Warum sagen wir „Mach ich“, obwohl wir längst „Nein“ denken? Die neue Ausgabe von Silent Passion dreht sich ums Grenzen setzen, im Job, im Leben und dort, wo wir unsere eigenen Wünsche ständig auf später verschieben.
Grenzen setzen: Warum ein Nein manchmal verdammt viel verändert
„Mach ich.“
Zwei Wörter, die sehr viel mehr anrichten können, als wir auf den ersten Blick merken.
Du wolltest eigentlich pünktlich Feierabend machen, doch dann braucht die Kollegin noch Hilfe.
Dein Chef hat „nur noch eine Kleinigkeit“ und weil du dich mit dem Thema sowieso gut auskennst, könntest du ja schnell …
Also: „Mach ich.“
Zu Hause geht’s dann natürlich noch weiter, schnell noch eine Nachricht beantworten, für den Mann oder Kinder noch was organisieren und noch schnell die Eltern oder Freunde zurückrufen.
Und irgendwann fragst du dich doch tatsächlich, warum du so genervt bist.
Ja, von den anderen natürlich und das, obwohl die wahrscheinlich gar nicht wissen, dass du längst keinen Bock mehr hast, ständig alles möglich zu machen.
Genau deshalb dreht sich alles in der September-Ausgabe meines kostenfreien Magazins Silent Passion um ein Thema, das uns überall begegnet: Grenzen setzen.
Im Job, im Privatleben genauso wie bei der Arbeit, die wir mit gedanklich mit nach Hause schleppen. Und manchmal sogar bei den Ansprüchen, die wir selbst an uns haben.
Und nein, ich möchte dir jetzt ganz bestimmt nicht erzählen, dass du einfach „mehr auf dich achten“ sollst.
Das hilft dir nämlich herzlich wenig, wenn morgen wieder jemand vor dir steht und fragt:
„Kannst du mal eben …?“
Grenzen setzen heißt nicht, plötzlich überall Nein zu sagen
Beim Thema Grenzen setzen haben wir schnell ein ziemlich schräges Bild im Kopf.
Als ob wir ab morgen mit verschränkten Armen durchs Leben laufen müssten und jedem schon vorsorglich ein Nein entgegenschmeißen.
Darum geht’s überhaupt nicht.
Natürlich hilfst du einer Kollegin und springst mal ein. Selbstverständlich bist du für Menschen da, die dir wichtig sind.
Aber zwischen „Ich helfe dir gern“ und „Warum zum Teufel mache eigentlich immer ich das?“ liegt ein himmelweiter, großer Unterschied.
Und genau den übersehen wir gerne, besonders dann, wenn wir gut in dem sind, was wir tun.
Denn wer zuverlässig ist, bekommt gern noch was obendrauf. Wer Probleme löst, bekommt Probleme zum Lösen.
Und wer dreimal ohne Murren eine Aufgabe übernimmt, darf sich nicht wundern, wenn beim vierten Mal alle denken:
„Das macht doch (setz deinen Namen ein).“
So schnell wird aus einer Ausnahme dein neuer Job.
Im Magazin geht’s deshalb ganz praktisch darum, wie du Grenzen setzen kannst, bevor du irgendwann nur noch mit den Zähnen knirschst.
Du findest dort unter anderem einen Mini-Selbstcheck und einen 5-Felder-Check, mit denen du genauer hinschauen kannst, wo du in deinem Alltag immer wieder über deine eigenen Grenzen gehst.
Warum Grenzen setzen nichts mit Egoismus zu tun hat
Einer der Sätze, der uns Frauen beim Nein sagen besonders gern dazwischenfunkt, lautet:
„Ich kann die anderen doch jetzt nicht hängen lassen.“
Also machen wir’s eben doch mal wieder.
Noch die Aufgabe, noch der Gefallen und mal wieder noch eine halbe Stunde.
Das Problem ist nicht dieses eine Mal, es fängt bereits an, wenn „dieses eine Mal“ verdammt oft vorkommt.
Dann zahlst du irgendwann den Preis dafür.
Du bist müde, gereizt und hast das Gefühl, dass immer alles bei dir landet.
Im Titelthema des Magazins gehe ich deshalb genau dieser Frage nach: Warum Grenzen setzen nichts mit Egoismus zu tun hat.
Denn eine Grenze heißt nicht: „Ihr seid mir alle egal.“
Sie macht lediglich sichtbar, was für dich machbar ist und was eben nicht.
Das kann ein Nein sein, es kann aber genauso gut heißen:
„Ich kann das übernehmen, aber nicht mehr heute.“
Oder im Job:
„Wenn das jetzt Priorität hat, welche andere Aufgabe soll dafür warten?“
Schon sieht die Sache etwas anders aus.
Wenn dein Körper irgendwann selbst Nein sagt
Manchmal reden wir uns ziemlich lange ein, dass schon alles irgendwie geht.
Bis der eigene Körper offenbar anderer Meinung ist.
Genau darüber schreibt Mandy Hübel in ihrem Gastbeitrag „Wenn dein Körper anfängt, für dich Nein zu sagen“.
Mandy erzählt sehr persönlich von ihrem früheren Leben mit 50-Stunden-Woche, vier Kindern und jeder Menge Verantwortung. Viele Bälle gleichzeitig in der Luft zu halten, gehörte für sie einfach dazu.
Bis Erschöpfung, Schlafprobleme und die hormonelle Umstellung nicht mehr so einfach mitspielten.
Was Mandy rückblickend über die Signale ihres Körpers sagt und warum Nein sagen für sie heute auch mit Gesundheit zu tun hat, liest du im Magazin.
Grenzen setzen im Beruf: Aus „nur noch schnell“ wird erstaunlich oft „immer“
Im Magazin schauen wir natürlich auch dorthin, wo viele Frauen einen großen Teil ihres Tages verbringen: in den Job.
Da gibt es nämlich diese Aufgaben, für die du eingestellt wurdest.
Und dann gibt es diese „anderen Aufgaben“.
Das Protokoll, das du mal übernommen hast.
Die neue Kollegin, die du beim letzten Mal eingearbeitet hast.
Die Präsentation, bei der du „nur dieses eine Mal“ geholfen hast.
Und plötzlich landen diese Themen immer wieder auf deinem Schreibtisch und ist alles deins.
Im Beitrag „Nur noch schnell … und zack, ist es deine Aufgabe“ geht’s genau um diese schleichenden Zusatzaufgaben.
Dazu gibt’s im Magazin Sätze, die du im Job tatsächlich benutzen kannst. Ohne zickig zu werden und ganz ohne minutenlange Rechtfertigung.
Und auch ohne innerlich zu denken „Mach deinen Scheiß doch selbst“ und wieder laut zu sagen „Klar, mach ich“.
Wobei . . . denken darfst du den ersten Satz natürlich trotzdem. 😉
Was, wenn du nach einer selbst gesetzten Grenze plötzlich an dir selbst zweifelst?
Du hast Nein gesagt, oder widersprochen?
Vielleicht hast du nur deutlich gemacht, dass ein bestimmter Ton für dich nicht in Ordnung ist.
Erst bist du dir ziemlich sicher, später geht das eigene Kopfkino los.
„War ich zu empfindlich?“
„Hab ich übertrieben?“
„Vielleicht hätte ich anders reagieren sollen.“
Und schwupps suchst du den Fehler nur noch bei dir.
Nicole Gärtner beschreibt in ihrem Gastbeitrag „Wenn Selbstreflexion zum Selbstverlassen wird“ genau diesen Moment.
Denn das eigene Verhalten zu hinterfragen ist die eine Seite.
Die eigene Wahrnehmung so lange auseinanderzunehmen, bis am Ende nur noch die Frage „Was hab ich falsch gemacht?“ übrigbleibt, ist eine andere.
Das ist ein Gastbeitrag, bei dem vermutlich einige Leserinnen an der einen oder anderen Stelle länger hängen bleiben werden.
Grenzen setzen hört nach Feierabend nicht auf
Laptop zu und Arbeit vorbei.
Schön wär’s.
Denn vielleicht liegt der Laptop tatsächlich zugeklappt auf dem Tisch, während die Arbeit munter in deinem Kopf weiterläuft.
Du gehst noch mal das Gespräch von heute früh durch.
Denkst an die Aufgaben für morgen oder dir fällt beim Abendessen ein, dass du diese Mail noch schreiben wolltest.
Deshalb bekommt auch dieses Thema im Magazin seinen Platz: Grenzen setzen hört nach Feierabend nicht auf.
Eine meiner liebsten Ideen ist die 3-Sekunden-Pause.
Denn manchmal brauchen wir gar keinen ausgeklügelten Plan, es würde uns schon helfen, zwischen einer Bitte und unserem automatischen „Ja, mach ich“ drei Sekunden Platz zu lassen.
Drei Sekunden sind nicht viel.
Aber manchmal reichen sie, damit dein Mund nicht schneller ist als dein Kopf.
Drei Sätze, die das Leben leichter machen
Auch Silke Geissen ist als Gastautorin dabei.
Ihr Beitrag trägt den herrlichen Titel „Drei Sätze, die mein Leben leichter machen“.
Und genau deshalb gehört er so gut in diese Ausgabe, denn Grenzen müssen nicht immer großen Ansagen sein, oft sind es die Sätze, die wir im richtigen Moment sagen.
Welche drei Sätze Silke für sich gefunden hat und warum ausgerechnet sie ihren Alltag leichter machen, verrate ich hier natürlich nicht komplett.
Du findest ihren ganzen Gastbeitrag in der aktuellen Ausgabe von Silent Passion.
Vielleicht fehlt dir gar nicht die Zeit
„Dafür hab ich keine Zeit.“
Ein Satz, den wir ziemlich oft sagen, bloß stimmt er nicht immer.
Manchmal haben wir unseren Tag schlicht so vollgepackt, dass selbst 30 Stunden nicht reichen würden.
Arbeit, Familie, Termine, Einkaufen, noch schnell dies oder kurz das.
Und irgendwo dazwischen soll dann bitte auch noch das eigene Leben stattfinden. Puhhh.
Andrea Oeing schaut in ihrem Gastbeitrag „Wenn deine To-do-Liste nicht in deinen Tag passt“ genau auf dieses Problem.
Was passiert, wenn die Liste immer länger wird, der Tag aber stur bei seinen 24 Stunden bleibt? Es werden nie mehr werden, da kannst’e lange drauf warten.
Und vor allem: Was gehört wirklich auf deine Liste?
Der Beitrag passt wunderbar zum Schwerpunkt Grenzen setzen, weil Grenzen eben nicht nur zwischen dir und anderen Menschen verlaufen.
Manchmal braucht da auch unsere eigenen To-do-Listen eine deutliche Ansage.
Mehr dazu gibt’s von Andrea direkt im Magazin.
Grenzen setzen und die Frage: Wofür soll eigentlich Platz bleiben?
Bei der Arbeit an dieser Ausgabe wollte ich das Thema nicht darauf reduzieren, öfter Nein zu sagen, denn eigentlich steckt noch eine ganz andere Frage dahinter.
Wozu möchtest du öfter Ja sagen?
- Zu einem Feierabend, der tatsächlich Feierabend ist?
- Zu einer Aufgabe, bei der du deine Stärken einsetzen kannst, statt ständig den Kleinkram anderer Leute aufzufangen?
- Zu einem freien Abend für dich?
- Zu einer Reise, die nicht seit fünf Jahren auf „irgendwann“ verschoben wird?
- Zu Menschen, mit denen du gerne Zeit verbringst?
Im Magazin greife ich dazu das 4+1-Felder-Modell von Friedemann Schulz von Thun auf. Es geht um Wünsche, darum, was wir für andere tun, um Erfahrungen in unserem Leben, um ganz normale Momente und um die Frage, wie viel wir selbst bestimmen und wie viel die Erwartungen anderer.
Dazu gibt’s auch einen 5-Felder-Check zum Ausfüllen.
Denn wenn dein Alltag bis oben hin mit Dingen voll ist, die „halt gemacht werden müssen“, bleibt für vieles andere schlicht kein Platz mehr.
Und was hat dein Lebenslauf mit Grenzen setzen zu tun?
Mehr, als du vielleicht im ersten Moment denkst.
Im Berufs-Teil des Magazins geht’s nämlich nicht nur darum, Aufgaben abzugeben oder Nein zu sagen.
Es geht auch um die Frage, warum ausgerechnet die Frauen, die viel können, oft besonders viel zusätzlich übernehmen.
Manches ist für dich nach vielen Berufsjahren so selbstverständlich geworden, dass du gar nicht mehr merkst, was du da jeden Tag leistest.
Du organisierst, hältst die Fäden zusammen und löst ganz selbstverständlich Probleme.
Du erklärst neuen Kollegen, wie der Laden läuft.
Und sagst anschließend:
„Ach, das kann doch jeder.“
Nein, kann eben nicht jeder.
Deshalb findest du in dieser Ausgabe auch den Beitrag „Dein Lebenslauf zeigt nicht, was du kannst“.
Dazu kommen Artikel über Absprachen im Job und 8 Anzeichen, wann du deinen Job genauer unter die Lupe nehmen solltest.
Warte nicht immer auf später
Auch das gehört für mich zum Grenzen setzen.
Wir verschieben nämlich nicht nur unangenehme Dinge, sondern verdammt oft auch die schönen auf später:
- Wenn weniger los ist.
- Wenn das Projekt fertig ist.
- Wenn die Kinder größer sind.
- Wenn im Job endlich Ruhe einkehrt.
- Wenn dies und das und jenes erledigt ist.
- Und dann ist schon wieder ein Sommer vorbei.
Deshalb geht’s gegen Ende der Ausgabe auch um die Frage, wie viele Sommer wir eigentlich noch auf „später“ verschieben wollen.
Das hat auf den ersten Blick erst mal nix mit Grenzen setzen oder Nein sagen zu tun, aber jedes Ja zu einer Sache ist gleichzeitig ein Nein zu etwas anderem.
Manchmal lohnt sich da ein genauer Blick drauf, wem oder was wir seit Jahren unser Ja geben.
Und ganz ehrlich, den Satz meiner Oma „Das Leben ist zu kurz für irgendwann“ beherzige ich mit jedem abgelaufenen Lebensjahr mehr.
Denn niemand von uns weiß, wie lange jede von uns auf dieser wunderbaren Welt bleiben darf. Irgendwann ist die Sanduhr durchgelaufen und wenn du dann denkst „Hätte ich doch bloß früher“ dann ist es schlicht und einfach „to late“.
Das kostenfreie Magazin „Silent Passion“ zum Thema Grenzen setzen
Diese Ausgabe ist ganz bestimmt kein 5-Minuten-Ratgeber geworden mit vielen schlauen Sätzen und der Aufforderung, ab morgen einfach konsequenter zu sein.
Auf mehr als 100 Seiten schauen wir uns das Thema Grenzen setzen aus ganz verschiedenen Richtungen an.
Du findest dort Geschichten aus dem echten Leben, Fragen zum Nachdenken, kleine Checks für deinen Alltag, konkrete Sätze für den Beruf und die vier Gastbeiträge von Mandy Hübel, Nicole Gärtner, Silke Geissen und Andrea Oeing.
Und vielleicht findest du beim Lesen eine Stelle, an der du denkst:
„Verdammt. Genau da sag ich auch immer Ja.“
Dann hat sich das Lesen definitiv schon gelohnt.
Hol dir hier die aktuelle Ausgabe von Silent Passion kostenfrei und lies in Ruhe weiter
Die aktuelle Ausgabe von Silent Passion kannst du bis zum Erscheinen der nächsten Ausgabe kostenfrei lesen.
Dann zieht sie in die Silent Passion Bibliothek um.
Dort findest du alle bisher erschienenen Ausgaben gesammelt an einem Ort und kannst ganz in Ruhe stöbern und dir genau die Themen herauspicken, die du gerade brauchst.
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Bilder und Grafiken mit einer Canva Pro Lizenz genutzt. ©Canva
Fotos: Sabine Kristan
FAQ zum Thema Grenzen setzen
Was bedeutet Grenzen setzen?
Grenzen setzen bedeutet einfach deutlich zu machen, was für dich passt und was nicht. Das betrifft deine Zeit, deine Kraft, deine Aufgaben im Beruf, Beziehungen und auch die Erwartungen, die andere an dich haben.
Warum fällt es Frauen oft schwer, Nein zu sagen?
Viele Frauen möchten helfen, niemanden enttäuschen oder nicht als egoistisch und unkollegial abgestempelt werden. Deshalb rutscht schnell ein Ja raus, obwohl die eigene To-do-Liste längst voll genug ist.
Wie kann ich im Beruf Grenzen setzen?
Du musst nicht jede zusätzliche Aufgabe sofort ablehnen. Sätze wie „Wenn das jetzt Priorität hat, welche andere Aufgabe soll dafür warten?“ zeigen deinem Gegenüber deutlich, dass deine Arbeitszeit nicht beliebig erweiterbar ist.
Ist Grenzen setzen egoistisch?
Eine Grenze bedeutet nicht, dass dir andere Menschen egal sind. Du machst damit nur deutlich und sichtbar, dass auch deine Zeit, deine Kraft und deine Bedürfnisse zählen.
Wie merke ich, dass ich meine eigenen Grenzen überschreite?
Ein Hinweis ist, wenn du nach einer Zusage innerhalb kurzer Zeit schon genervt bist oder dich über dich selbst ärgerst. Auch Müdigkeit, Erschöpfung und das Gefühl, dass ständig alles bei dir landet, verdienen einen genaueren Blick.
Was finde ich im Magazin „Silent Passion“ zum Thema Grenzen setzen?
Die September-Ausgabe 2026 widmet sich dem Grenzen setzen im Beruf und Privatleben. Sie enthält praktische Checks, Beiträge rund um Arbeit und Leben sowie vier Gastartikel von Mandy Hübel, Nicole Gärtner, Silke Geissen und Andrea Oeing.













