Du funktionierst. Im Job, zuhause und dazwischen auch noch.

Und trotzdem fühlt es sich oft so an, als würdest du ständig hinterherlaufen. Ein Termin jagt den nächsten, der Kopf bleibt an, selbst wenn der Laptop längst zu ist. Und irgendwann merkst du, das ist nicht „einfach nur eine stressige Phase“. Das ist zu viel und zu oft.

In diesem Artikel geht’s nicht um perfekte Morgenroutinen oder noch ein weiteres To-do auf deiner Liste. Es geht um praktische Hebel, die du wirklich im Alltag nutzen kannst, um Stress im Beruf zu reduzieren. Schritt für Schritt, ohne dein Leben komplett umzukrempeln.

Du findest hier unter anderem:

  • wie du Prioritäten setzt, ohne dass alles zusammenfällt

  • wie du Nein sagst, ohne dich schlecht zu fühlen

  • wie du Pausen wieder reinholst, auch wenn der Tag voll ist

  • und wie du dir mehr Luft schaffst, damit Arbeit nicht dauernd „mit nach Hause kommt“

 

 

Stress reduzieren im Beruf

 

Ich möchte für dich herausfinden, wie du deinem beruflichen Stress begegnen kannst und einige praktische Strategien dafür aufzeigen.

 

 

Stress reduzieren - Frau sitzt am Schreibtisch und hat wegen Stress Kopfschmerzen

 

Was ist Stress?

 

Unter Stress versteht man die starke Beanspruchung eines Organismus durch innere oder äußere Reize, so die Definition. 

Er entsteht, wenn wir uns von den Anforderungen, die an uns gestellt werden, überwältigt fühlen.

Das können kurzfristig zu erledigenden Aufgaben mit einer engen Deadline sein, ein anspruchsvolles Projekt, das dich fordert oder auch der ganz alltägliche Wahnsinn, beruflich wie privat alles unter einen Hut zu bekommen.

Stress ist nicht grundsätzlich negativ.

Der sogenannte Eustress – also positiver Stress – kann uns auch beflügeln und motivieren. 

Etwa dann, wenn du ein Vorstellungsgespräch hast oder eine Präsentation im Job hältst. 

Wird er aber belastend wahrgenommen, dann wird er zum Distress und wir fühlen uns überfordert, ängstlich, machen uns Sorgen, leiden unter Konzentrationsstörungen und Stimmungsschwankungen. 

Wird er zur Dauerbelastung, kann das gravierende gesundheitliche Folgen haben.

 

Gesundheitliche Auswirkungen von Stress

 

Langfristiger Stress kann eine Reihe von gesundheitlichen Problemen verursachen, verschlimmern und sogar chronisch werden. Dann wird es richtig gefährlich.

Das ist dann der Fall, wenn wir uns immer wieder auf Situationen einlassen, die in uns Stress auslösen und zwischen den Stressphasen nicht ausreichend für Entspannung und körperliche Erholung sorgen.

Dann schüttet der Körper durchgehend Stresshormone aus und das kann jede Menge negative Konsequenzen haben.

 

Schwächung des Immunsystems

 

Was uns anfälliger für Infektionen macht. 

Denke gerne mal nach, wie oft du in den letzten Monaten mit Viren gekämpft hast?

 

Verspannungen, Kopf-, Nacken und Rückenschmerzen . . .

 

. . . das sind die Auslöser, bei denen dein Körper sagt, es reicht jetzt.

 

Magenschmerzen, Sodbrennen

 

Nicht umsonst heißt es im Volksmund. “Mir ist was auf den Magen geschlagen.”

Stress kann sich also auch negativ auf den Magen-Darm-Trakt auswirken und sogar Reizdarmsyndrom hervorrufen.

Diese Symptome habe ich selbst viel zu lange beiseite geschoben und vernachlässigt.

Davon gehen sie aber nicht weg. Also achte bitte darauf und tue was dagegen. 

 

Gewichtsprobleme

 

Stress kann zu ungesunden Essgewohnheiten führen und damit auch zu Gewichtszunahme oder -abnahme.

Schnell mal zwischendurch etwas in den Mund schieben ist da auf jeden Fall der falsche Weg.

Schokolade löst zwar Glücksgefühle aus, setzt sich aber blöderweise auf die Hüften – frag mich.

Wenn ich Stress habe greife ich selbst heute noch ab und an zu einem kleinen Rot-weißen Riegel mit einem Kindergesicht, dessen Name hier nicht genannt werden will

 

Stress reduzieren - Buch Fit & Gesund

 

Mehr Infos zum Buch findest du hier.

 

 

Anhaltender chronischer Stress . . .

 

. . . kann aber noch ernsthaftere Erkrankungen nach sich ziehen.

 

Herz-Kreislauf-Erkrankungen

 

Langandauernder Stress erhöht das Risiko für Bluthochdruck, Herzinfarkt und Schlaganfall.

Das sind die langfristigen Auswirkungen und werden sichtbar, wenn du auf Dauer alle anderen vorherigen Symptome beiseite schiebst und als vorübergehend abtust. 

 

Stoffwechselstörungen, Allergien oder Entzündungskrankheiten . . .

 

. . . gehören ebenfalls dazu. 

 

Psychische Probleme . . .

 

. . . wie Depressionen, Angstzustände und Schlafstörungen können durch anhaltenden Stress verursacht oder verschärft werden. 

Wie sieht deine eigene Schlafgewohnheit aus? 

Wachst du morgens entspannt oder gerädert auf?

 

Ich kann dir verraten, dass solche Symptome dich IMMER wieder einholen, wenn du nichts dagegen tust . . . 

. . . und wenn du, wie ich die Erfahrung gemacht hast, dass es dich im Bad von jetzt auf gleich urplötzlich ohnmächtig umhaut, wie einen Sack Kartoffel, dann, spätestens dann, wachst du auf und weißt . . .

. . . jetzt ist es aber allerhöchste Eisenbahn etwas zu tun.

 

Stress reduzieren - Zettel mit Stress und rotes Herz das zerknittert und durchgerissen ist

 

Strategien zur Stressreduktion

 

Ich möchte dir gerne einige Strategien mitgeben, um beruflichem Stress besser begegnen zu können und mehr Arbeitszufriedenheit in dein Berufsleben zu bringen.

Hier einige Vorschläge, die Dir helfen können.

 

Prioritäten setzen

 

Lerne zunächst, Aufgaben nach ihrer Wichtigkeit und Dringlichkeit zu ordnen.

Nicht alles muss sofort erledigt werden.

Setze klare Prioritäten und arbeite die Aufgabenliste nach und nach ab.

Dabei hilft eine klare A, B, C-Priorisierung.

 

Nein sagen lernen

 

Gerade für Frauen ist es sehr wichtig, Grenzen zu setzen und auch mal Nein zu sagen, wenn du merkst, dass dir alles zu viel wird.

Das ist gar nicht so einfach, weil wir Mädels das nicht wirklich gelernt haben. 

ABER: Denk immer daran, ein Nein zu anderen ist ein JA zu DIR und gilt sowohl im beruflichen wie auch im privaten Umfeld.

Du tust damit DIR etwas Gutes.

 

Pausen einlegen

 

Kurze Pausen während des Arbeitstages können Wunder wirken.

Nutze diese Zeit, um in der Mittagspause weg vom Arbeitsplatz und kurz spazieren zu gehen, zu meditieren oder einfach nur mal bewusst tief durchzuatmen.

 

Arbeitsumfeld optimieren

 

Ein aufgeräumter Arbeitsplatz und eine angenehme Arbeitsatmosphäre können die Produktivität steigern und deinen Stress reduzieren.

Dazu gehört für mich heute auf jeden Fall ein ergonomisch eingerichteter Schreibtisch, der höhenverstellbar ist.

Oder auch Telefonate im Stehen zu führen. Das tut deinem Körper und deinem Rücken gut.

 

Entspannung

 

Gönn deinem Kopf mal eine Pause. Wenn du viel im Stehen arbeitest, setz dich hin und leg deine Füße hoch.

Wenn du viel sitzt, versuch dich zu bewegen.

Es hilft also, das Gegenteil von dem zu machen, was man üblicherweise macht.

Probier einfach aus, was zu dir passt.

Ich habe gute Erfahrungen mit Entspannungsmethoden wie Achtsamkeitsübungen und Meditation, aber auch mit Qi Gong und progressiver Muskelentspannung gemacht.

So wechsle ich immer wieder mal ab und es wird nie langweilig.

 

Ausgleich schaffen

 

Sport und Hobbys bieten einen wichtigen Ausgleich zum Berufsalltag.

Sie helfen dir, den Kopf freizubekommen und auch deine Muskulatur zu stärken. 

Beim Sport schüttet dein Körper Endorphine aus, die deine Stimmung verbessern und die Konzentration von Stresshormonen in deinem Körper senken.

Selbst wenn du kleine Schritte mit zunächst zweimal pro Woche 30 Minuten Spazierengehen oder Walken startest.

Mit der Zeit wirst du merken, dass es dir guttut und automatisch die Zeit finden, noch mehr zu machen.

 

Soziales Netzwerk pflegen

 

Dein soziales Umfeld kann dir eine ganz wichtige Ressource sein.

Teile deine Sorgen mit Freund:innen oder Kolleg:innen.

Mach mit ihnen gemeinsam etwas außerhalb des Berufs.

Oft hilft es auch schon, sich auszusprechen und zu brainstormen, wie andere damit umgehen.

 

Professionelle Hilfe in Anspruch nehmen

 

Doch ab und an reichen die persönlichen Strategien nicht mehr aus.

Wenn du das Gefühl hast, dass du aus diesem Stress-Hamsterrad nicht mehr rauskommst, dann zögere bitte nicht, dir professionelle Hilfe zu holen und sie vor allem auch anzunehmen.

Wir müssen nicht alles allein mit uns ausmachen und schaffen. Gemeinsam geht es vielmals leichter.

 

Stress reduzieren - Bunte Pfeile auf denen das Wort Stress steht

 

Fazit

 

Achtsamkeit

 

Achtsamkeit auf sich selbst und die eigenen Bedürfnisse ist als berufstätige Frau besonders wichtig. Ganz egal, ob du introvertiert oder extravertiert bist.

Auch auf die eigenen Grenzen zu achten und aktiv Strategien zu entwickeln, um gesunde Wege im Umgang mit Stress zu finden.

Denn Stress im Beruf ist ein weit verbreitetes Phänomen, das ernsthafte gesundheitliche Folgen haben kann.

Gerade in der heutigen sehr volatilen Arbeitswelt.

Indem du lernst, deine Grenzen zu erkennen, sie konsequent einzufordern und Prioritäten sinnvoll zu setzen, verbesserst du dein eigenes Wohlbefinden.

Gönn dir selbst Pausen und Erholungszeiten und nein, das hat absolut nichts mit faul sein zu tun.

Sie sind ein wesentlicher Beitrag zu deinem eigenen Wohlbefinden. 

Gleichzeitig ist es wichtig, dass du ein Bewusstsein dafür entwickelst, dass es echt o.k. ist, auch mal Hilfe zu suchen, wenn die eigene Belastungsgrenze erreicht ist.

Ob durch Gespräche mit Freunden, den Austausch mit Kollegen oder die Unterstützung durch Fachleute – es gibt viele Wege, Stress zu begegnen und gesund damit umzugehen.

 

Balance

 

Es geht darum, deine Balance zu finden, die es dir erlaubt, beruflich engagiert und erfolgreich zu sein, ohne dabei deine Gesundheit und dein persönliches Glück aus den Augen zu verlieren. 

Und eines ist klar, wenn du dein eigenes Potential im Beruf entfalten kannst, dann wird sich dein negativer Stress in Luft auflösen.

Ich hab es selbst erlebt und weiß, wovon ich spreche. 

Denke dran, dass deine Gesundheit und dein Wohlbefinden die Grundlage für alles andere sind und dadurch auch das wertvollste, was du hast. 

Wenn du dir aktiv Strategien zur Stressbewältigung aneignest, investierst du in deine Zukunft – beruflich wie privat.

 

Selbstfürsorge

 

Denn in der heutigen Arbeitswelt werden von uns ständig Höchstleistungen verlangt.

Daher ist Selbstfürsorge, bewusste Pausen einzulegen und damit für sich selbst zu sorgen, eines der wichtigsten Dinge, die wir tagtäglich tun sollten. 

Nutze gerne die hier vorgestellten Strategien als Ausgangspunkt, um deinen eigenen Weg zu finden und mit Stress leichter umzugehen.

Es geht auch nicht darum, perfekt zu sein, sondern darum, einen gesünderen und zufriedeneren Lebensweg für sich selbst zu finden und zu gestalten.

 

Was du jetzt tun kannst

 

Du willst die Themen, die dich stressen endlich anpacken?

Schau gerne auf meiner Kursseite vorbei, dort findest du bereits einige Inhalte die dich weiterbringen.

Und wenn du gerade feststeckst und merkst: So wie bisher will ich nicht weitermachen, aber ich weiß nicht, wie, dann lass uns sprechen.

In einem ersten Gespräch schauen wir gemeinsam, was dich blockiert, wo du dich selbst ausbremst und was dein nächster, machbarer Schritt ist.

Ohne Druck, kein „Du musst nur…“, sondern ein klarer Blick nach vorn, der dich wieder in Bewegung bringt.

Ich freue mich auf dich.

Liebe Grüße

Brigitte

 

FAQ: Stress reduzieren im Job

1) Was sind die häufigsten Ursachen für Stress im Job?
Stress entsteht oft durch zu viele Aufgaben, unklare Prioritäten, ständige Unterbrechungen und fehlende Grenzen. Auch Druck von außen (Deadlines, Erwartungen) und Mental Load spielen eine große Rolle.

2) Wie kann ich Stress im Job schnell reduzieren, ohne alles umzukrempeln?
Starte mit einem kleinen Hebel: eine klare Prioritätenliste für den Tag (max. 3 Punkte) und eine feste Feierabend-Grenze. Schon zwei Mini-Änderungen können spürbar Luft schaffen.

3) Wie sage ich im Job „Nein“, ohne schlecht dazustehen?
Sag nicht nur „Nein“, sondern biete eine klare Alternative: „Ich kann das übernehmen, wenn wir dafür X streichen.“ So bleibst du kooperativ und schützt trotzdem deine Zeit.

4) Was hilft gegen Stress, wenn ich ständig erreichbar sein muss?
Lege feste Zeitfenster für Erreichbarkeit fest und bündele Antworten, statt sofort zu reagieren. Schon 2–3 Check-in-Zeiten am Tag reduzieren das Gefühl von Dauer-Alarm.

5) Wie merke ich, ob es „nur Stress“ ist oder schon Erschöpfung?
Wenn Erholung kaum noch wirkt, du dauerhaft müde bist und selbst freie Zeit nicht wirklich auftankt, ist das ein Warnsignal. Dann brauchst du nicht noch mehr Disziplin, sondern echte Entlastung und klare Grenzen.

6) Welche Methoden helfen langfristig, Stress im Beruf zu reduzieren?
Langfristig helfen vor allem: Prioritäten, realistische Planung, Grenzen setzen, regelmäßige Pausen und ein Job-Zuschnitt, der zu deiner Energie passt. Wenn das alleine nicht klappt, kann Coaching helfen, die Stellschrauben sauber zu finden und umzusetzen.

Brigitte Kleinhenz
Über die Autorin

Brigitte Kleinhenz ist Berufspädagogin und systemischer Coach sowie Karriere Coach und Stärken Mentorin für berufliche Balance. Seit über 25 Jahren arbeitet sie im HR Bereich und der Personalentwicklung – in einem männerdominierten Unternehmen. Sie unterstützt Frauen dabei, ihren Job wieder passend zu machen: mit Neuorientierung, Job Feintuning und stimmigen nächsten Schritten. Sie schreibt über berufliche Balance und Karrierewege und begleitet ihre Kundinnen ausschließlich online.

Kontakt zu mir

 

Bilder und Grafiken mit einer Canva Pro Lizenz genutzt. ©Canva

Fotos: Sabine Kristan