Die Lücke hat sich ganz ohne sie gefüllt, und am Samstag schläft sie endlich mal aus bis halb neun.

 

4. Mach aus deiner Gewohnheit eine Regel fürs Team

 

Katrin, 36, ist Projektleiterin bei einem Maschinenbauer.

Seit zwei Jahren schreibt sie jedes Protokoll. Sie organisiert die Abschiedsgeschenke, sammelt die Unterschriften für Geburtstagskarten ein und erinnert alle an Fristen.

Im Jour fixe sagt sie irgendwann: „Mir ist aufgefallen, dass ich seit zwei Jahren jedes Protokoll schreibe. Lasst uns das künftig reihum machen, ich hab ne Liste vorbereitet.“ Sie rechnet zunächst mit einem Augenrollen, stattdessen sagt ihr Kollege Jens: „Oh, das war mir gar nicht aufgefallen. Klar, ich fang diese Woche an.“

Katrin ist jetzt alle sechs Wochen dran, statt jede Woche, das verschafft ihr rund 30 Minuten mehr pro Woche.

Die nutzt sie für ihr eigenes Projekt, das wegen dem ganzen Kleinkram immer nach hinten geschoben war.

Und inzwischen nutzt das Team dafür KI und die automatische Transkription. Seitdem ist das Protokoll in 15 Minuten fertig.

 

5. Setz einen Punkt für dich auf die Liste, mit Uhrzeit

 

Auf den meisten Listen stehen zuerst die Pflichten.

Was für uns selbst wichtig wäre, kommt irgendwann danach, falls noch Zeit ist.

Und genau da liegt auch „der Hase im Pfeffer“ oder das Problem.

Wenn du ohnehin dazu neigst, dich für alles verantwortlich zu fühlen, wird dieses irgendwann sehr selten möglich werden.

Deshalb gehört jede Woche mindestens ein Punkt auf deine Liste, der nur dir gehört. Das kann ein ruhiger Nachmittag sein, Sport, ein Spaziergang, eine Stunde mit einem Buch oder einfach Zeit, in der niemand etwas von dir bekommt.

Und nein, dieser Termin wird nicht automatisch gestrichen, sobald irgendwo was anderes auftaucht.

Behandle ihn so, wie du einen Termin mit deiner Chefin behandeln würdest.

Den würdest du schließlich auch nicht absagen, nur weil dir eingefallen ist, dass du noch schnell etwas für jemand anderen erledigen könntest.

 

Sandra ist Sachbearbeiterin bei einer Versicherung, hat zwei Kinder, neun und zwölf Jahre alt.

Sie plant Elternabende, Kindergeburtstage, den Sommerurlaub und die Arzttermine für alle vier.

Ihr Mann hilft, wenn sie ihm sagt, was zu tun ist und genau liegt ein weiterer Knackpunkt.

Sandra trägt in den Familienkalender ein: „Donnerstag, 18:30 Uhr, Yogakurs. Mama ist weg.“ Sichtbar für alle.

Am ersten Donnerstagabend klingelt ihr Handy dreimal.

Wo sind die Hallenschuhe? Was gibt’s zu essen?

Am dritten Donnerstag klingelt es nicht mehr.

Ihr Mann hat die Hallenschuhe selbst gefunden, im Keller, wo sie immer lagen.

Ein fester Termin mit Uhrzeit hat mehr Gewicht als „wenn ich mal Zeit hab“.

Schreib ihn deshalb nicht auf einen Zettel, sondern genau dorthin, wo auch alle anderen Termine stehen.

Und nimm dir die Zeit dafür und stell dein Handy auf stumm. Die Zeit gehört DIR.

 

Zu viel Verantwortung übernehmen im Job fällt anderen nicht immer auf

 

Wenn du ständig einspringst, mitdenkst und auffängst, sehen andere möglicherweise gar nicht, was dich das kostet, sie sehen nur das Ergebnis und merken: Es läuft.

Die Präsentation ist fertig, die Besprechung mit dem Kunden vorbereitet.

Die Kollegin hat ihre Information bekommen, an den Termin wurde gedacht und das Problem wurde gelöst.

Dass du dafür schon wieder länger geblieben bist, in der Mittagspause etwas erledigt hast oder abends auf dem Sofa noch darüber nachgedacht hast, sieht niemand.

Und manchmal merken wir selbst erst sehr spät, wie viel wir längst tagtäglich mittragen.

Genau deshalb lohnt es sich, neben dem Thema Grenzen setzen auch auf deinen Mental Load und auf typische People-Pleaser-Muster zu schauen.

Nicht jedes Zuviel entsteht, weil andere zu viel von dir verlangen, manchmal entsteht es, weil du dir selbst sehr viel auflädst.

 

Zuverlässig bleiben, ohne für alles zuständig zu sein

 

Du darfst zuverlässig sein und auch hilfsbereit.

Du darfst die Kollegin sein, mit der andere gerne zusammenarbeiten, weil sie mitdenkt und ihre Aufgaben ernst nimmt, aber du darfst aufhören, daraus einen Rundum-Service für alle anderen zu machen.

Vielleicht ist genau das dein nächster Schritt zu einem Leben in Balance: nicht noch besser organisieren, nicht noch mehr schaffen und auch nicht jeden Gedanken an andere sofort in eine Aufgabe umwandeln.

Sondern öfter mal für dich prüfen:

Ist das wirklich meine Verantwortung oder habe ich sie gerade einfach übernommen?

Wenn du merkst, dass du bei der Frage oft bei der zweiten Antwort landest, fang klein an.

Such dir für diese Woche eine einzige Sache aus, die du nicht mehr auffängst.

Und nutze die frei gewordene Zeit nicht gleich für die nächste Aufgabe.

Vielleicht setzt du dich einfach mal mit einer Tasse Kaffee hin.

Ohne Liste und ohne jemanden an irgendetwas zu erinnern.

Und vor allem, ohne schlechtes Gewissen.

 

Was sich verändert, wenn du nicht mehr für alles verantwortlich bist

 

Drei Wochen später, wieder Sonntagabend. Julias Liste hat fünf Punkte. Einer davon lautet: „Samstag, 10 Uhr: Radtour zum Weiher. Allein. Handy im Rucksack.“ Der Tee steht neben ihr, und diesmal trinkt sie ihn, solange er warm ist.

Am Montag im Call stellt der Kollege wieder eine Frage, die schon beantwortet war. Julia schickt ihm den Link zum Protokoll von letzter Woche und macht weiter. Kein scharfer Ton, kein schlechtes Gewissen bis zum Feierabend.

Am Gartenzaun winkt die Nachbarin. Julia winkt zurück und sagt: „Heute bin ich platt, morgen gern auf einen Kaffee.“ Die Nachbarin ruft: „Klar, ruh dich aus“ Das war’s, keine Welt ist untergegangen.

Petra hat ihr Abschiedsgeschenk bekommen, eingesammelt hat Jens. Ihr Mann hat seinen Zahnarzttermin und Julia hat zum ersten Mal seit Monaten das Gefühl, dass ihre Woche auch ihr gehört.

 

1. Verantwortung abgeben lernen und nicht mehr jede Aufgabe selbst übernehmen, Frau fährt entspannt mit dem Fahrrad an einem See, nachdem sie Aufgaben abgegeben hat

 

Wenn du merkst, dass du aus diesem Muster allein schwer herauskommst

 

Manche Reflexe sitzen so tief, dass du sie erst merkst, wenn es schon zu spät ist. Dann hilft ein Blick von außen.

Mit „Der schnelle Stopp“ schauen wir uns in zwei Terminen à 60 Minuten genau an, wo du dich selbst immer wieder übergehst und Verantwortung übernimmst, die eigentlich gar nicht deine ist. Du findest heraus, was du konkret verändern kannst, bevor aus dem ständigen Funktionieren noch mehr wird, und gehst mit ersten Schritten raus, die du direkt in deinem Alltag umsetzen kannst.

Buch dir dazu ein kostenfreies Balance-Gespräch.

 

Manchmal weißt du längst, dass du zu viel übernimmst, und machst es trotzdem immer wieder.

Gerade wenn das Muster schon lange zu dir gehört, reicht der Vorsatz „Ich mache jetzt weniger“ oft nicht aus.

Wenn du schon weißt, was du anders machen möchtest, dir aber der Mut für die ersten Schritte fehlt, kann der Kickstart-Sprint über 8 Wochen besser zu dir passen. Dort geht es darum, nicht nur darüber nachzudenken, sondern ins Tun zu kommen, in Schritten, die zu dir und deinem Alltag passen.

Denn zuverlässig zu sein ist eine wunderbare Stärke.

Nur für alles verantwortlich zu sein, gehört nicht dazu.

 

Brigitte Kleinhenz
Über die Autorin

Brigitte Kleinhenz ist Berufspädagogin und systemischer Coach. Seit über 25 Jahren arbeitet sie im HR Bereich und der Personalentwicklung. Sie unterstützt Frauen dabei, ihren Job wieder passend zu machen: mit Neuorientierung, Job Feintuning und stimmigen nächsten Schritten. Sie schreibt über berufliche Balance und Karrierewege und begleitet ihre Kundinnen ausschließlich online.

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Bilder und Grafiken mit einer Canva Pro Lizenz genutzt. ©Canva

Fotos: Sabine Kristan

 

Häufig gestellte Fragen

Warum fühle ich mich für alles verantwortlich?

Oft steckt ein alter Satz dahinter wie „Ich bin diejenige, auf die man sich verlassen kann“. Du hast gelernt, dass Zuverlässigkeit Lob und Sicherheit bringt. Mit der Zeit springt der Reflex auch dann an, wenn dich keiner um Hilfe gebeten hat.

 

Woran merke ich, dass ich zu viel Verantwortung übernehme?

Ein klares Zeichen: Auf deiner Wochenliste steht nix für dich selbst. Dazu kommen Gereiztheit bei Kleinigkeiten und ein schlechtes Gewissen, sobald du eine Aufgabe liegen lässt.

 

Wie kann ich lernen, Verantwortung abzugeben?

Starte damit, vor einer Aufgabe kurz zu prüfen: Wurde ich darum gebeten, gehört sie wirklich zu meinen Aufgaben oder habe ich sie gerade selbst übernommen? Lass anschließend bewusst kleine Dinge bei der Person, die tatsächlich dafür verantwortlich ist.

 

Was ist der Unterschied zwischen Nein sagen und Verantwortung abgeben?

Beim Nein sagen fragt dich jemand, und du lehnst ab. Beim Verantwortung abgeben geht es um Aufgaben, die du von selbst übernimmst, obwohl keiner gefragt hat.

 

Warum übernehme ich im Job zu viel Verantwortung?

Zu viel Verantwortung im Job entsteht nicht nur durch hohe Anforderungen von außen. Manchmal übernehmen wir zusätzliche Aufgaben aus Gewohnheit, weil wir helfen möchten oder befürchten, dass etwas sonst nicht erledigt wird.

 

Ist es egoistisch, nicht immer zu helfen?

Nein. Nicht jede Aufgabe zu übernehmen bedeutet nicht, dass dir andere egal sind. Du kannst hilfsbereit und zuverlässig sein und trotzdem darauf achten, welche Verantwortung wirklich zu dir gehört.

 

Wie gebe ich Aufgaben an meinen Partner ab, ohne Streit?

Gib ihm alle Infos, die er braucht, und überlass ihm den Rest, zum Beispiel die Telefonnummer der Praxis statt des fertigen Termins. Halte aus, dass er es später oder anders erledigt als du.

 

Was ist der Unterschied zwischen Grenzen setzen und Verantwortung abgeben?

Beim Grenzen setzen reagierst du oft auf eine Bitte oder Forderung von außen. Beim Verantwortung abgeben geht es auch um Aufgaben, die du ungefragt übernimmst, weil du dich automatisch zuständig fühlst.

 

Wie kann ich aufhören, immer die Zuverlässige sein zu müssen?

Beobachte zunächst, in welchen Situationen du automatisch einspringst. Übe dann bewusst, nicht sofort zu reagieren und anderen die Möglichkeit zu geben, ihre Aufgaben selbst zu übernehmen.

 

Wann hilft ein Coaching, wenn ich mich für alles verantwortlich fühle?

Ein Coaching hilft, wenn du das Muster erkennst, aber immer wieder reinrutschst. Im Coaching „Der schnelle Stopp“ findest du in zwei Terminen heraus, wo du abgeben kannst, und übst konkrete Schritte dafür.

 

 

Grenzen setzen: Warum ein Nein so viel verändert

 

Warum sagen wir „Mach ich“, obwohl wir längst „Nein“ denken? Die neue Ausgabe von Silent Passion dreht sich ums Grenzen setzen, im Job, im Leben und dort, wo wir unsere eigenen Wünsche ständig auf später verschieben.

 

 

Grenzen setzen: Warum ein Nein manchmal verdammt viel verändert

 

„Mach ich.“

Zwei Wörter, die sehr viel mehr anrichten können, als wir auf den ersten Blick merken.

Du wolltest eigentlich pünktlich Feierabend machen, doch dann braucht die Kollegin noch Hilfe.

Dein Chef hat „nur noch eine Kleinigkeit“ und weil du dich mit dem Thema sowieso gut auskennst, könntest du ja schnell …

Also: „Mach ich.“

Zu Hause geht’s dann natürlich noch weiter, schnell noch eine Nachricht beantworten, für den Mann oder Kinder noch was organisieren und noch schnell die Eltern oder Freunde zurückrufen.

Und irgendwann fragst du dich doch tatsächlich, warum du so genervt bist.

Ja, von den anderen natürlich und das, obwohl die wahrscheinlich gar nicht wissen, dass du längst keinen Bock mehr hast, ständig alles möglich zu machen.

Genau deshalb dreht sich alles in der September-Ausgabe meines kostenfreien Magazins Silent Passion um ein Thema, das uns überall begegnet: Grenzen setzen.

Im Job, im Privatleben genauso wie bei der Arbeit, die wir mit gedanklich mit nach Hause schleppen. Und manchmal sogar bei den Ansprüchen, die wir selbst an uns haben.

Und nein, ich möchte dir jetzt ganz bestimmt nicht erzählen, dass du einfach „mehr auf dich achten“ sollst.

Das hilft dir nämlich herzlich wenig, wenn morgen wieder jemand vor dir steht und fragt:

„Kannst du mal eben …?“

 

Silent Passion Magazin zum Thema Grenzen setzen

 

 

Grenzen setzen heißt nicht, plötzlich überall Nein zu sagen

 

Beim Thema Grenzen setzen haben wir schnell ein ziemlich schräges Bild im Kopf.

Als ob wir ab morgen mit verschränkten Armen durchs Leben laufen müssten und jedem schon vorsorglich ein Nein entgegenschmeißen.

Darum geht’s überhaupt nicht.

Natürlich hilfst du einer Kollegin und springst mal ein. Selbstverständlich bist du für Menschen da, die dir wichtig sind.

Aber zwischen „Ich helfe dir gern“ und „Warum zum Teufel mache eigentlich immer ich das?“ liegt ein himmelweiter, großer Unterschied.

Und genau den übersehen wir gerne, besonders dann, wenn wir gut in dem sind, was wir tun.

Denn wer zuverlässig ist, bekommt gern noch was obendrauf. Wer Probleme löst, bekommt Probleme zum Lösen.

Und wer dreimal ohne Murren eine Aufgabe übernimmt, darf sich nicht wundern, wenn beim vierten Mal alle denken:

„Das macht doch (setz deinen Namen ein).“

So schnell wird aus einer Ausnahme dein neuer Job.

Im Magazin geht’s deshalb ganz praktisch darum, wie du Grenzen setzen kannst, bevor du irgendwann nur noch mit den Zähnen knirschst.

Du findest dort unter anderem einen Mini-Selbstcheck und einen 5-Felder-Check, mit denen du genauer hinschauen kannst, wo du in deinem Alltag immer wieder über deine eigenen Grenzen gehst.

 

Warum Grenzen setzen nichts mit Egoismus zu tun hat 

 

Einer der Sätze, der uns Frauen beim Nein sagen besonders gern dazwischenfunkt, lautet:

„Ich kann die anderen doch jetzt nicht hängen lassen.“

Also machen wir’s eben doch mal wieder.

Noch die Aufgabe, noch der Gefallen und mal wieder noch eine halbe Stunde.

Das Problem ist nicht dieses eine Mal, es fängt bereits an, wenn „dieses eine Mal“ verdammt oft vorkommt.

Dann zahlst du irgendwann den Preis dafür.

Du bist müde, gereizt und hast das Gefühl, dass immer alles bei dir landet.

 

Im Titelthema des Magazins gehe ich deshalb genau dieser Frage nach: Warum Grenzen setzen nichts mit Egoismus zu tun hat.

Denn eine Grenze heißt nicht: „Ihr seid mir alle egal.“

Sie macht lediglich sichtbar, was für dich machbar ist und was eben nicht.

Das kann ein Nein sein, es kann aber genauso gut heißen:

„Ich kann das übernehmen, aber nicht mehr heute.“

Oder im Job:

„Wenn das jetzt Priorität hat, welche andere Aufgabe soll dafür warten?“

Schon sieht die Sache etwas anders aus.

 

Wenn dein Körper irgendwann selbst Nein sagt

 

Manchmal reden wir uns ziemlich lange ein, dass schon alles irgendwie geht.

Bis der eigene Körper offenbar anderer Meinung ist.

Genau darüber schreibt Mandy Hübel in ihrem Gastbeitrag „Wenn dein Körper anfängt, für dich Nein zu sagen“.

Mandy erzählt sehr persönlich von ihrem früheren Leben mit 50-Stunden-Woche, vier Kindern und jeder Menge Verantwortung. Viele Bälle gleichzeitig in der Luft zu halten, gehörte für sie einfach dazu.

Bis Erschöpfung, Schlafprobleme und die hormonelle Umstellung nicht mehr so einfach mitspielten.

Was Mandy rückblickend über die Signale ihres Körpers sagt und warum Nein sagen für sie heute auch mit Gesundheit zu tun hat, liest du im Magazin.

 

Grenzen setzen und Nein sagen im Beruf und Alltag

 

 

Grenzen setzen im Beruf: Aus „nur noch schnell“ wird erstaunlich oft „immer“

 

Im Magazin schauen wir natürlich auch dorthin, wo viele Frauen einen großen Teil ihres Tages verbringen: in den Job.

Da gibt es nämlich diese Aufgaben, für die du eingestellt wurdest.

Und dann gibt es diese „anderen Aufgaben“.

Das Protokoll, das du mal übernommen hast.

Die neue Kollegin, die du beim letzten Mal eingearbeitet hast.

Die Präsentation, bei der du „nur dieses eine Mal“ geholfen hast.

Und plötzlich landen diese Themen immer wieder auf deinem Schreibtisch und ist alles deins.

Im Beitrag „Nur noch schnell … und zack, ist es deine Aufgabe“ geht’s genau um diese schleichenden Zusatzaufgaben.

Dazu gibt’s im Magazin Sätze, die du im Job tatsächlich benutzen kannst. Ohne zickig zu werden und ganz ohne minutenlange Rechtfertigung.

Und auch ohne innerlich zu denken „Mach deinen Scheiß doch selbst“ und wieder laut zu sagen „Klar, mach ich“.

Wobei . . .  denken darfst du den ersten Satz natürlich trotzdem. 😉

 

Was, wenn du nach einer selbst gesetzten Grenze plötzlich an dir selbst zweifelst?

 

Du hast Nein gesagt, oder widersprochen?

Vielleicht hast du nur deutlich gemacht, dass ein bestimmter Ton für dich nicht in Ordnung ist.

Erst bist du dir ziemlich sicher, später geht das eigene Kopfkino los.

„War ich zu empfindlich?“

„Hab ich übertrieben?“

„Vielleicht hätte ich anders reagieren sollen.“

Und schwupps suchst du den Fehler nur noch bei dir.

 

Nicole Gärtner beschreibt in ihrem Gastbeitrag „Wenn Selbstreflexion zum Selbstverlassen wird“ genau diesen Moment.

Denn das eigene Verhalten zu hinterfragen ist die eine Seite.

Die eigene Wahrnehmung so lange auseinanderzunehmen, bis am Ende nur noch die Frage „Was hab ich falsch gemacht?“ übrigbleibt, ist eine andere.

Das ist ein Gastbeitrag, bei dem vermutlich einige Leserinnen an der einen oder anderen Stelle länger hängen bleiben werden.

 

Grenzen setzen hört nach Feierabend nicht auf

 

Laptop zu und Arbeit vorbei.

Schön wär’s.

Denn vielleicht liegt der Laptop tatsächlich zugeklappt auf dem Tisch, während die Arbeit munter in deinem Kopf weiterläuft.

Du gehst noch mal das Gespräch von heute früh durch.

Denkst an die Aufgaben für morgen oder dir fällt beim Abendessen ein, dass du diese Mail noch schreiben wolltest.

Deshalb bekommt auch dieses Thema im Magazin seinen Platz: Grenzen setzen hört nach Feierabend nicht auf.

Eine meiner liebsten Ideen ist die 3-Sekunden-Pause.

Denn manchmal brauchen wir gar keinen ausgeklügelten Plan, es würde uns schon helfen, zwischen einer Bitte und unserem automatischen „Ja, mach ich“ drei Sekunden Platz zu lassen.

Drei Sekunden sind nicht viel.

Aber manchmal reichen sie, damit dein Mund nicht schneller ist als dein Kopf.

 

Drei Sätze, die das Leben leichter machen

 

Auch Silke Geissen ist als Gastautorin dabei.

Ihr Beitrag trägt den herrlichen Titel „Drei Sätze, die mein Leben leichter machen“.

Und genau deshalb gehört er so gut in diese Ausgabe, denn Grenzen müssen nicht immer großen Ansagen sein, oft sind es die Sätze, die wir im richtigen Moment sagen.

Welche drei Sätze Silke für sich gefunden hat und warum ausgerechnet sie ihren Alltag leichter machen, verrate ich hier natürlich nicht komplett.

Du findest ihren ganzen Gastbeitrag in der aktuellen Ausgabe von Silent Passion.

 

Vielleicht fehlt dir gar nicht die Zeit

 

„Dafür hab ich keine Zeit.“

Ein Satz, den wir ziemlich oft sagen, bloß stimmt er nicht immer.

Manchmal haben wir unseren Tag schlicht so vollgepackt, dass selbst 30 Stunden nicht reichen würden.

Arbeit, Familie, Termine, Einkaufen, noch schnell dies oder kurz das.

Und irgendwo dazwischen soll dann bitte auch noch das eigene Leben stattfinden. Puhhh.

 

Andrea Oeing schaut in ihrem Gastbeitrag „Wenn deine To-do-Liste nicht in deinen Tag passt“ genau auf dieses Problem.

Was passiert, wenn die Liste immer länger wird, der Tag aber stur bei seinen 24 Stunden bleibt? Es werden nie mehr werden, da kannst’e lange drauf warten.

Und vor allem: Was gehört wirklich auf deine Liste?

Der Beitrag passt wunderbar zum Schwerpunkt Grenzen setzen, weil Grenzen eben nicht nur zwischen dir und anderen Menschen verlaufen.

Manchmal braucht da auch unsere eigenen To-do-Listen eine deutliche Ansage.

Mehr dazu gibt’s von Andrea direkt im Magazin.

 

Magazin Silent Passion 09_2026

 

Grenzen setzen und die Frage: Wofür soll eigentlich Platz bleiben?

 

Bei der Arbeit an dieser Ausgabe wollte ich das Thema nicht darauf reduzieren, öfter Nein zu sagen, denn eigentlich steckt noch eine ganz andere Frage dahinter.

 

Wozu möchtest du öfter Ja sagen?

 

  • Zu einem Feierabend, der tatsächlich Feierabend ist?

 

  • Zu einer Aufgabe, bei der du deine Stärken einsetzen kannst, statt ständig den Kleinkram anderer Leute aufzufangen?

 

  • Zu einem freien Abend für dich?

 

  • Zu einer Reise, die nicht seit fünf Jahren auf „irgendwann“ verschoben wird?

 

  • Zu Menschen, mit denen du gerne Zeit verbringst?

 

Im Magazin greife ich dazu das 4+1-Felder-Modell von Friedemann Schulz von Thun auf. Es geht um Wünsche, darum, was wir für andere tun, um Erfahrungen in unserem Leben, um ganz normale Momente und um die Frage, wie viel wir selbst bestimmen und wie viel die Erwartungen anderer.

Dazu gibt’s auch einen 5-Felder-Check zum Ausfüllen.

Denn wenn dein Alltag bis oben hin mit Dingen voll ist, die „halt gemacht werden müssen“, bleibt für vieles andere schlicht kein Platz mehr.

 

Und was hat dein Lebenslauf mit Grenzen setzen zu tun?

 

Mehr, als du vielleicht im ersten Moment denkst.

Im Berufs-Teil des Magazins geht’s nämlich nicht nur darum, Aufgaben abzugeben oder Nein zu sagen.

Es geht auch um die Frage, warum ausgerechnet die Frauen, die viel können, oft besonders viel zusätzlich übernehmen.

Manches ist für dich nach vielen Berufsjahren so selbstverständlich geworden, dass du gar nicht mehr merkst, was du da jeden Tag leistest.

Du organisierst, hältst die Fäden zusammen und löst ganz selbstverständlich Probleme.

Du erklärst neuen Kollegen, wie der Laden läuft.

Und sagst anschließend:

„Ach, das kann doch jeder.“

Nein, kann eben nicht jeder.

Deshalb findest du in dieser Ausgabe auch den Beitrag „Dein Lebenslauf zeigt nicht, was du kannst“.

Dazu kommen Artikel über Absprachen im Job und 8 Anzeichen, wann du deinen Job genauer unter die Lupe nehmen solltest.

 

Warte nicht immer auf später

 

Auch das gehört für mich zum Grenzen setzen.

Wir verschieben nämlich nicht nur unangenehme Dinge, sondern verdammt oft auch die schönen auf später:

 

  • Wenn weniger los ist.

 

  • Wenn das Projekt fertig ist.

 

  • Wenn die Kinder größer sind.

 

  • Wenn im Job endlich Ruhe einkehrt.

 

  • Wenn dies und das und jenes erledigt ist.

 

  • Und dann ist schon wieder ein Sommer vorbei.

 

Deshalb geht’s gegen Ende der Ausgabe auch um die Frage, wie viele Sommer wir eigentlich noch auf „später“ verschieben wollen.

Das hat auf den ersten Blick erst mal nix mit Grenzen setzen oder Nein sagen zu tun, aber jedes Ja zu einer Sache ist gleichzeitig ein Nein zu etwas anderem.

Manchmal lohnt sich da ein genauer Blick drauf, wem oder was wir seit Jahren unser Ja geben.

Und ganz ehrlich, den Satz meiner Oma „Das Leben ist zu kurz für irgendwann“ beherzige ich mit jedem abgelaufenen Lebensjahr mehr.

Denn niemand von uns weiß, wie lange jede von uns auf dieser wunderbaren Welt bleiben darf. Irgendwann ist die Sanduhr durchgelaufen und wenn du dann denkst „Hätte ich doch bloß früher“ dann ist es schlicht und einfach „to late“.

 

Das kostenfreie Magazin „Silent Passion“ zum Thema Grenzen setzen

 

Diese Ausgabe ist ganz bestimmt kein 5-Minuten-Ratgeber geworden mit vielen schlauen Sätzen und der Aufforderung, ab morgen einfach konsequenter zu sein.

Auf mehr als 100 Seiten schauen wir uns das Thema Grenzen setzen aus ganz verschiedenen Richtungen an.

Du findest dort Geschichten aus dem echten Leben, Fragen zum Nachdenken, kleine Checks für deinen Alltag, konkrete Sätze für den Beruf und die vier Gastbeiträge von Mandy Hübel, Nicole Gärtner, Silke Geissen und Andrea Oeing.

Und vielleicht findest du beim Lesen eine Stelle, an der du denkst:

„Verdammt. Genau da sag ich auch immer Ja.“

Dann hat sich das Lesen definitiv schon gelohnt.

 

Hol dir hier die aktuelle Ausgabe von Silent Passion kostenfrei und lies in Ruhe weiter

 

Die aktuelle Ausgabe von Silent Passion kannst du bis zum Erscheinen der nächsten Ausgabe kostenfrei lesen.

Dann zieht sie in die Silent Passion Bibliothek um.

Dort findest du alle bisher erschienenen Ausgaben gesammelt an einem Ort und kannst ganz in Ruhe stöbern und dir genau die Themen herauspicken, die du gerade brauchst.

 

Brigitte Kleinhenz
Über die Autorin

Brigitte Kleinhenz ist Berufspädagogin und systemischer Coach. Seit über 25 Jahren arbeitet sie im HR Bereich und der Personalentwicklung. Sie unterstützt Frauen dabei, ihren Job wieder passend zu machen: mit Neuorientierung, Job Feintuning und stimmigen nächsten Schritten. Sie schreibt über berufliche Balance und Karrierewege und begleitet ihre Kundinnen ausschließlich online.

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Bilder und Grafiken mit einer Canva Pro Lizenz genutzt. ©Canva

Fotos: Sabine Kristan

 

FAQ zum Thema Grenzen setzen

 

Was bedeutet Grenzen setzen?

 

Grenzen setzen bedeutet einfach deutlich zu machen, was für dich passt und was nicht. Das betrifft deine Zeit, deine Kraft, deine Aufgaben im Beruf, Beziehungen und auch die Erwartungen, die andere an dich haben.

 

Warum fällt es Frauen oft schwer, Nein zu sagen?

 

Viele Frauen möchten helfen, niemanden enttäuschen oder nicht als egoistisch und unkollegial abgestempelt werden. Deshalb rutscht schnell ein Ja raus, obwohl die eigene To-do-Liste längst voll genug ist.

 

Wie kann ich im Beruf Grenzen setzen?

 

Du musst nicht jede zusätzliche Aufgabe sofort ablehnen. Sätze wie „Wenn das jetzt Priorität hat, welche andere Aufgabe soll dafür warten?“ zeigen deinem Gegenüber deutlich, dass deine Arbeitszeit nicht beliebig erweiterbar ist.

 

Ist Grenzen setzen egoistisch?

 

Eine Grenze bedeutet nicht, dass dir andere Menschen egal sind. Du machst damit nur deutlich und sichtbar, dass auch deine Zeit, deine Kraft und deine Bedürfnisse zählen.

 

Wie merke ich, dass ich meine eigenen Grenzen überschreite?

 

Ein Hinweis ist, wenn du nach einer Zusage innerhalb kurzer Zeit schon genervt bist oder dich über dich selbst ärgerst. Auch Müdigkeit, Erschöpfung und das Gefühl, dass ständig alles bei dir landet, verdienen einen genaueren Blick.

 

Was finde ich im Magazin „Silent Passion“ zum Thema Grenzen setzen?

 

Die September-Ausgabe 2026 widmet sich dem Grenzen setzen im Beruf und Privatleben. Sie enthält praktische Checks, Beiträge rund um Arbeit und Leben sowie vier Gastartikel von Mandy Hübel, Nicole Gärtner, Silke Geissen und Andrea Oeing.

 

12 von 12 im September 2026 – Fleißiger als gedacht

 

Das ist mein 12 von 12 Rückblick im September 2026 steht unter dem Motto „Fleißiger als gedacht“ 

 

12 von 12

12 von 12 ist ein sehr cooles Blogformat bei dem Blogger:innen am 12. eines jeden Monats den Tag mit zwölf Bildern dokumentieren.

Judith Peters hatte vor einiger Zeit mal eine Anleitung dazu geschrieben auf ihrem Blog: Die komplette Anleitung 12 von 12

Mir gefällt das Format sehr, deshalb bin ich immer wieder gerne dabei.

 

Heute morgen hatte ich glatt übersehen, dass heute der 12. ist.

 

1

 

Nützt ja nix, die Wäsche will zusammengelegt werden und der Staubsauger wartet auch schon auf seinen Einsatz

 

2

 

Betten abziehen steht heute auf dem Plan.

Ursprünglich wollte ich Fenster putzen, aber es sieht fast aus, als wenn es regnen will, da putz ich jetzt garantiert keine Fenster.

 

3

 

Mittagessen vorbereiten.

In Unterfranken gibt es Weißwürste immer im Zwiebelsud mit Wacholderbeeren

 

4

 

Schnelle Küche mit Brezeln, die ich in den Ofen schiebe.

 

5

 

Sobald das Wasser mit den Zwiebeln kocht, runter vom Herd, Weißwürste rein und 10 Minuten ziehen lassen. FERTIG.

 

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Brezeln und süßer Senf müssen dazu sein.

 

7

Letztes Korrekturlesen meines neuen, kostenfreien Online-Magazins Silent Passion mit der Ausgabe 8 zum Schwerpunktthema „Grenzen setzen“.

Am Dienstag wird es freigeschalten.

Du kennst es noch nicht?

Kein Problem. Kannst du dir KOSTENFREI hier holen.

8

In einem Artikel geht es darum „Welchen Affen du dir auf die Schulter setzt“.

Da kam mir die Idee mit einem KI-generierten Bild. Mir gefällts.

9

Wahnsinn, das wird echt schon Ausgabe 8 – verrückt, wie die Zeit fliegt.

 

10

 

Bao hat ihrem Freund einen Heiratsantrag gemacht, da musste ich natürlich gratulieren.

 

11

 

Heute und morgen ist mein Interview im Online-Kongress Aufblühen frei geschaltet.

Schau gerne kostenfrei rein, es gibt noch einige interessante Expertinnen, die dabei sind.

 

12

 

Abendessen heute mal thailändisch. Muss einfach mal sein.

 

Das waren meine 12 von 12 im September 2026.

Was hast du so an diesem Samstag gemacht? 

 

Brigitte Kleinhenz
Über die Autorin

Brigitte Kleinhenz ist Berufspädagogin und systemischer Coach sowie Karriere Coach und Stärken Mentorin für berufliche Balance. Seit über 25 Jahren arbeitet sie im HR Bereich und der Personalentwicklung – in einem männerdominierten Unternehmen. Sie unterstützt Frauen dabei, ihren Job wieder passend zu machen: mit Neuorientierung, Job Feintuning und stimmigen nächsten Schritten. Sie schreibt über berufliche Balance und Karrierewege und begleitet ihre Kundinnen ausschließlich online.

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