Mir gefällt das Format sehr, deshalb bin ich immer wieder gerne dabei.
Heute morgen beim Aufstehen habe ich noch nicht dran gedacht, deshalb gibt es kein Bild von meinem Zwetschenkuchen zum Frühstück.
Ich bin morgens gleich an meinem Arbeitsplatz.
Meine Homepage darf ich an die aktuellen Themen anpassen.
Ohne zweiten Kaffee geht nichts
Mein Mann hat einen Termin, da fahre ich mit und habe eine schöne, alte Mühle entdeckt, als ich auf ihn gewartet habe.
Aber auch hier fehlt das Wasser. Die Mühle steht still.
Zur Zwetschgenzeit ist eine Zwetschgenwähe bei uns Pflichtprogramm.
Und während der Kuchen im Ofen ist, mache ich uns doch gleich mal ein cremiges Joghurt-Eis. Hmmmm… lecker
Dann noch schnell einige Vorbereitungen für meinen Live-Workshop am Freitag.
Wenn du Lust hast, dabei zu sein, kein Problem. Hier geht’s zur Anmeldung.
Nach einem Interview-Termin geht es dann noch etwas in den Schatten am Teich.
Auch wenn ich eigentlich noch bügeln müsste, bei der Hitze habe ich heute keine Lust dazu.
Lieber den Tag im Schatten genießen.
Das waren meine 12 von 12 im August 2026.
Was hast du heute bei den heißen Temperaturen gemacht?
Über die Autorin
Brigitte Kleinhenz ist Berufspädagogin und systemischer Coach sowie Karriere Coach und Stärken Mentorin für berufliche Balance. Seit über 25 Jahren arbeitet sie im HR Bereich und der Personalentwicklung – in einem männerdominierten Unternehmen. Sie unterstützt Frauen dabei, ihren Job wieder passend zu machen: mit Neuorientierung, Job Feintuning und stimmigen nächsten Schritten. Sie schreibt über berufliche Balance und Karrierewege und begleitet ihre Kundinnen ausschließlich online.
Gastbeitrag von Anja Krüger zur Blogparade von Brigitte Kleinhenz
Wenn ich heute auf mein Berufsleben zurückblicke, sehe ich keinen geraden Weg. Ich sehe Entscheidungen, die vernünftig wirkten, obwohl sie nicht meine eigenen waren. Ich sehe Unternehmen, die gewachsen sind, und Lebensphasen, in denen fast nichts mehr sicher war. Vor allem sehe ich mehrere Neuanfänge.
Früher hätte ich mir gewünscht, dass mir jemand sagt: Ein Umweg ist kein Gegenbeweis für deine Fähigkeiten. Ein Bruch macht deine Erfahrung nicht wertlos. Und ein Neustart hat kein Ablaufdatum.
Früher glaubte ich, ein guter Berufsweg müsse gerade sein
Ich wollte studieren. Meine Eltern fanden, ich solle lieber schnell auf eigenen Beinen stehen und Geld verdienen. Also machte ich eine Ausbildung zur Speditionskauffrau. Das war solide und vernünftig, aber nicht mein Traum.
Ich war gut in meinem Beruf. Mit 22 leitete ich bereits die Importabteilung einer großen Spedition in Hannover. Von außen sah das nach einem gelungenen Start aus. Innerlich wusste ich trotzdem, dass ich nicht dauerhaft für andere arbeiten wollte. Ich wollte Verantwortung nicht nur übernehmen, sondern selbst entscheiden, was ich aufbaue.
Mit 23 gründete ich mein erstes Unternehmen. Später kamen weitere Firmen hinzu. Ich lernte, zu verkaufen, Mitarbeitende zu führen, Risiken einzuschätzen und auch dann Entscheidungen zu treffen, wenn niemand eine Garantie geben konnte.
Heute weiß ich: Die Ausbildung war kein verlorener Abschnitt. Sie war auch nicht der Beweis, dass ich meinen eigenen Wunsch aufgegeben hatte. Sie gab mir Wissen, Disziplin und Einblicke, die mir später als Unternehmerin halfen. Ein Weg kann anders beginnen, als wir es geplant haben, und uns trotzdem etwas Wertvolles mitgeben.
Erfolg schützt nicht vor Brüchen
Lange dachte ich, Erfahrung müsse irgendwann vor großen Fehlern schützen. Wenn man nur genug gelernt, gearbeitet und aufgebaut hat, müsste man doch an einen Punkt kommen, an dem das Fundament hält.
So funktioniert das Leben nicht.
Ich habe Unternehmen aufgebaut, verkauft und wieder neu angefangen. Ich habe Verantwortung für meine Familie und meine Firmen getragen. Nach dem Tod meines Mannes stand ich schwanger mit meiner Tochter und mit zwei Söhnen vor einem Leben, das von einem Tag auf den anderen anders aussah. Auch danach ging es weiter. Ich gründete neu und baute wieder auf.
Später traf ich aus Vertrauen eine Entscheidung, die mich sehr teuer zu stehen kam. Ich verlor mein Unternehmen, mein Zuhause und zeitweise auch meine Gesundheit. Das war keine inspirierende Wendung, die sich im Moment schon nach einer späteren Erfolgsgeschichte anfühlte. Es war eine harte Zeit, in der ich oft nicht wusste, wie mein Leben weitergehen sollte.
Was ich meinem jüngeren Ich heute sagen würde: Du musst einen Bruch nicht schönreden, damit du daran wachsen darfst. Du darfst traurig, erschöpft oder orientierungslos sein. Aber du bist nicht plötzlich unerfahren, nur weil etwas nicht funktioniert hat. Alles, was du bis dahin gelernt hast, bleibt in dir.
Mein Neustart mit 53
2018 begann ich noch einmal von vorn. Ich war 53 und baute mir ein Online-Business auf. Ein Jahr später zog ich mit zwei meiner Kinder nach Zypern.
Dieser Neustart war anders als meine früheren Gründungen. Ich wollte nicht mehr beweisen, wie viel ich aushalten kann. Ich wollte ein Unternehmen, das zu meinem Leben passt. Ich wollte meine Erfahrung nutzen, ohne mich jeden Tag auf einer Social-Media-Bühne inszenieren zu müssen. Und ich wollte Frauen zeigen, dass Wissen und Lebensleistung eine wirtschaftliche Grundlage sein können.
Mit 53 hatte ich weniger Lust auf Umwege, aber deutlich mehr Klarheit. Ich wusste besser, welche Arbeit ich leisten wollte, mit wem ich arbeiten wollte und was ich nicht mehr bereit war, für Erfolg zu opfern.
Das Alter war dabei kein Nachteil. Es war ein Filter.
Was ich heute anders mache
Ich definiere Erfolg nicht mehr nur über Wachstum
Früher bedeutete Erfolg für mich vor allem: größer werden, mehr schaffen, mehr Verantwortung tragen. Heute frage ich zusätzlich: Wie fühlt sich der Weg dorthin an? Passt das Unternehmen zu meinem Leben? Bleibt Raum für Gesundheit, Familie und eigene Entscheidungen?
Wachstum ist nicht falsch. Aber es ist nicht automatisch ein Gewinn, wenn wir uns selbst dabei verlieren.
Ich verwechsle Verantwortung nicht mehr mit Selbstaufgabe
Verantwortung gehört zum Unternehmertum. Doch nicht jedes Problem muss allein gelöst werden. Nicht jede Belastung ist ein Beweis für Stärke. Und Vertrauen braucht klare Grenzen.
Ich arbeite heute mit einem kleinen Team und achte bewusster darauf, welche Aufgaben wirklich bei mir liegen. Das ist keine Schwäche, sondern gute Führung.
Ich glaube nicht mehr, dass Sichtbarkeit laut sein muss
Viele Frauen mit großer Erfahrung halten sich zurück, weil sie Sichtbarkeit mit Selbstdarstellung verwechseln. Sie wollen nicht täglich posten, tanzen oder ihr Privatleben teilen. Also bleiben sie lieber ganz im Hintergrund.
Für mich bedeutet Sichtbarkeit heute etwas anderes: Menschen müssen verstehen können, wofür ich stehe, welches Problem ich lösen kann und wie sie mit mir arbeiten können. Das darf ruhig, klar und fachlich sein. Eine hilfreiche Website, ein guter Artikel oder ein ehrliches Gespräch können stärker wirken als tägliche Präsenz ohne Richtung.
Ich behandle Erfahrung als Kapital
Viele Dinge, die uns leichtfallen, erscheinen uns nicht besonders. Wir vergessen, wie viele Jahre, Entscheidungen und Fehler darin stecken. Gerade Frauen spielen ihr Wissen oft herunter, weil es für sie selbstverständlich geworden ist.
Heute schaue ich genauer hin: Welche Abkürzung kann meine Erfahrung für eine andere Frau sein? Welche Entscheidung kann sie mit meiner Hilfe klarer treffen? Daraus entsteht ein Angebot, das nicht auf Lautstärke, sondern auf echter Substanz beruht.
Was ich meinem jüngeren beruflichen Ich sagen würde
Du musst nicht den richtigen Lebensplan für die nächsten dreißig Jahre kennen.
Du darfst eine vernünftige Entscheidung treffen und später feststellen, dass sie nicht mehr zu dir passt. Du darfst erfolgreich sein und trotzdem neu wählen. Du darfst nach einem Verlust langsam werden. Und du darfst mit 40, 50 oder später noch einmal anfangen.
Vor allem würde ich sagen: Warte nicht darauf, dass jemand anderes dir die Erlaubnis gibt, deinen eigenen Weg ernst zu nehmen.
Beruflicher Erfolg bedeutet für mich heute nicht, dass alles nach Plan läuft. Erfolg bedeutet, nach einer Veränderung wieder handlungsfähig zu werden. Die eigene Erfahrung nicht gegen sich zu verwenden, sondern mit ihr weiterzugehen. Und ein Berufsleben aufzubauen, das nicht nur von außen gut aussieht, sondern sich auch von innen stimmig anfühlt.
Meine Umwege waren keine Gegenbeweise. Sie waren mein Berufsleben.
Über die Gastautorin
Anja Krüger ist Unternehmerin, Mentorin und Gründerin von Erfolgsladys. Seit mehr als 35 Jahren baut sie Unternehmen auf und begleitet heute vor allem erfahrene Frauen dabei, aus Wissen und Lebensleistung ein klares Angebot sowie einen ruhigen Weg zu passenden Anfragen zu entwickeln.
Viele Frauen wechseln ihren Job nicht wegen des Gehalts. Sicherheit, Vertrauen und Wertschätzung entscheiden heute oft darüber, ob sie bleiben oder gehen.
Warum Frauen 2026 nicht wegen mehr Geld kündigen, sondern wegen fehlender Sicherheit
Vor ein paar Jahren hätte Anna wahrscheinlich, ohne lange nachzudenken den Job gewechselt. Mehr Geld, ein moderneres Büro und vielleicht auch ein schicker Titel in der E-Mail-Signatur. Warum also nicht wechseln?
Heute sieht das anders aus.
Sie sitzt mit einer Freundin im Café, beide arbeiten in bekannten Unternehmen. Beide bekommen faire Gehälter und trotzdem dreht sich das Gespräch nicht mehr ums Geld.
„Ich will einfach wissen, dass mein Arbeitsplatz auch nächstes Jahr noch da ist.“
Und genau das Thema höre ich als Personalerin immer öfter von Frauen. Es sind nicht der Obstkorb in der Kaffeeküche, der Tischkicker im Pausenraum oder das gemeinsame Sommerfest mit den Kollegen. Sondern das Gefühl: „Hier bin ich sicher.“
Die aktuellen Zahlen zum Arbeitsmarkt machen vielen Menschen Sorgen. Jede dritte Firma in Deutschland plant 2026 Stellen abzubauen und gleichzeitig stellt nur jedes sechste Unternehmen neue Mitarbeitende ein. Laut aktuellen Studien ist die Angst um den eigenen Arbeitsplatz so groß wie seit der Finanzkrise 2009 nicht mehr.
In meinen Gespräch mit Frauen höre ich immer häufiger diesen Satz:
„Ich trau mich im Moment gar nicht, etwas zu verändern.“
Und ganz ehrlich, ich kann das gut nachvollziehen.
Wenn überall von Stellenabbau, Kurzarbeit und wirtschaftlicher Unsicherheit die Rede ist, fühlt sich Abwarten erst mal nach einer vernünftigsten Entscheidung an. Bloß kein Risiko eingehen, lieber den Kopf unten halten und hoffen, dass der Sturm vorbeizieht.
Inzwischen zählen andere Dinge als noch vor ein paar Jahren.
Viele fragen sich: „Kann ich meinem Arbeitgeber vertrauen?“
Genau diese Frage entscheidet oft darüber, ob jemand bleibt oder geht. Sicherheit ist für viele Frauen wichtiger geworden als ein neuer Gehaltssprung. Sie ist inzwischen ein Grund, warum sie bleiben oder gehen.
Warum Arbeitsplatzsicherheit für Frauen immer wichtiger wird
Sicherheit bedeutet längst nicht mehr nur einen unbefristeten Arbeitsvertrag. Laut der aktuellen XING-Wechselwilligkeitsstudie 2026 prüfen immer mehr Frauen in Deutschland einen Jobwechsel, aus anderen Gründen als ihre männlichen Kollegen.
Frauen möchten wissen:
Wird mein Arbeitsplatz auch in Zukunft noch gebraucht?
Kann ich Familie und Beruf weiterhin gut verbinden?
Steht mein Arbeitgeber auch in schwierigen Zeiten hinter seinem Team?
Werde ich ehrlich informiert, wenn sich etwas verändert?
Habe ich hier auch in zwei oder drei Jahren noch eine gute Chance, oder sollte ich mich lieber schon jetzt umsehen?
Wer diese Fragen mit einem guten Gefühl beantworten kann, bleibt oft länger im Unternehmen. Selbst dann, wenn ein anderer Arbeitgeber mehr Geld bietet.
Denn Unsicherheit kostet enorm an Kraft.
Wer jeden Morgen mit dem Gedanken zur Arbeit fährt, ob bald die nächste Umstrukturierung kommt oder die eigene Abteilung betroffen ist, verbraucht sehr viel innere Energie. Energie, die im Job dann fehlt, und zuhause erst recht. Viele Frauen tragen Verantwortung an mehreren Stellen gleichzeitig, im Beruf, in der Familie. Manche auch für Eltern oder Angehörige. Da bleibt kaum Platz für dauerndes Grübeln.
Was aktuelle Studien über Arbeitgeberbindung von Frauen zeigen
Das Karrierenetzwerk XING hat gemeinsam mit dem Forsa-Institut über 3.400 Berufstätige befragt.
Ein zu niedriges Gehalt gehört zwar weiterhin zu den häufigsten Gründen für einen Jobwechsel. Direkt danach folgt aber die Qualität der Führung. Schlechte Vorgesetzte treiben Frauen häufiger zur Kündigung als eine hohe Arbeitsbelastung.
75 Prozent der Befragten sind mit ihren Arbeitsbedingungen zufrieden, gleichzeitig sind aber 41 Prozent offen für einen Wechsel.
Zufrieden sein und bleiben wollen sind zwei verschiedene Dinge.
Als Personalerin auf der anderen Seite des Tisches kenne ich diesen Widerspruch gut, denn es gibt Mitarbeiterinnen, die im Gespräch alles loben und drei Monate später trotzdem kündigen. Der Grund liegt selten im Gehalt, sondern eher in dem Gefühl, langfristig durch die Führungskraft nicht gesehen zu werden.
Vertrauen entsteht nicht durch schöne Worte
Viele Unternehmen schreiben auf ihre Karriereseite sowas wie „Der Mensch steht bei uns im Mittelpunkt.“
Das liest sich erst mal gut, aber Frauen achten viel stärker darauf, ob diese schönen Worte im Alltag auch gelebt werden und was wirklich im Unternehmen passiert.
Wie spricht die Führungskraft mit dem Team?
Wie wird mit Fehlern umgegangen?
Werden Veränderungen offen erklärt, oder erfahren Mitarbeitende erst aus den Nachrichten, das wieder Stellen gestrichen werden?
Zwischen Worten und Taten liegen oft Welten und genau dort entsteht Vertrauen oder eben nicht.
Was Frauen wirklich an ihren Arbeitgeber bindet
Sicherheit besteht aus vielen kleinen Bausteinen und Frauen bleiben dort, wo mehrere Bausteine zusammenpassen.
Ehrliche Kommunikation schafft Sicherheit
Niemand erwartet, dass ein Unternehmen immer nur gute Nachrichten hat, aber Menschen möchten wissen, woran sie sind.
Wenn Veränderungen anstehen, hilft Offenheit mehr als unter den Tisch kehren oder Schweigen.
Wer sein Team früh informiert und Entscheidungen erklärt, nimmt Unsicherheit raus. Genau das schafft Vertrauen.
Wertschätzung zeigt sich im beruflichen Alltag
Frauen bleiben bei Vorgesetzten, die verlässlich sind, das zeigt sich in fast jeder aktuellen Studie zur Arbeitgeberbindung. Wertschätzende Führung zeigt sich tagtäglich im Alltag. Ein ehrliches Danke und Interesse an den Menschen. Zeit für Gespräche und Zuhören sind wichtige Führungskompetenzen, die eine größere Wirkung haben und kosten kein zusätzliches Budget. Trotzdem macht genau das für viele Frauen den Unterschied.
Wertschätzung zeigt sich nicht beim Sommerfest. Sie zeigt sich montagmorgens im ersten Gespräch. Mittwochs nach einem Fehler oder freitags, wenn eine Führungskraft fragt, wie es wirklich läuft.
Wer sich von der Führungskraft ernst genommen fühlt, ist nicht nur seltener krank, sondern denkt auch weniger über einen Wechsel nach.
Flexibilität muss im echten Leben funktionieren
Flexible Arbeitsmodelle stehen bei Frauen weit oben auf der Wunschliste. Aber Flexibilität auf dem Papier reicht nicht, denn eine Studie zu Karrierechancen von Frauen beschreibt das Problem treffend: Wenn das Teammeeting regelmäßig um 16 Uhr beginnt und die Kita um 16.30 Uhr schließt, fühlt sich niemand flexibel.
Viele Frauen jonglieren jeden Tag nicht nur den Beruf, sondern auch Familie und weitere Verpflichtungen gleichzeitig.
Deshalb zählt vor allem eines: Planbarkeit.
Wer weiß, wann gearbeitet wird, kann den Alltag besser organisieren und schläft oft deutlich ruhiger.
Ein Beispiel aus dem Berufsalltag
Julia erhält ein Jobangebot mit 700 € mehr Gehalt. Fachlich wäre der Wechsel ein Karriereschritt, trotzdem sagt sie ab.
Warum?
Ihr jetziger Arbeitgeber unterstützte sie nach der Elternzeit, ermöglicht flexible Arbeitszeiten und spricht offen über die wirtschaftliche Entwicklung des Unternehmens.
Für Julia fühlt sich diese Sicherheit wertvoller an als das zusätzliche Geld.
Arbeitsplatzsicherheit wird zum echten Bindungsfaktor
Wenn die Wirtschaft schwankt, verändert sich auch der Blick auf den eigenen Job.
Viele Frauen fragen sich heute nicht mehr nur: „Verdiene ich genug?“
Sie fragen sich:
„Kann ich mich darauf verlassen, dass mein Arbeitsplatz auch nächstes Jahr noch da ist?“
Dieses Gefühl von Sicherheit lässt sich nicht mit großen Versprechen herbeizaubern. Es wächst, wenn Unternehmen offen kommunizieren und ihre Mitarbeitenden ernst nehmen.
Auch dazu ein Beispiel
Sabine arbeitet seit acht Jahren in einem mittelständischen Unternehmen.
Als die Aufträge schwächeln, wird das Team unruhig. Viele rechnen schon mit Entlassungen.
Doch die Geschäftsführung entscheidet sich für einen anderen Weg.
Einmal im Monat informiert sie alle Mitarbeitenden über die aktuelle Lage. Zahlen werden erklärt und Entscheidungen begründet. Fragen dürfen offen gestellt werden.
Natürlich nimmt das niemandem die Sorge komplett. Aber Sabine weiß, woran sie ist. Sie fühlt sich nicht allein gelassen und muss sich ihre Informationen nicht über Gerüchte oder Nachrichten zusammensuchen.
Genau deshalb bleibt sie, auch wenn nicht alles leicht ist, sondern weil sie ihrem Arbeitgeber vertraut.
Faire Bezahlung bleibt wichtig, aber Transparenz zählt genauso
Natürlich spielt Geld weiterhin eine Rolle, neu ist aber der Wunsch nach Transparenz: Frauen wollen nachvollziehen, wie Gehälter zustande kommen und welche Kriterien für eine Erhöhung gelten. Und auch, welche Entwicklungsmöglichkeiten es gibt.
Fehlt diese Offenheit, entstehen schnell Zweifel. Manche fragen sich, ob ihre Leistung wirklich gesehen wird oder ob andere bevorzugt werden.
Wer also nachvollziehen kann, wie Entscheidungen entstehen, fühlt sich deutlich fairer behandelt.
Die Aufgaben müssen zum Leben passen
Die YER-Arbeitszufriedenheitsstudie 2026 zeigt noch etwas Spannendes.
27 % der Befragten wünschen sich interessantere Arbeitsaufgaben.
26 % möchten stärker das Gefühl haben, etwas Sinnvolles zu tun.
Ein gutes Gehalt reicht da nicht mehr, wenn die Aufgaben nicht mehr passen oder zu viel Kraft kosten.
Deshalb lohnt sich manchmal ein genauer Blick.
Braucht es wirklich einen neuen Arbeitgeber?
Oder würde schon eine andere Aufgabenverteilung helfen?
Vielleicht steckt die passende Stelle längst im eigenen Unternehmen.
Job-Feintuning statt Kündigung beschreibt genau diesen Punkt.
Warum Frauen oft andere Prioritäten setzen
Mehr als die Hälfte der berufstätigen Frauen in Deutschland arbeitet 2026 in Teilzeit.
Für manche ist das eine bewusste Entscheidung, für andere bleibt kaum eine Alternative.
Kinder müssen pünktlich aus der Kita abgeholt werden, Angehörige brauchen Unterstützung. Der Alltag verlangt oft viel Organisation.
Das erklärt auch, warum Frauen andere berufliche Prioritäten und ihren Arbeitsplatz anders bewerten als Männer.
Nicht die nächste Beförderung steht an erster Stelle.
Sondern die Frage: „Passt dieser Job zu meinem Leben, oder frisst er mich und mein Leben auf?“
Ein Arbeitsplatz darf Kraft geben und sollte nicht jeden Abend das Gefühl hinterlassen, nur noch platt und ausgelaugt zu sein.
Die Sicherheit, nach der wir uns alle sehnen, gibt es in dieser Form heute kaum noch. Die aktuellen Entlassungswellen zeigen das ziemlich deutlich. Ein sicherer Job ist heute leider keine Garantie mehr.
Deshalb lohnt es sich, den Blick nicht nur auf den Arbeitsplatz zu richten, sondern auch auf sich selbst. Denn wer sich nur an seinem Arbeitgeber festhält, merkt oft erst viel zu spät, dass der Boden unter den Füßen längst ins Rutschen gekommen ist.
Was dir heute wirklich Halt geben kann, ist etwas anderes.
Nicht die Hoffnung, dass dein Arbeitgeber schon irgendwie durchhält. Sondern das Vertrauen in dich selbst.
Wenn du weißt, was du gut kannst, wenn du weißt, was dir wichtig ist und wenn du weißt, welche Möglichkeiten du hast, auch wenn im Außen grad vieles unsicher wirkt.
Genau das gibt dir ein Stück mehr Ruhe.
Natürlich passiert das nicht von heute auf morgen. Sich mit den eigenen Stärken, Wünschen und Zielen auseinanderzusetzen, braucht Zeit. Aber genau diese Sicherheit nimmt dir niemand. Keine Umstrukturierung, keine Kündigungswelle und auch kein wirtschaftlicher Abschwung.
Sie bleibt bei dir, egal, was um dich herum passiert.
Angst macht was mit uns.
Sie sorgt dafür, dass sich deine Gedanken ständig im Kreis drehen. Du gehst dieselben Fragen immer wieder durch und hoffst, irgendwann die eine richtige Antwort zu finden. Doch meistens macht das Grübeln nur müde und die Lösung rückt kein Stück näher.
Dabei braucht es oft gar keine großen Entscheidungen.
Viel wichtiger ist der erste kleine Schritt, den du diese Woche gehen kannst, indem du dir einfach mal Zeit nimmst und ehrlich hinschaust, was du eigentlich willst.
Genau diese kleinen Schritte bringen dich weiter. Einer nach dem anderen.
Drei Fragen, die du dir heute stellen darfst
Nimm dir einen Moment Zeit und beantworte dir folgende Fragen ehrlich.
Freust du dich morgens auf deine Arbeit oder zählst du innerlich schon die Tage bis zum Wochenende?
Gehst du abends zufrieden nach Hause oder fühlst du dich regelmäßig ausgepowert?
Ist das Gehalt der einzige Grund, warum du noch in deinem Job bleibst?
Wenn du zwei oder sogar alle drei Fragen mit „Ja“ beantwortest, lohnt es sich genauer hinzuschauen.
Und zwar nicht mit dem Gedanken, sofort zu kündigen, sondern mit der Frage:
„Was passt für mich eigentlich nicht mehr?“
Manchmal braucht es keinen kompletten Neuanfang. Oft reicht schon ein offenes Gespräch mit der Führungskraft.
Vielleicht tut dir eine andere Aufgabenverteilung gut.
Vielleicht brauchst du klarere Grenzen, damit Feierabend auch wirklich Feierabend bleibt.
Du musst nicht gleich alles auf den Kopf stellen.
Und wenn sich trotz allem nichts verändert, weißt du wenigstens, dass du alles versucht hast.
So zeigt sich manchmal auch, dass ein Wechsel tatsächlich der bessere Weg ist.
Dann gehst du diese Entscheidung nicht aus Frust, sondern mit einem guten Gefühl.
Sicherheit ist kein Bonus, sondern ein Grundbedürfnis
Frauen bleiben 2026 nicht automatisch dort, wo das beste Gehalt gezahlt wird.
Sie bleiben dort, wo Vertrauen wächst, offen gesprochen wird und Entscheidungen nachvollziehbar sind.
Wo Menschen mehr sind als eine Personalnummer und Wertschätzung jeden Tag gelebt wird.
Genau dieses Gefühl macht aus einem Arbeitsplatz mehr als nur einen Ort, an dem man Geld verdient.
Es macht ihn zu einem Ort, an dem Menschen morgens gerne ankommen.
Und genau das entscheidet in den kommenden Jahren immer häufiger darüber, welche Unternehmen gute Mitarbeiterinnen gewinnen und dauerhaft halten.
Mein Impuls für dich
Falls du gerade unsicher bist, ob dein Job noch zu deinem Leben passt, musst du keine vorschnelle Entscheidung treffen.
Manchmal hilft schon ein Gespräch mit einer Person, die von außen auf deine Situation schaut.
Im kostenfreien Balance Gespräch schauen wir gemeinsam, was dir im Job fehlt, welche Stellschrauben es gibt und ob sich deine Situation schon mit kleinen Veränderungen verbessern lässt.
Denn nicht jeder Job braucht eine Kündigung.
Manchmal braucht er einfach einen ehrlichen Blick auf das, was dir wirklich wichtig ist.
Über die Autorin
Brigitte Kleinhenz ist Berufspädagogin und systemischer Coach sowie Karriere Coach und Stärken Mentorin für berufliche Balance. Seit über 25 Jahren arbeitet sie im HR Bereich und der Personalentwicklung – in einem männerdominierten Unternehmen. Sie unterstützt Frauen dabei, ihren Job wieder passend zu machen: mit Neuorientierung, Job Feintuning und stimmigen nächsten Schritten. Sie schreibt über berufliche Balance und Karrierewege und begleitet ihre Kundinnen ausschließlich online.
Was bindet Frauen 2026 am stärksten an ihren Arbeitgeber?
Frauen bleiben vor allem dort, wo sie sich sicher und wertgeschätzt fühlen. Arbeitsplatzsicherheit, eine gute Führung, ehrliche Kommunikation, flexible Arbeitsmodelle und eine faire Bezahlung sind oft wichtiger als ein höheres Gehalt.
Warum wechseln viele Frauen trotz guter Arbeitsbedingungen den Job?
Studien zeigen, dass Zufriedenheit und Arbeitgeberbindung zwei verschiedene Dinge sind. Fehlt das Gefühl, langfristig gesehen zu werden oder fehlt Vertrauen in die Zukunft des Unternehmens, wächst die Wechselbereitschaft trotz guter Arbeitsbedingungen.
Ist Teilzeit ein Karrierehindernis für Frauen?
Nicht automatisch. Problematisch wird Teilzeit dort, wo sie nicht freiwillig gewählt, sondern durch fehlende Kinderbetreuung oder starre Meetingzeiten erzwungen ist.
Ist das Gehalt noch der wichtigste Grund für einen Jobwechsel?
Nein. Ein faires Gehalt bleibt wichtig, doch viele Frauen achten heute stärker auf Arbeitsplatzsicherheit, verlässliche Führung und eine gute Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben. Erst das Gesamtpaket entscheidet, ob sie bleiben oder gehen.
Welche Rolle spielt die Führung bei der Mitarbeiterbindung?
Eine wertschätzende Führungskraft stärkt Vertrauen und Motivation. Wer ehrlich kommuniziert, zuhört und Mitarbeitende ernst nimmt, sorgt oft dafür, dass Frauen ihrem Arbeitgeber langfristig treu bleiben.
Woran erkenne ich, dass mein Job nicht mehr zu mir passt?
Wenn du morgens nur widerwillig zur Arbeit gehst, nach Feierabend dein Energielevel ständig am Boden ist oder das Gehalt dein einziger Grund zum Bleiben ist, lohnt sich ein genauer Blick. Auch die Häufigkeit von Wechselgedanken sind Signale, dass sich etwas verändern sollte.
Muss ich sofort kündigen, wenn ich unzufrieden bin?
Nein. Häufig helfen schon kleine Veränderungen, ein offenes Gespräch mit der Führungskraft oder eine andere Aufgabenverteilung. Erst wenn sich trotz aller Bemühungen nichts verbessert, kann ein Jobwechsel der passende nächste Schritt sein.
Mir gefällt das Format sehr, deshalb bin ich immer wieder gerne dabei.
Fast hätte ich nicht dran gedacht.
Gestern hatten wir 19. Hochzeitstag und waren beim Essen.
Bei dem Traumwetter war das eine super Idee.
Deshalb habe ich mich vormittags erst mal an den PC gesetzt und meine Social-Media-Kommentare bearbeitet und zack, habe ich das heutige Datum entdeckt.
Danach gleich noch meine Blogparade gepostet, das wollte ich schon seit drei Tagen machen 🙈
Gegen 11 Uhr geht’s los. Wir haben heute etwas besonderes vor.
Rund um den Kreuzberg in der Rhön
Kennst du Bionade? Das Kultgetränk der letzten Jahre.
Hier in Ostheim wurde es erfunden und ist daheim.
Wir haben heute ein anderes Ziel.
Es geht nach Stockheim zum Oldtimertreffen.
Das ist jedes Jahr wieder eine wunderschöne Veranstaltung.
Auch das erste Auto meiner Eltern ist da
Aber es gibt auch einige schöne Oldtimer-Traktoren zu bewundern.
Den kennen wir schon und sehen ihn fast auf jedem Oldtimer-Treffen.
Eines der ältesten Fahrzeuge bekommen einen Ehrenplatz im Schatten
Das Jaguar-Zeichen ist gerade bei den Oldtimern sehr imposant.
Die Autos glänzen in der Sonne um die Wette
Trotz 30 Grad im Schatten ist der Teufel los.
Solche Veranstaltungen ziehen ihre Fans magisch an. Uns auch.
Kurz vor 14 Uhr wird es uns aber doch zu heiß.
Selbst mit 50er Sonnencreme wird es unangenehm auf der Haut.
Also nix wie nach Hause zu einem Stück Kuchen und einer Tasse Kaffee.
Jetzt bleiben wir erst mal drinnen, bis die Sonne etwas angenehmer wird.
Das waren meine 12 von 12 im Juli 2026.
Was hast du heute bei dem Traumwetter gemacht?
Über die Autorin
Brigitte Kleinhenz ist Berufspädagogin und systemischer Coach sowie Karriere Coach und Stärken Mentorin für berufliche Balance. Seit über 25 Jahren arbeitet sie im HR Bereich und der Personalentwicklung – in einem männerdominierten Unternehmen. Sie unterstützt Frauen dabei, ihren Job wieder passend zu machen: mit Neuorientierung, Job Feintuning und stimmigen nächsten Schritten. Sie schreibt über berufliche Balance und Karrierewege und begleitet ihre Kundinnen ausschließlich online.
Dieser Beitrag ist mein eigener Beitrag zu meiner Blogparade„Was ich mir für mein Berufsleben gewünscht hätte und was ich heute anders mache“. Die Idee dahinter: Frauen erzählen ehrlich von ihrem Berufsleben, ihren Erfahrungen und den Erkenntnissen, die sie heute gerne schon früher gehabt hätten.
Was ich mir für mein Berufsleben gewünscht hätte: Eine Mentorin, die mich sieht
Als ich ins Berufsleben gestartet bin, war ich überzeugt: Wer gute Arbeit macht, wird gesehen.
Ich dachte immer, Fleiß zahlt sich aus und Engagement wird belohnt.
So bin ich von klein auf aufgewachsen. Ich habe gelernt, wer Verantwortung übernimmt, bekommt irgendwann auch mehr Verantwortung übertragen.
Heute weiß ich, dass die Wirklichkeit meistens anders aussieht.
Besonders als Frau.
Ich hatte keinen Menschen an meiner Seite, der mich gefördert hat, niemanden, der gesagt hat:
„Du kannst mehr, als du gerade selbst glaubst.“
Und auch niemanden, der mir gezeigt hat, welche Spielregeln im Berufsleben gelten, der mir erklärt hat, dass Leistung alleine eben nicht immer reicht.
Aber genau das hätte ich mir gewünscht.
Eine Mentorin, keine Lehrerin und keine Chefin, sondern einen Menschen, der mich als Person wahrnimmt, mit meiner Persönlichkeit.
Erfolg hatte für mich lange ein männliches Gesicht
Ich arbeite seit vielen Jahren in einem Umfeld, das stark von Männern geprägt ist.
Dort gibt es etwas, das viele gar nicht bewusst wahrnehmen: Männer unterstützen Männer.
Sicherlich nicht immer absichtlich, oft ist das ganz selbstverständlich.
Man kennt sich, empfiehlt sich weiter. Man spricht miteinander und Mentoren öffnen Türen.
Früher hätte ich Seilschaften dazu gesagt, heute heißt das Netzwerk.
Damals hab ich einfach nur gedacht: „Die kennen sich halt.“
Mir war lange nicht bewusst, wie viel beruflicher Erfolg auch davon abhängt, wer deinen Namen nennt, wenn du nicht im Raum bist.
Ich dagegen dachte:
„Ich arbeite einfach noch besser.“
Also hab ich Überstunden gemacht, hab Verantwortung übernommen, Projekte im Hintergrund gerettet und ganz leise Probleme gelöst.
Und trotzdem hatte ich oft das Gefühl, immer noch mehr leisten zu müssen.
Heute weiß ich: Ich hab versucht, fehlende Unterstützung mit noch mehr Leistung auszugleichen, aber das funktioniert nur eine gewisse Zeit.
Und irgendwann stehst du vor einem Burnout oder dein Körper zeigt dir seeeehr deutlich, dass es so definitiv nicht weitergehen kann.
Mir hat das mein Körper sehr deutlich gezeigt, als ich innerhalb weniger Monate mehrfach mit einer massiven Grippe flach gelegen war und trotzdem dachte, ohne mich geht es nicht.
Erst als mein Körper den Stecker gezogen hat und ich im Bad von jetzt auf gleich ohnmächtig geworden bin und danach 2 Tage im Krankenhaus gelegen war, bin ich aufgewacht.
Frauen waren oft Konkurrentinnen statt Verbündete
Etwas hat mich damals, in meinen ersten Berufsjahren besonders traurig gemacht.
Ich hätte mir gewünscht, dass Frauen sich gegenseitig stärken.
Doch häufig hab ich etwas ganz anderes erlebt.
Da gab es Misstrauen und sehr viel Neid unter Frauen.
Kleine Spitzen in der Kaffeeküche und Klatsch und Tratsch über andere, die nicht im Raum waren.
Natürlich waren nicht alle Frauen so, aber oft entstand der Eindruck, dass nur Platz für eine Frau am Tisch ist.
Wenn eine Frau die nächste Stufe der Karriereleiter geschafft hat und weitergekommen ist, hieß es hinter vorgehaltener Hand „Na, womöglich hat sie sich hochgeschlafen“
Frauen konnten damals schon echt grausam sein und manche haben bis heute nichts dazu gelernt.
Aber heute denke ich, es lag weniger an den Frauen selbst, sondern eher an den Strukturen, wenn es nicht vorwärts ging.
Frauen mussten sich ihren Platz im Beruf einfach härter erkämpfen.
Viele hatten gelernt, sich durchzusetzen, indem sie stärker wurden wie ihr Umfeld, statt gemeinsam stärker zu werden.
Das ist schade, denn genau dadurch sind viele Chancen verloren gegangen.
Was ich meinem jüngeren Ich heute sagen würde
Wenn ich meinem jüngeren Ich begegnen könnte, würde ich nicht sagen:
„Arbeite härter.“
Sondern ich würde mir sagen:
„Suche dir Menschen, die an dich glauben.“
„Hab den Mut, auszusprechen, was du denkst, auch wenn deine Stimme am Anfang zittert.“
Genau das musste ich selbst erst lernen.
Ich erinnere mich noch gut an einen Workshop mit rund 120 Führungskräften.
Das Foyer war voll und vorne saß die Geschäftsleitung.
Eigentlich bin ich kein Mensch, der sich in den Mittelpunkt drängt, ich sitze lieber erst mal da, höre zu und mache mir meine Gedanken.
Doch an dem Tag wurde etwas gesagt, das ich so nicht stehen lassen konnte.
Mein Herz klopfte bis zum Hals.
Ich hatte sicherlich einen hochroten Kopf und dachte nur: „Was machst du hier eigentlich?“
Trotzdem stand ich auf, ging nach vorne ans Mikrofon und hielt der Runde einen Spiegel vor.
Ich sprach aus, was viele vermutlich dachten, aber niemand sich zu sagen traute.
Als ich es ausgesprochen hatte, schoss mir sofort ein Gedanke durch den Kopf: „Hast du noch alle Tassen im Schrank?“
Ich war überzeugt, dass ich gerade viel zu weit gegangen war.
Aber dann passierte etwas, womit ich niemals gerechnet hätte.
Die Führungskräfte standen auf und applaudierten, Standing Ovations und zwar sehr laut.
Noch Tage später kamen Kolleg:innen auf mich zu und bedankten sich für meinen Mut.
Mehrfach sprach mich danach sogar die Geschäftsleitung an und fragte mich nach meiner Einschätzung zu anderen Themen.
Dieser eine kurze Moment hat für mich mehr verändert, als ich damals ahnen konnte.
Nicht etwa, weil ich plötzlich laut geworden bin, sondern weil ich endlich verstanden habe, dass meine Stimme Gewicht hat.
Heute fällt es mir viel leichter, Dinge anzusprechen, wenn ich merke, dass etwas nicht richtig läuft.
Respektvoll und mit dem Wissen, dass Schweigen selten etwas verändert.
Genau diesen Mut hätte ich meinem jüngeren Ich schon viel früher gewünscht.
Heute erlebe ich eine Veränderung
Zum Glück verändert sich heute etwas, langsam, aber spürbar.
Immer mehr Frauen erkennen, dass Konkurrenz niemanden weiterbringt.
Sie gründen Netzwerke.
Sie empfehlen sich gegenseitig und feiern Erfolge gemeinsam.
Sie teilen Erfahrungen und öffnen auch für andere Türen.
Genau das hätte ich mir vor vielen Jahren in meinem jungen Berufsleben gewünscht.
Eine Frau, die sagt:
„Komm mit. Ich zeig dir, was ich gelernt hab.“
Vielleicht wäre mein beruflicher Weg dadurch nicht kürzer geworden, aber bestimmt leichter.
Genau deshalb begleite ich heute Frauen
Heute arbeite ich als Personalentwicklerin und Ausbilderin. Außerdem unterstütze ich Frauen als Mentorin und Coach dabei, ihren beruflichen Weg so zu gestalten, dass er wirklich zu ihnen passt.
Ich möchte aus Frauen keine lauten Menschen machen.
Ich wünsche mir vielmehr, dass sie den Mut finden, ihre Gedanken auszusprechen, für sich einzustehen und sich nicht länger kleiner zu machen, als sie sind.
Warum ich das tue?
Weil ich genau weiß, wie es sich anfühlt, immer alles alleine mit sich zu diskutieren und schaffen zu wollen.
Ich kenne die Zweifel und den Druck, sich ständig beweisen zu müssen.
Und ich weiß auch, wie viel leichter vieles wird, wenn endlich jemand da ist, der einen ernst nimmt und unterstützt.
Ich weiß, dass viele Frauen Fragen mit sich herumtragen wie . . .
Bin ich gut genug?
Darf ich mehr wollen?
Warum werde ich übersehen?
Wie finde ich meinen Platz?
Diese Fragen haben mich selbst viele Jahre begleitet.
Deshalb geht es in meiner Arbeit nicht darum, Frauen zu sagen, wie sie sein sollen.
Ich möchte ihnen helfen, ihren eigenen, ganz persönlichen Weg zu finden.
Damit sie nicht nur funktionieren, sondern sich im Job wieder zuhause fühlen können.
In einem Job, bei dem sie morgens denken: „Yes. Dafür stehe ich auf.“
Mit mehr Selbstvertrauen und mehr Leichtigkeit.
Und mit Menschen an ihrer Seite, die sie stärken, statt klein zu machen.
Wahrscheinlich bin ich heute genau die Mentorin geworden, die ich selbst damals gebraucht hätte.
Mein Wunsch für die nächste Generation von Frauen
Ich wünsche mir eine Arbeitswelt, in der Frauen sich nicht mehr gegenseitig beweisen müssen, wer besser ist.
Ich wünsche mir Frauen, die ihr Wissen gerne miteinander teilen, die sich gegenseitig empfehlen und sich feiern und sich auch auffangen, wenn es schwierig wird.
Die sich gegenseitig ehrlich sagen: „Ich glaube an dich.“
Denn Erfolg wird tatsächlich größer, wenn wir ihn teilen.
Und vielleicht schreibt irgendwann eine junge Frau rückblickend:
„Ich hatte das Glück, dass jemand an mich geglaubt hat und mich unterstützt hat.“
Wenn mein Mentoring auch nur einen kleinen Teil dazu beiträgt, dann hat sich mein eigener Weg gelohnt.
Brigitte Kleinhenz ist Berufspädagogin und systemischer Coach sowie Karriere Coach und Stärken Mentorin für berufliche Balance. Seit über 25 Jahren arbeitet sie im HR Bereich und der Personalentwicklung – in einem männerdominierten Unternehmen. Sie unterstützt Frauen dabei, ihren Job wieder passend zu machen: mit Neuorientierung, Job Feintuning und stimmigen nächsten Schritten. Sie schreibt über berufliche Balance und Karrierewege und begleitet ihre Kundinnen ausschließlich online.
Stärken Mentorin für berufliche Balance und systemischer Coach. Ich begleite Frauen, die merken, dass ihr Job nicht mehr ganz zu ihnen passt und unterstütze sie dabei, ihre leise, kraftvolle Seite neu zu entdecken. Gemeinsam gestalten wir ein Berufsleben, das Sinn macht, guttut und sich echt anfühlt. Schritt für Schritt, ohne alles auf den Kopf zu stellen.
Viel Spaß hier auf meinem Blog.
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