Wertschätzung ist viel mehr als ein Dankeschön. Warum Wertschätzung bei dir selbst anfängt, wie sie deinen Beruf und deine Beziehungen prägt und welche Impulse du mitnehmen kannst, zeige ich dir in diesem Beitrag.

 

Wertschätzung: Ein Wort, das wir alle suchen, doch oft am falschen Platz

 

Manchmal zeigt sich ein Thema genau dann, wenn wir es selbst dringend brauchen.

So ging es mir mit dem Schwerpunkt „Wertschätzung“. Denn kaum ein Begriff taucht in Gesprächen mit Frauen so häufig auf.

Es geht um Wertschätzung im Beruf, weil sie oft fehlt, in Beziehungen, wo vieles selbstverständlich wird und im Alltag.

Meistens bleibt das Gefühl, dass wir genau davon zu wenig haben.

Viele Frauen leisten jeden Tag unglaublich viel. Sie organisieren und unterstützen im Beruf, denken mit und springen für Kolleg:innen ein, wenn Not „an der Frau“ ist. Sie halten Familien zusammen und sorgen dafür, dass alles läuft.

Jetzt nimmst du bitte mal deine rechte Hand und legst sie auf die linke Schulter. Und dann klopfst du dir dir mal auf die Schulter für das, was du tagtäglich so alles leistest.

Du bist großartig!

Danke dafür, dass du das alles machst.

 

Und trotzdem fragen sich Frauen abends manchmal:

„Warum fühlt sich das alles so selbstverständlich an?“

Genau hier beginnt die spannende Frage der Ausgabe von meinem aktuellen Online-Magazin Silent Passion mit dem Schwerpunkt Wertschätzung.

Vielleicht fehlt die Wertschätzung nicht nur im Außen, vielleicht fängt sie schon viel früher.

 

Wenn du für alle da bist, nur nicht für dich

 

Schau mal auf folgende Szene, die viele Frauen kennen:

Der Kalender ist voll, aber die Kollegin braucht Unterstützung.

Die Familie braucht Unterstützung.

Im Verein fehlt jemand für die nächste Veranstaltung.

Die Freundin möchte dringend mit dir reden.

Also sagst du Ja.

Wieder und noch einmal.

Bis dir irgendwann auffällt, dass auf der deiner eigenen Liste kaum noch Platz für deine eigenen Bedürfnisse geblieben ist.

Im Titelthema der Ausgabe von Silent Passion wird genau dieser Punkt beleuchtet: Wertschätzung bedeutet nicht nur, andere wichtig zu nehmen.

Sie bedeutet vor allem auch, sich selbst nicht ständig hinten anzustellen.

Klingt im ersten Moment einfach, ist es aber echt nicht.

Denn viele Frauen haben von klein auf gelernt, zuverlässig zu sein. Sie sollen stark sein und vor allem auch für andere da sein.

Doch wer sich selbst ständig hinten anstellt, sendet sich selbst unbewusst folgende Botschaft die verinnerlicht wird:

„Die anderen sind wichtiger als ich.“

Und genau dann beginnt dieses Hamsterrad und endet oft in einer Spirale aus Erschöpfung, Frust und dem Gefühl, übersehen zu werden.

 

Titelbild Magazin 7

 

Ein Beispiel aus meiner Coachingpraxis

 

Sabine arbeitet Vollzeit und nebenbei kümmert sie sich um ihre Eltern, die gesundheitlich nicht mehr auf der Höhe sind. Sie organisiert Familienfeiern und übernimmt im Büro regelmäßig auch Zusatzaufgaben.

Von außen sieht es aus, als hätte sie alles unter Kontrolle.

Aber in ihr drinnen sieht es anders aus.

Sie fühlt sich ausgepowert, irgendwie leer, gereizt und ständig unter Druck, weil sie sich selbst kaum noch berücksichtigt und ihre Bedürfnisse zur Seite schiebt.

Wertschätzung beginnt oft mit einer kleinen Entscheidung:

Einem Nein.

Einer Pause.

Oder dem Satz: „Heute darfst du mal ran.“

 

Warum wir andere loben, aber uns selbst nicht

 

Ist dir schon mal aufgefallen, dass wir selbst unsere Stärken entweder nicht sehen oder als etwas Selbstverständliches abtun?

Das fällt mir im Coaching immer wieder auf, Frauen sehen ihre Stärken nicht als Stärken.

Frag ich die gleiche Frau aber nach den Stärken ihrer Freundin, Kollegin oder Schwester, sprudeln die Antworten nur so heraus.

Wir sehen die Fähigkeiten anderer glasklar.

Unsere eigenen sind für uns dagegen selbstverständlich und werden oft mit dem Satz „Das kann doch jeder“ abgetan.

„Ist doch nix Besonderes.“

„Das mach ich halt.“

Dabei steckt genau dort häufig die größten Stärken.

Vielleicht bist du die Frau, die auch im größten Chaos den Überblick behält oder Menschen hören dir gerne zu.

Vielleicht sorgst du dafür, dass Projekte funktionieren, weil du an Dinge denkst, die andere übersehen.

Was für dich normal ist, kommt für andere oft als Stärke rüber.

Der Blick auf die eigenen Fähigkeiten hat auch gar nichts mit Arroganz zu tun sondern ist eine wichtige Art der Wertschätzung.

 

„Wertschätzung kostet nichts, ist aber von unschätzbarem Wert“

 

 

Wertschätzung und Dankbarkeit sind nicht das Gleiche

 

Ein Gedanke hat mich besonders beschäftigt und das ist der Unterschied zwischen Dankbarkeit und Wertschätzung.

Ein „Danke“ ist schön.

Hören wir alle gerne, keine Frage.

Doch manchmal bleibt trotz des Dankeschöns ein difuses Gefühl zurück.

Warum?

Weil Dankbarkeit meistens auf eine konkrete Handlung bezogen ist.

Wertschätzung geht ein ganzes Stück weiter.

Sie sieht den Menschen hinter der Leistung.

Nicht nur: „Danke, dass du eingesprungen bist.“

Sondern:

„Ich schätze deine Zuverlässigkeit. Auf dich ist Verlass.“

Das fühlt sich anders an, oder?

Das geht tiefer und ist irgendwie auch ehrlicher.

Denn die meisten Menschen möchten nicht nur für das gesehen werden, was sie tun, sondern für das, was sie ausmacht.

 

Berufliche Veränderung beginnt selten mit einer Bewerbung

 

Viele Frauen glauben zunächst, sie hätten ein Jobproblem.

Der neue Arbeitgeber oder ein neuer Arbeitsplatz soll die Lösung sein.

Womöglich eine neue Aufgabe oder sogar eine neue Branche.

Doch oft zeigt sich im Gespräch etwas anderes.

Der Job ist nicht immer die eigentliche Ursache, manchmal sind es Muster, die wir aus unserer Kindheit mitnehmen.

Weil wir zu hohe Ansprüche an uns selbst haben oder auch fehlende Grenzen und der Wunsch, es allen recht zu machen.

Genau deshalb beginnt berufliche Veränderung häufig nicht mit einem neuen Lebenslauf, sondern mit ehrlichen Fragen.

 

  • Was fehlt mir wirklich?

 

  • Welche Aufgaben passen zu mir?

 

  • Was brauche ich, um langfristig gerne zu arbeiten?

 

Wer diese Fragen überspringt, landet oftmals im nächsten Job und nach einigen Wochen mit den gleichen Problemen, nur in einem anderen Büro.

 

KI, der Druck und die Angst, nicht mehr mitzukommen

 

Ein weiteres Thema der Ausgabe trifft einen aktuellen Nerv, die künstliche Intelligenz.

Viele Frauen spüren aktuell einen Druck.

Alle reden über KI und über ChatGPT.

Über Automatisierung und auch über neue Anforderungen im Beruf.

Und plötzlich entsteht das Gefühl, ständig hinterherzulaufen.

Der Artikel im Magazin 7 zeigt einen beruhigenden Blick auf das Thema:

KI ist ein Werkzeug. PUNKT.

Nicht mehr und nicht weniger.

Sie kann Routineaufgaben erleichtern, aber sie ersetzt niemals Empathie, menschliches Gespür und Verantwortung.

 

Online Magazin Silent Passion

 

Das Selbstverständlichste wird oft am wenigsten gesehen

 

Wie schnell wir Begegnungen mit Menschen als ganz selbstverständlich anschauen, ist mir erst durch das Schreiben eines weiteren Beitrags für das Silent Passion Magazin bewusst geworden.

Es sind die Eltern, der Partner, die Freundin oder Kollegen.

Menschen, die einfach immer da sind.

Oft merken wir ihren Wert erst dann, wenn sich etwas verändert, wenn die Eltern älter werden und deine Unterstützung brauchen oder jemand plötzlich nicht mehr da ist.

Vielleicht liegt genau darin eine der schönsten Formen von Wertschätzung:

Zeit schenken.

Zuhören.

Nachfragen.

Einfach da sein.

Nicht irgendwann sondern heute, denn irgendwann ist irgendwann zu spät.

 

Gastbeitrag von Anja Kruse: Was sich verändert, wenn du aufhörst, alles zu bewerten

 

Ein weiteres Highlight dieser Ausgabe ist der Gastbeitrag von Anja Kruse, Reisewunscherfüllerin mit über 30 Jahren Reiseerfahrung.

Unter dem Titel „Was sich verändert, wenn du aufhörst, alles zu bewerten“ nimmt sie die Leserinnen mit auf eine Reise.

Zu einem stillen Moment im Morgenlicht.

Zu einem Augenblick, der zeigt, was passiert, wenn wir einfach nur wahrnehmen, statt sofort zu urteilen.

Der Beitrag macht deutlich:

Viele der schönsten Erfahrungen entstehen genau dann, wenn wir aufhören, alles irgendwie in Schubladen einzuordnen, zu vergleichen oder zu bewerten.

Eine wunderbare Erinnerung daran, dass Reisen manchmal viel mehr verändert als nur den Standort.

 

Gastbeitrag von Katharina Eckl: Geburtshelferin für dein Traumleben

 

Ebenfalls neugierig macht der Gastbeitrag von Katharina Eckl im Bereich „Silent Balance“.

Bereits das Thema „Geburtshelferin für dein Traumleben“ weckt die Frage, wie wir eigene Wünsche wieder ernster nehmen und ihnen Raum geben können.

Der Beitrag ergänzt den Schwerpunkt Wertschätzung auf eine sehr angenehme Weise, denn wer die eigenen Wünsche dauerhaft ignoriert, verliert oft den Kontakt zu dem, was ihm wirklich wichtig ist.

Deshalb fügt sich dieser Gastbeitrag nahtlos in die Botschaft der gesamten Ausgabe ein.

 

Wertschätzung ist oft näher als wir denken

 

Viele suchen Wertschätzung im Außen.

Beim Chef, dem Partner, den Kindern, bei Freunden oder den Kollegen.

Und natürlich tut Anerkennung gut.

Doch die vielleicht wichtigste Erkenntnis dieser Ausgabe lautet:

Wertschätzung beginnt viel früher.

Sie startet bei der Art, wie wir mit uns selbst umgehen.

Bei den Grenzen, die wir setzen.

Bei der Zeit, die wir uns erlauben.

Bei dem Respekt, den wir den eigenen Bedürfnissen auch entgegenbringen.

Denn wer sich selbst nur ständig übersieht, wird sich auch durch das größte Lob von außen selten wirklich gesehen fühlen.

 

Fazit

 

Die Silent Passion Ausgabe zeigt, dass Wertschätzung weit mehr ist als ein nettes Wort oder ein schnelles Dankeschön.

Sie zieht sich durch alle Lebensbereiche: durch unseren Beruf, unsere Beziehungen, unsere Entscheidungen und den Umgang mit uns selbst.

Mit einer Mischung aus persönlichen Geschichten, alltagsnahen Impulsen und den beiden Gastbeiträgen von Anja Kruse und Katharina Eckl, die dem Thema zusätzliche Perspektiven schenken, ist eine wunderbare Ausgabe zum Schwerpunkt Wertschätzung entstanden.

Und am Ende bleibt eine Frage, die du dir selbst beantworten darfst:

Wann hast du dich selbst zuletzt so behandelt, wie du einen Menschen behandelst, den du wirklich wertschätzt?

 

Wenn dieses Thema etwas in dir bewegt hat, dann wird dich die aktuelle Ausgabe von Silent Passion begleiten, inspirieren und vielleicht auch an die eine oder andere wichtige Erkenntnis erinnern.

Hol dir jetzt die aktuelle Ausgabe von Silent Passion und gönn dir Zeit für dich.

 

Brigitte Kleinhenz
Über die Autorin

Brigitte Kleinhenz ist Berufspädagogin und systemischer Coach sowie Karriere Coach und Stärken Mentorin für berufliche Balance. Seit über 25 Jahren arbeitet sie im HR Bereich und der Personalentwicklung – in einem männerdominierten Unternehmen. Sie unterstützt Frauen dabei, ihren Job wieder passend zu machen: mit Neuorientierung, Job Feintuning und stimmigen nächsten Schritten. Sie schreibt über berufliche Balance und Karrierewege und begleitet ihre Kundinnen ausschließlich online.

Kontakt zu mir

 

Bilder und Grafiken mit einer Canva Pro Lizenz genutzt. ©Canva

Fotos: Sabine Kristan

 

FAQ: Wertschätzung im Alltag, Beruf und für dich selbst

 

Was bedeutet Wertschätzung eigentlich?

Wertschätzung bedeutet, einen Menschen als Person zu respektieren und anzuerkennen. Sie bezieht sich nicht nur auf die Leistungen, sondern auch auf Eigenschaften, Verhalten und den Menschen selbst.

Was ist der Unterschied zwischen Wertschätzung und Dankbarkeit?

Dankbarkeit richtet sich meist auf eine konkrete Handlung oder Unterstützung. Wertschätzung geht tiefer und zeigt, dass der Mensch hinter der Leistung gesehen und anerkannt wird.

Warum fehlt vielen Menschen das Gefühl von Wertschätzung?

Viele Menschen warten auf Anerkennung von außen, übersehen dabei jedoch ihre eigenen Bedürfnisse und Leistungen. Wer sich selbst ständig hintenanstellt, fühlt sich oft auch dann nicht wirklich gesehen, wenn Lob oder Dank ausgesprochen werden.

Wie zeigt sich fehlende Wertschätzung im Beruf?

Fehlende Wertschätzung im Beruf zeigt sich häufig durch Frust, sinkende Motivation, Erschöpfung und das Gefühl, nur für die eigene Leistung wahrgenommen zu werden. Viele Frauen haben den Eindruck, austauschbar zu sein oder ständig mehr leisten zu müssen.

Wie kann ich mehr Wertschätzung für mich selbst entwickeln?

Selbstwertschätzung beginnt mit kleinen Schritten. Eigene Bedürfnisse ernst nehmen, Grenzen setzen, Erfolge bewusst wahrnehmen und sich selbst mit derselben Freundlichkeit begegnen, wie anderen Menschen, sind gute erste Schritte.

Kann ein Jobwechsel fehlende Wertschätzung lösen?

Manchmal ja, aber nicht immer. Wer nur den Arbeitgeber wechselt, nimmt oft eigene Muster und Gewohnheiten mit. Deshalb lohnt es sich, vor einer beruflichen Veränderung genau hinzuschauen, was wirklich fehlt und gebraucht wird.

Warum ist Wertschätzung für Beziehungen so wichtig?

Wertschätzung stärkt Vertrauen, Verbundenheit und gegenseitigen Respekt. Menschen fühlen sich gesehen, ernst genommen und angenommen. Das schafft Nähe und verbessert die Qualität von Beziehungen nachhaltig.

Wo beginnt echte Wertschätzung?

Echte Wertschätzung beginnt häufig bei dir selbst. Wer die eigenen Bedürfnisse, Grenzen und Wünsche respektiert, schafft die Grundlage dafür, auch von anderen respektvoll behandelt zu werden.