Wie finde ich heraus, was ich wirklich will?

Diese Frage taucht oft genau dann auf, wenn du seit Jahren schon zuverlässig funktionierst. Mit fünf Schritten und ehrlichen Fragen sortierst du in Ruhe deine Wünsche, ohne gleich zu kündigen oder alles umzuschmeißen.

 

Wie finde ich heraus, was ich wirklich will?

 

Du erledigst deine Aufgaben, springst ein, wenn jemand ausfällt und am Abend sitzt du auf der Couch und fragst dich, ob das jetzt ewig so weitergehen soll.

Eine Antwort hast du nicht, nur das Gefühl, dass etwas nicht mehr richtig passt.

Was du wirklich willst, zeigt sich selten mit einem Geistesblitz oder Nachts im Traum.

Es setzt sich eher aus vielen kleinen Beobachtungen zusammen und dafür bekommst du hier fünf Schritte, 15 Fragen und ein paar Beispiele aus dem Alltag.

Du arbeitest lieber mit Anleitung? Dann findest du eine Schritt-für-Schritt-Anleitung in meinen Onlinekurs „Was will ich wirklich?“.

 

Warum du nicht weißt, was du willst

 

Wenn du seit Jahren schon ganz zuverlässig funktionierst, hast du dich an die Wünsche anderer gewöhnt, so blöd das jetzt vielleicht klingt.

An die Erwartungen deines Chefs, an die Abläufe im Unternehmen, an das, was in der Familie tagtäglich nach der Arbeit ansteht.

Irgendwann wird es dann immer schwerer, deine eigenen Wünsche von denen der anderen zu unterscheiden.

Wer sich für alles verantwortlich fühlt, hat wenig Zeit übrig, um sich selbst zuzuhören.

Und wer es gern allen recht macht, merkt oft erst spät, wie wenig vom eigenen Willen übriggeblieben ist.

Dazu kommt ein Gedanke, den viele Frauen ebenfalls kennen: „Ich müsste das doch längst wissen.“

Musst du nicht, denn die meisten haben sich die Frage nie in Ruhe gestellt.

 

Frau sitzt abends mit Notizbuch am Küchentisch und überlegt, was sie wirklich will

 

 

In 5 Schritten herausfinden, was du willst

 

Schritt 1: Achte zwei Wochen lang auf deine Energie

 

Bevor du überlegst, was du willst, lohnt sich ein genauerer Blick darauf, was dir Kraft gibt und was sie dir nimmt.

Notiere zwei Wochen lang jeden Abend zwei Dinge:

  • Wann hattest du heute Energie?
  • Wann warst du platt wie eine Flunder, obwohl kaum etwas ungewöhnliches passiert ist?

Nach zwei Wochen erkennst du vermutlich ein Muster dahinter.

Vielleicht merkst du, dass die Zeit nur so verfliegt, wenn du ein Projekt mit seinen vielen Details und notwendigen Dingen bearbeitest. Und nach der dritten Besprechung am Tag, in der du nur zuhörst, bist du platt wie eine Flunder.

Wenn du abends regelmäßig zu nichts mehr kommst, findest du in meinem Blogbeitrag mehr zu den Gründen.

 

Schritt 2: Schreib auf, was dich bewegt

 

Nimm dir ein Notizbuch und sammle alles, ohne es gleich zu bewerten:

  • Dinge, die dich begeistern,
  • Situationen, in denen du die Zeit vergisst
  • und Aufgaben, die dir leicht von der Hand gehen.

Anna fällt beim Schreiben auf, dass sie am Ende von Besprechungen immer dann gut gelaunt ist, wenn es um neue Ideen ging. Ein erster Hinweis darauf, dass ihr im Job kreative Aufgaben fehlen.

Was dir leichtfällt, hältst du schnell für selbstverständlich. Doch genau dort stecken oft auch deine Stärken.

 

Schritt 3: Finde heraus, was du nicht willst

 

Oft weißt du recht schnell, was du nicht mehr willst.

Ein paar Beispiele:

  • Ich will keinen Job, nach dem ich jeden Abend ausgelaugt auf dem Sofa liege.
  • Ich will nicht ständig einspringen, nur weil ich als die Zuverlässige gelte.
  • Ich will nicht nach den Wünschen der anderen leben (tanzen).

Jeder Satz auf dieser Liste zeigt dir auch die Gegenrichtung.

Wer nicht mehr ständig einspringen will, wünscht sich vielleicht mehr Einfluss darauf, wofür die eigene Zeit draufgeht.

 

Schritt 4: Probier im Kleinen aus

 

Grübeln bringt dich an der Stelle echt selten weiter, weil sich vieles erst zeigt, wenn du es auch tust.

Als Kind hast du das ganz selbstverständlich gemacht und jetzt darfst du es dir wieder erlauben:

  • ein Hobby ausprobieren, das dich schon lange reizt, ohne gleich gut sein zu müssen.
  • mit Menschen reden, die anders arbeiten oder leben als du.
  • im Job eine Aufgabe übernehmen, die du sonst ablehnst und beobachten, wie es dir danach geht.

Maria hat spontan einen Malkurs für ein Wochenende gebucht, ohne große Erwartungen.

Dabei hat sie gemerkt, wie ruhig und gleichzeitig lebendig sie sich fühlt. Danach hat sie auch im Beruf angefangen, nach Aufgaben zu suchen, in denen sie etwas mehr gestalten kann.

 

Schritt 5: Entscheide, was jetzt Vorrang hat

 

Wenn du ein paar Wünsche gesammelt hast, frag dich:

Was davon fühlt sich am stärksten nach „Das will ich“ an?

Und was davon kannst du in den nächsten vier Wochen angehen?

Du musst nicht alles gleichzeitig machen.

Ein Wunsch, an dem du dranbleibst, bringt dich wirklich weiter als zehn, die auf der Liste mit „nicht ausprobiert“ stehen bleiben.

Wie du dabei vorgehst, ohne dich zu verzetteln, liest du hier.

 

Die 5 Schritte im Überblick

 

Schritt Was du tust Zeitaufwand
1. Energie beobachten Abends notieren, was dir Kraft gibt und was sie dir nimmt 5 Minuten am Tag, zwei Wochen lang
2. Aufschreiben Sammeln, was dich begeistert und was dir leichtfällt, ohne zu bewerten eine Stunde am Wochenende
3. Ausschließen Sätze mit „Ich will nicht mehr …“ schreiben und die Gegenrichtung suchen 30 Minuten
4. Ausprobieren Eine kleine Sache testen und beobachten, wie es dir danach geht ein Termin pro Woche
5. Priorität festlegen Einen Wunsch auswählen und den ersten Schritt planen 30 Minuten

 

 

15 Fragen, die dir weiterhelfen

 

Beantworte dir folgende Fragen schriftlich.

Kurze Antworten reichen dabei völlig aus, Hauptsache, du bist ehrlich zu dir selbst.

 

Zu deiner Energie

 

  1. Wann hast du zuletzt die Zeit vergessen?
  2. Welche Aufgabe schiebst du seit Wochen vor dir her, und warum?
  3. Nach welchen Terminen bist du müder, als du sein müsstest?
  4. Was machst du, wenn niemand etwas von dir erwartet?
  5. Worüber redest du gern, auch wenn keiner fragt?

 

Zu deinen Werten

 

  1. Was muss in deinem Alltag stimmen, damit du zufrieden bist?
  2. Wann hast du dich zuletzt richtig geärgert, und was war dir dabei wichtig?
  3. Wofür würdest du auf Geld verzichten?
  4. Was sollen Menschen über dich sagen, wenn du nicht im Raum bist?
  5. Welche Erwartung hast du übernommen, die gar nicht zu dir passt?

Wie du deine Werte genauer bestimmst, zeige ich dir in einem eigenen Beitrag.

 

Zu deinem Job

 

  1. Welche Aufgaben würdest du behalten, wenn du deinen Job neu zusammenstellen dürftest?
  2. Welche Aufgaben sind in den letzten Jahren dazugekommen, die in keiner Stellenbeschreibung stehen?
  3. Wofür fragen dich Kolleginnen um Rat?
  4. Was müsste sich ändern, damit du in einem Jahr noch gern dort arbeitest?
  5. Wenn du morgen gehen würdest: Was würdest du als Erstes vermissen?

 

 

Frau hat Laptop auf dem Schoß liegen und schaut in den Bildschirm

 

Mit Anleitung weiterarbeiten: der Onlinekurs „Was will ich wirklich?“

 

Du hast die Fragen beantwortet und ein paar Seiten im Notizbuch gefüllt, und trotzdem landest du wieder bei „Ich weiß es nicht“?

Das passiert, weil der Alltag dazwischenkommt und jede Antwort sofort zur nächsten Aufgabe wird.

Für genau diesen Punkt gibt es meinen Onlinekurs „Was will ich wirklich?“.

In drei Modulen schaust du auf deinen bisherigen Weg, sortierst, was du dir beruflich wünschst und findest heraus, was dir im Job wichtig ist und bisher zu kurz kam.

Dazu gibt es rund 25 Minuten Audio und Video, Arbeitsblätter und als Bonus eine Meditation und Jobtest.

Für alles zusammen brauchst du etwa 2,5 Stunden und du hast 12 Monate Zugriff, damit du in deinem Tempo arbeiten kannst, so, wie es in deine Woche passt.

 

Zum Onlinekurs “Was will ich wirklich?”

 

 

Was will ich beruflich? Wenn die Frage deinen Job betrifft

 

Bei vielen Frauen, die zu mir kommen, dreht sich die Frage am Ende um den Job.

Oft sind sie seit dem Studium im selben Unternehmen, seit 10, 15 oder 20 Jahren.

Sie kennen jeden Ablauf und gelten als diejenige, auf die man sich verlassen kann, und gerade deshalb fällt ihnen nicht mehr auf, wieviel sie können.

Aus meiner Personalarbeit weiß ich, dass 15 Jahre bei einem Arbeitgeber nicht 15 Jahre dieselbe Tätigkeit bedeuten.

Bevor du entscheidest, ob du bleibst oder gehst, lohnt ein ehrlicher Blick zurück:

  • Welche Aufgaben hast du in diesen Jahren neu übernommen?
  • Wo musstest du dich in ein Thema einarbeiten, das du vorher nicht kanntest?
  • Welche Veränderungen im Unternehmen hast du begleitet?
  • Was davon funktioniert auch ohne dein vertrautes Umfeld?

Diese Antworten zeigen dir, was du mitbringst, und helfen dir auch einzuschätzen, was draußen zu dir passen könnte.

Ob dein Job noch zu dir passt, prüfst du in vier Minuten mit meinem kostenfreien Jobtest.

Woran du merkst, dass dir im Job etwas fehlt, liest du im Beitrag über Unzufriedenheit im Job.

Und wenn du schon zwischen Bleiben und Gehen schwankst, hilft dir dieser Beitrag weiter.

 

Du musst es nicht sofort wissen

 

Was du willst, setzt sich wie ein Puzzle zusammen. Manches Teil fällt dir nebenbei in die Hände, ein anderes musst du etwas länger suchen, drehen, liegen lassen und später wieder anpacken.

Auch Umwege gehören dazu, weil sie dir zeigen, was nicht mehr zu dir gehört.

Du darfst dir Zeit nehmen und deinen eigenen Rhythmus finden. Ein Notizbuch, ein paar ehrliche Antworten und ein kleiner Versuch pro Woche reichen für den Anfang.

 

Wie es für dich weitergehen kann

 

Du möchtest selbst weiterarbeiten, mit Anleitung und Übungen? Dann passt der Onlinekurs „Was will ich wirklich?“.

 

Onlinekurs

 

 

Du merkst, dass dir ein Blick von außen fehlt, der deine Jahre im Job anders liest als du selbst?

Dann buch dir ein kostenfreies Balance-Gespräch.

Wir schauen, wo du stehst und ob ich die Richtige für dich bin und wenn nicht, sage ich dir das.

 

Brigitte Kleinhenz Karrierecoach

 

Wie die Zusammenarbeit mit mir abläuft, liest du hier.

Du darfst also erst herausfinden, was sich ändern muss und dann entscheiden, wie es weitergeht.

 

Brigitte Kleinhenz
Über die Autorin

Brigitte Kleinhenz ist Berufspädagogin und systemischer Coach. Seit über 25 Jahren arbeitet sie im HR Bereich und der Personalentwicklung. Sie unterstützt Frauen dabei, ihren Job wieder passend zu machen: mit Neuorientierung, Job Feintuning und stimmigen nächsten Schritten. Sie schreibt über berufliche Balance und Karrierewege und begleitet ihre Kundinnen ausschließlich online.

Kontakt zu mir

Bilder und Grafiken mit einer Canva Pro Lizenz genutzt. ©Canva

Fotos: Sabine Kristan

 

Häufige Fragen zu „Was will ich wirklich?“

 

Warum weiß ich nicht, was ich will?

Viele Frauen haben sich über Jahre daran gewöhnt, Erwartungen zu erfüllen: von der Familie, vom Arbeitgeber, von Kolleginnen. Irgendwann fällt es schwer zu unterscheiden, was du selbst möchtest und was du glaubst, tun zu müssen.

 

Wie finde ich heraus, was ich wirklich will?

Fang bei deiner Energie an und notiere zwei Wochen lang, was dir Kraft gibt und was sie dir nimmt. Danach helfen Fragen wie „Wann vergesse ich die Zeit?“ oder „Was würde ich vermissen, wenn es wegfällt?“. Aus den Antworten entstehen Muster.

 

Woher weiß ich, ob ich den falschen Beruf habe?

Wenn du dich dauerhaft durch den Arbeitstag schleppst und am Wochenende nicht mehr zur Ruhe kommst, ist das ein Hinweis. Das heißt nicht automatisch, dass du kündigen musst, aber es lohnt sich, genauer hinzuschauen.

 

Kann ich herausfinden, was ich will, ohne meinen Job zu kündigen?

Ja und oft ist das sogar sinnvoll. Kläre zuerst, was dir fehlt: die Aufgaben, die Arbeitsbedingungen, die Wertschätzung oder eine Rolle, aus der du herausgewachsen bist. Nicht jede Lösung braucht einen neuen Arbeitgeber.

 

Was kann ich tun, wenn ich zwischen mehreren Möglichkeiten schwanke?

Du musst nicht sofort die perfekte Entscheidung treffen. Probier im Kleinen aus und beobachte, wie es dir danach geht. Die meisten Entscheidungen lassen sich später anpassen.

 

Wie lange dauert es, herauszufinden, was ich will?

Das ist bei jeder Frau anders. Manche erkennen nach wenigen Wochen eine Richtung, andere brauchen länger, um alte Erwartungen loszulassen. Der erste Schritt dauert fünf Minuten am Abend.

 

Gibt es Unterstützung, wenn ich allein nicht weiterkomme?

Ja. Mit dem Onlinekurs „Was will ich wirklich?“ arbeitest du mit Anleitung und Übungen in deinem Tempo. Wenn du einen Blick von außen brauchst, klärt ein kostenfreies Balance-Gespräch, wo du stehst und ob eine Begleitung passt.