Was ist ein People Pleaser? Warum „ein guter Mensch sein“ auf Dauer schadet
Kleiner Überblick: Ein People Pleaser stellt ständig andere über sich selbst. Aus Angst vor Ablehnung. Dieser Beitrag zeigt dir, woran du People Pleasing erkennst, warum es entsteht und wie du Schritt für Schritt aus dem Dilemma aussteigen kannst.
Wenn Nein sagen schwerfällt
Du sitzt in einer Teambesprechung und dein Chef fragt dich, ob du ein Projekt übernimmst.
Du hast eigentlich schon genug zu tun, aber du sagst „Ja“, weil du niemanden enttäuschen möchtest.
Abends merkst du: Du bist müde, ausgelaugt, fühlst dich irgendwie leer, wie dein Handyakku kurz vor dem Abschalten, obwohl du doch anderen geholfen hast.
Solche Situationen kennen nicht nur Frauen: Man möchte gemocht werden, möchte Harmonie, möchte nicht anecken.
Aber irgendwann zieht dir das nur noch Energie.
Wenn du dich immer wieder in solchen Momenten siehst, könnte es sein, dass du dich zum „People Pleaser“ entwickelt hast.
In diesem Beitrag lernst du:
- was ein People Pleaser ist.
- typische Anzeichen, ob du einer bist.
- Ursachen, wie dieses Verhalten entstehen kann.
- negative Folgen, die oft übersehen werden.
- Tipps, wie du Schritt für Schritt aus dem People Pleasing aussteigen kannst.
Wenn du deine eigene Stimme wieder wichtiger nehmen willst, dann lies weiter.
Was bedeutet „People Pleaser“?
Zunächst mal die Definition: Ein People Pleaser ist jemand, der stets versucht, anderen zu gefallen.
Er stellt oft seine eigenen Wünsche hinten an, sagt selten „Nein“, um Konflikte zu vermeiden, und will dadurch gemocht oder akzeptiert werden.
Es ist weit mehr als nett sein.
Es geht oft über reines Höflichsein oder Hilfsbereit-Sein hinaus.
Es wird zur Gewohnheit.
Du handelst automatisch so, dass andere sich wohlfühlen, auch wenn du dadurch selbst leidest.
Doch Vorsicht, es gibt eine Abgrenzung: Natürlich gibt es ein gesundes Helfen, wie Freundlichkeit, Mitgefühl, Unterstützung.
Aber wenn dein Wohlbefinden dauernd darunter leidet, wenn du dich selbst verlierst, dann ist das kein ausgewogenes Geben mehr, sondern People Pleasing.
Unser gesellschaftliches Bild: Wir haben oft gelernt, wer gut kooperiert, ist beliebt.
Besonders wenn man in einer Familie, einem Team, in Freundeskreis oder am Arbeitsplatz Anerkennung möchte.
Bei Frauen ist dieses gesellschaftliche Bild noch stärker ausgeprägt, als bei Männern.
Damit wächst der Druck, sich anzupassen.
Man darf keine Fehler machen, soll immer funktionieren und das wiederum nährt ebenfalls People Pleasing.
8 typische Anzeichen für People Pleasing
Diese Anzeichen zeigen dir, ob du in der People-Pleaser-Falle steckst:
| Dein Verhalten / Deine Gedanken | Was es bedeutet: |
| “Ja” sagen, obwohl du „Nein“ meinst | Du übernimmst Aufgaben, Termine oder Verantwortungen, obwohl du dich innerlich dagegen sträubst. |
| Angst vor Konflikten | Warum? Weil du denkst, Konflikte zerstören Beziehungen. Also weichst du aus. |
| Ständige Entschuldigungen | Du entschuldigst dich, auch wenn du nichts falsch gemacht hast. Aus Angst, jemand könnte verletzt sein. |
| Eigene Bedürfnisse zurückstellen | Freizeit, Pausen, Wünsche: Alles wird zugunsten anderer beiseitegeschoben. Andere kommen IMMER zuerst. |
| Perfektionismus und Überverantwortung | Du glaubst, es hängt alles von dir ab. Du darfst keine Fehler machen. Du musst alles alleine schaffen. |
| Übermäßige Sorge, was andere denken | Dein Selbstwert hängt stark davon ab, wie andere dich bewerten. |
| Probleme, Anerkennung anzunehmen | Du gibst Lob weiter, aber akzeptierst selbst kaum Komplimente und wiegelst sie ab. |
| Körpersprache & Innere Anspannung | Du spürst innerlich Angst oder Unsicherheit, du sagst schnell Ja, dein Herz klopft vielleicht sogar schneller dabei. |
Lisa übernimmt immer die Familienorganisationen.
Urlaube planen, Essen organisieren, Geburtstagsgeschenke, Einladungen: alles hängt an ihr.
Obwohl sie sich oft überfordert fühlt und eigene Wünsche hintenanstellt.
Oder Tom, der in Besprechungen eher still ist, wenn er anderer Meinung ist.
Aus Angst, einen schlechten Eindruck zu machen.
Wenn du solche Anzeichen bei dir erkennst, bist du vermutlich auf dem Weg zum People Pleaser oder schon mittendrin.
4 Ursachen: Warum werden Menschen zu People Pleasern?
Damit du verstehst, wie dieses Verhalten entstehen kann, habe ich dir einige häufige Ursachen zusammengesammelt
a) Kindheit & Erziehung
- Du wurdest vielleicht gelobt, wenn du brav warst, gehorcht hast, Konflikte vermieden hast oder gute Noten von der Schule heimgebracht hast.
- Häufig gab es wenig Anerkennung, wenn du eigene Bedürfnisse geäußert hast.
- Eltern, Lehrer oder auch andere Autoritätspersonen haben erwartet, dass du funktionierst.
b) Traumatische Erfahrungen
- Wenn du erlebt hast, dass es besser ist still zu sein, weil danach Wutausbrüche oder Kritik folgten.
- Wenn du gelernt hast: Nähe erhalte ich nur, wenn ich mich „richtig“ verhalte.
c) Rollenbilder & Sozialisation
- In vielen Kulturen wird Frauen von klein auf beigebracht, fürsorglich und angepasst zu sein und Rücksicht zu nehmen.
- Männer könnten gelernt haben, dass Schwächen nicht gezeigt werden dürfen und sind deshalb in Stillsein oder Überanpassung verfallen.
d) Wunsch nach Zugehörigkeit und Angst vor Ablehnung
- Menschen wollen immer Teil einer Gruppe sein. Das liegt in unserer Genetik. Wenn du denkst: „Wenn ich mich weigere, mache ich mich unbeliebt“, vermeidest du Ablehnung.
- Selbstwert kann stark von Feedback abhängen: „Gemocht werden“ wird dadurch zur Währung.
Die unsichtbaren Folgen: Warum People Pleasing krank machen kann
Wenn du dauerhaft versuchst, es allen recht zu machen, kostet das dir enorm viel Energie und kann negative Folgen haben.
Die kommen zunächst auf ganz leisen Sohlen daher und verschlimmern sich, wenn du nicht aus diesem Teufelskreis aussteigst.
a) Emotionale Erschöpfung und Überforderung
Du hast selten mal echte Pause. Innen drinnen brodelt dein Stress weiter.
Dein Körper und deine Seele melden sich irgendwann mit immer stärkerer Müdigkeit und Reizbarkeit.
Die Burn-out-Gefahr steigt an.
b) Geringes Selbstwertgefühl
Wenn dein Gefühl, wertvoll zu sein, davon abhängt, wie andere dich behandeln, wird dein Selbstbild immer wackeliger und unsicher.
Ein Lob heute macht dich glücklich, aber Kritik trifft dich massiv wie eine Ohrfeige.
Selbst wenn sie nicht so gemeint ist.
c) Unterdrückte Wut
Vielleicht bist du immer wieder wütend, aber schluckst es trotzdem runter.
Tief in dir sammelt sich dieser Frust: „Ich reiße mich zusammen, gebe alles und niemand merkt es.“
Irgendwann tut das dann weh.
Richtig weh.
d) Verlust der eigenen Identität
Manchmal spürst du kaum noch, was du selbst willst.
Deine eigenen Wünsche?
Leise. Verdrängt.
Fast verschwunden hinter dem, was andere brauchen.
Du funktionierst, aber wo bleibst du?
Wer bist du, wenn keiner mehr etwas von dir will?
e) Psychosomatische Beschwerden
Kopfschmerzen, ständiges Grübeln nachts, ein Bauch, der sich immer wieder verkrampft.
Dein Körper redet mit dir.
Flüstert erst.
Irgendwann schreit er.
Dein Körper merkt sich Stress.
Wenn du deine Gefühle nicht rauslässt, macht dein Körper den Job und du zahlst den Preis.
7 Tipps, um aus dem People Pleasing auszusteigen
Hier sind konkrete Strategien und kleine Schritte, die du sofort umsetzen kannst, um dein Gleichgewicht zurückzugewinnen
a) Stop und Bewusstsein schaffen
- Frage dich in kritischen Momenten: „Will ich das wirklich?“
- Wenn du spürst, dass du automatisch „Ja“ sagen willst, halte einen Moment inne. Atmen. Denk kurz nach. Und horch in dich rein.
b) Nein sagen lernen
- Übe kleine „Nein-Sätze“: „Das passt gerade nicht bei mir“, „Ich kann das im Moment nicht übernehmen.“
- Fang mit kleinen Dingen an. Etwa einer Einladung, zu der du eigentlich keine Lust hast.
c) Eigene Bedürfnisse wahrnehmen und schützen
- Schreib dir auf, was dir guttut: Ruhe, Freundschaften, Hobbies, Grenzen.
- Plane Zeiten für dich ein. REGELMÄSSIG. Selbst ein kurzer 10-Minuten-Spaziergang kann helfen.
d) Abgrenzung und Rahmen setzen
- Sag klar, was für dich geht und was nicht.
- Lerne auch „Ich brauche etwas Zeit, um darüber nachzudenken“ zu sagen.
e) Selbstfürsorge-Rituale
- Etwas, das dir Kraft gibt: Meditation, Tagebuch schreiben, Sport, ein entspannter Abend.
- Achte darauf was dein Körper grade braucht: Schlaf, gute Ernährung, Bewegung.
f) Unterstützung holen
- Sprich darüber mit guten Freund:innen oder Familienmitgliedern.
- Denk mal darüber nach: Was wäre, wenn du dir echte Unterstützung holst – durch Coaching oder Therapie? Jemand, der dir hilft, alte Muster zu verstehen. Und der dir zeigt, wie du endlich leichter und freier leben kannst.
g) Authentisch sein
- Zeig dich so, wie du wirklich bist. Nicht perfekt, nicht immer angepasst, sondern echt. Mit Ecken und Kanten. Mit einer eigenen Meinung. Auch wenn sie unbequem ist. Mit Fehlern, die dich menschlich machen. Genau das macht dich liebenswert.
- Sei freundlich zu dir selbst. Du musst nicht immer lächeln, funktionieren oder Erwartungen erfüllen. Es ist vollkommen okay, nicht jedem zu gefallen. Du darfst anecken, du darfst Nein sagen, du darfst dich selbst wichtiger nehmen. Denn auch du verdienst Rücksicht und von dir selbst zuerst.
Praxisbeispiele aus dem beruflichen Leben
Damit das nicht zu abstrakt bleibt, hier zwei Situationen aus meiner Coaching Praxis und was sich verändert hat:
Sarah, die Harmonie-Sucherin im Teammeeting
Sarah arbeitet in einem Marketing-Team.
Wenn Diskussionen entstehen, schweigt sie lieber.
Aus Angst, nicht gut genug zu sein.
Sie übernimmt zusätzliche Aufgaben, weil die sonst niemand übernehmen will.
Was hat sie gemacht
- Sie hat angefangen, kleine Meinungen einzubringen: „Ich sehe das ein bisschen anders, weil…“.
- Sie hat einem Kollegen gesagt, dass sie heute keine zusätzlichen Aufgaben übernimmt, auch wenn sich das zunächst unangenehm angefühlt hat.
- Abends reflektiert sie: Was hat sich für sie richtig angefühlt? Was war stressig?
Was hat sich verändert
- Sarah spürt jetzt mehr Selbstwert.
- Sie wird ernst genommen und ihre Ideen zählen.
- Sie ist nicht mehr so erschöpft nach der Arbeit.
Nina, die stille Kümmerin in der Familie
Nina sorgt nicht nur im Büro, sondern auch zu Hause für alle: Einkaufen, Hausarbeiten, Emotionen managen.
Eigene Wünsche stellt sie hinten an.
Auch wenn sie öfter traurig ist, weil niemand merkt, wie es ihr geht.
Was hat sie gemacht
- Nina hat mal ihre Schwester gebeten: „Ich brauche diesen Sonntag nur für mich.“
- Sie fing an, ein Hobby wieder aufzugreifen. Malen, das sie früher geliebt.
- Sie suchte sich ein Coaching, um zu lernen, ihre Grenzen zu erkennen und klar zu kommunizieren.
Was hat sich verändert
- Sie fühlt sich wieder lebendiger, kreativer. Die Schwere Last auf ihrer Brust ist weg.
- Die Beziehungen zu Familie und Freunden haben mehr Tiefe bekommen, weil sie nicht mehr nur gibt, sondern auch zeigt, wer sie ist.
- Sie schläft besser, hat weniger Stresssymptome.
Was kannst du daraus für dein Leben lernen
Es ist DEIN Leben, also sind es auch deine Entscheidungen.
„Was ist ein People Pleaser?“ Es ist jemand, der so sehr für andere da ist, dass er sich selbst Stück für Stück verliert.
Vielleicht erkennst du dich jetzt darin wieder.
Dieses stille Zurückstecken, das Lächeln, obwohl du weißt, dass es dir nicht guttut.
Die ständige Frage: „Bin ich noch okay für die anderen?“
Gib dir selbst die Erlaubnis, das zu ändern.
Wenn du spürst, dass da etwas nicht mehr passt.
Wenn du erste Anzeichen erkennst und hinterfragst, dann hast du den wichtigsten Schritt schon gemacht.
Veränderung beginnt nicht mit einem großen Knall, sondern mit einem leisen „Ich will so nicht mehr weitermachen.“
Kleine Veränderung = große Schritte
Die Tipps hier sind kleine Dinge, die dir helfen, Stück für Stück wieder mehr du selbst zu sein.
Frei. Selbstbestimmt. Und innerlich ruhig und ausgeglichen.
Du darfst mehr sein als nur nett.
Du darfst auch mal Nein sagen, auch wenn es nicht jedem gefällt.
Du darfst Grenzen setzen, auch wenn jemand enttäuscht ist.
Du darfst dir wünschen, gesehen zu werden.
Nicht nur für das, was du gibst, sondern für das, was du bist.
Und du bist definitiv nicht allein.
Viele Frauen kämpfen still mit genau den gleichen Gedanken und gehen diesen Weg.
Still. Zweifelnd. Mutig.
Mut heißt nicht, keine Angst zu haben.
Mut heißt: Du gibst dir selbst die Erlaubnis, dich endlich wichtig zu nehmen.
Auch wenn es mal unbequem wird.
Denn nur wenn du dich selbst zeigst, so wie du bist, können andere dich wirklich sehen.
Nicht nur das Bild, das du ihnen bisher von dir gezeigt hast.
Unterstützung
Wenn du dabei Unterstützung willst, dann vereinbare gerne ein kostenfreies und unverbindliches Balance-Gespräch mit mir, denn es darf leichter gehen.
Wir schauen gemeinsam, was dir im Weg steht und was du brauchst, um dich selbst wieder an erste Stelle zu setzen.
Ohne Schuldgefühle.
Im Balance-Gespräch bekommst du einen geschützten Raum, in dem du ehrlich sein darfst.
Ohne funktionieren zu müssen.
Ohne dich zu erklären.
Nur du, mit dem, was gerade wirklich zählt: deine Bedürfnisse, deine Grenzen, dein Weg zurück zu dir.
Klick hier und sichere dir deinen Termin. Ich freu mich auf dich.
FAQ – Was ist ein People Pleaser?
Hier sind fünf häufige Fragen, die viele beschäftigt, wenn sie sich fragen „was ist ein People Pleaser“ mit den dazugehörigen Antworten.
Frage 1: Was genau ist ein People Pleaser?
Ein People Pleaser ist jemand, der übermäßig versucht, anderen zu gefallen und die eigenen Bedürfnisse dabei vernachlässigt.
Frage 2: Wie erkenne ich, ob ich ein People Pleaser bin?
Wenn du oft „Ja“ sagst, Angst vor Konflikten hast, dich schnell entschuldigst oder deine Wünsche zurückstellst, dann hast du wahrscheinlich Tendenzen zum People Pleasing.
Frage 3: Warum ist People Pleasing schädlich?
Weil es auf Dauer deine persönliche Energie kostet, dein Selbstwertgefühl schwächt und du dich selbst verlierst. Es kann zu emotionaler Erschöpfung und auch körperlichen Beschwerden führen.
Frage 4: Wie kann ich das People-Pleasing-Verhalten loswerden?
Durch bewusstes Üben von Grenzen setzen. „Nein“-Sagen, Selbstfürsorge und durch Unterstützung, idealerweise mit kleinen Schritten.
Frage 5: Kann man lernen, Nein zu sagen und seine eigenen Bedürfnisse durchzusetzen?
Ja, wie jede Fähigkeit lässt sich auch Grenzen setzen üben. Mit Achtsamkeit, Übung, Reflexion und ggf. professioneller Begleitung.
Frage 6: Hilft Therapie oder Coaching bei People Pleasing?
Definitiv. Therapie oder Coaching können tief liegende Ursachen aufdecken und dir Wege zeigen, neue Verhaltensmuster aufzubauen. Du lernst, wie du neue Entscheidungen triffst. Für dich. Für mehr innere Ruhe. Und für ein Leben, das sich endlich wieder nach dir anfühlt.
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